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Handballer hoffen auf Happy End

Magdeburg. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft trifft an diesem Samstag im entscheidenden Rückspiel der WM-Playoffs auf Polen. Im Falle eines Scheiterns droht dem Verband ein Beben mit unbekanntem Ausmaß. sid

Nervenkrimi in Magdeburg : Für die Mannschaft geht es um die WM, für den Trainer um seinen Job, und für den Verband um die Zukunft einer ganzen Sportart. Das Rückspiel in den WM-Playoffs gegen Polen an diesem Samstag in Magdeburg (15.15 Uhr/ZDF ) ist für die deutschen Handballer zum echten "Alles-oder-Nichts-Spiel" geworden. Im Falle eines Scheiterns droht im Verband ein Beben.

24:25 verloren die Schützlinge von Bundestrainer Martin Heuberger das Hinspiel vor einer Woche in Danzig . Die Chancen auf das Ticket für die WM 2015 in Katar sind trotzdem nicht schlecht, ein Zwei-Tore-Vorsprung würde auf jeden Fall reichen. Bereits in Danzig hat das Team gezeigt, dass es von der Spielanlage und den Einzelspielern her Vorteile hat, dennoch erwarten alle einen echten Krimi.

"Die Chancen stehen bei 50:50", sagt Uwe Gensheimer . Der Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen führte die deutsche Mannschaft in Danzig erstmals als Kapitän aufs Feld. "Vor uns liegt ein hartes Stück Arbeit, doch wir hoffen, dass wir es packen", meinte Gensheimer. "Wir sind bereit und werden alles geben", versprach der Berliner Torwart Silvio Heinevetter , der seine muskulären Probleme rechtzeitig auskuriert hat.

Heuberger indes blieb seinem Stil auch in den Tagen höchster Anspannung treu. Der 50-Jährige wollte sich zu seiner möglicherweise drohenden Ablösung nicht äußern ("Das kann ich eh nicht beeinflussen"). Stattdessen beschränkte sich der gelernte Diplom-Verwaltungswirt aus Schutterwald auf die sportlichen Fakten: "Wir müssen konzentriert und aggressiv ins Spiel gehen." Sollte sein Team allerdings nach Olympia 2012 und der EM 2014 erneut ein Großturnier verpassen, würde sein im Sommer auslaufender Vertrag wohl nicht mehr verlängert werden.

Grundlage des zeitweise guten Auftritts im Hinspiel war die starke Abwehrarbeit. "Wir müssen hinten wieder so stark stehen wie in Danzig . Damit schaffen wir die Grundlage für einfache Tore", sagte Heuberger, der seinen Innenblock mit Patrick Wiencek (THW Kiel ) und Hendrik Pekeler (TBV Lemgo ) besonders lobte.

Nicht mehr zum deutschen 16er Kader gehört in Magdeburg der langjährige Abwehrchef Oliver Roggisch, der nur im Notfall eingesprungen wäre. Für den von Verletzungen geplagten 35-Jährigen ist das kein Problem. "Wiencek und Pekeler haben es im Hinspiel sehr gut gemacht. Ich kann mir das Spiel in Ruhe von draußen angucken", sagte der 202-malige Nationalspieler, dessen Karriere damit beendet ist. In der neuen Saison wird der Weltmeister von 2007 dem Deutschen Handball-Bund (DHB) und den Rhein-Neckar Löwen als Teammanager zur Verfügung stehen.