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Handball-Oberliga
Eine harte Nuss kurz vor Weihnachten

  SV-Kapitän Philipp Hammann musste mit seiner Mannschaft am letzten Spieltag nach vierzehn Siegen in Folge die erste Saisoniederlage hinnehmen. Am Samstag wollen die Löwen im Heimspiel gegen Mundenheim in die Erfolgsspur zurück.
SV-Kapitän Philipp Hammann musste mit seiner Mannschaft am letzten Spieltag nach vierzehn Siegen in Folge die erste Saisoniederlage hinnehmen. Am Samstag wollen die Löwen im Heimspiel gegen Mundenheim in die Erfolgsspur zurück. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Spitzenreiter SV 64 Zweibrücken empfängt zum Rückrundenauftakt die VTV Mundenheim. Die reist mit ordentlich Rückenwind an. Von Roman Kuhn

Zum Jahresausklang erwarten die Handballer des SV 64 Zweibrücken am Samstag um 18 Uhr mit der VTV Mundenheim noch einmal einen richtigen Kracher in der heimischen Ignaz Roth Halle. Ein Blick auf die Tabelle und die Ergebnisse der letzten Wochen lässt erahnen, dass die 64er im letzten Heimspiel 2019 eine ganz harte Nuss knacken müssen. Die Vorderpfälzer sind mit acht Verlustpunkten erster Verfolger des Spitzentrios aus Zweibrücken, Saulheim und Budenheim. Nicht auszudenken, was in der Chemiestadt möglich gewesen wäre, wenn sie ihre Spiele gegen genau diese drei Teams nicht allesamt unglücklich mit nur einen Tor Unterschied verloren hätten. Dann nämlich würden die sogenannten Hornissen, die ihre letzten fünf Ligaspiele alle gewonnen haben, von der Tabellenspitze grüßen. Vor allem der Defensive der Mundenheimer ist nur schwer beizukommen. Hinter Zweibrücken kassiert die VTV die wenigsten Gegentore der Liga.

Doch der Saisonverlauf ist für die Gelbhemden Drama und Märchen zugleich. Nach einem mäßigen Rundenstart mit 6:6 Punkten verließ Mundenheims Topspieler Yannick Muth mitten in der Saison das Team von Trainer Andreas Reckenthäler in Richtung Drittligist SG Leutershausen. Der erhoffte Aufbau eines jungen Teams mit großer Perspektive erhielt dadurch einen empfindlichen Schlag. Doch die verbliebenen Spieler wuchsen auch ohne ihren Star zu einer echten Erfolgsgemeinschaft zusammen. Satte 16:2 Punkte sammelten die Mundenheimer seitdem und mussten sich lediglich den Sportfreunden Budenheim in deren „grüner Hölle“ mit 28:29 geschlagen geben.

Diese Erfahrung in Budenheim machten vor Wochenfrist auch die Zweibrücker Löwen. Dadurch blieb ihnen die Krönung einer perfekten Hinrunde mit 15 Siegen in Serie versagt. Doch nach der vermeidbaren 22:23-Niederlage richten die 64er den Blick bereits wieder nach vorne. Kapitän Philipp Hammann bringt die Gemütslage seines Teams auf den Punkt: „Natürlich hat die Niederlage erst einmal sehr weh getan. Aber dadurch sollte auch jedem nochmal klar geworden sein, dass man in dieser Liga nichts geschenkt bekommt. Ich hoffe daher, dass wir am Wochenende gegen Mundenheim die passende Antwort geben werden“. Dabei können sich die Löwen sicher wieder auf ihre treuen Fans verlassen, die ihr Team auch auf seinen Auswärtsfahrten unterstützen. Auch beim Topspiel in Budenheim bildeten etwa 100 Zweibrücker Schlachtenbummler die sogenannte weiße Wand und machten sich mit Trommeln lautstark bemerkbar. „Die Unterstützung durch die Fans ist einfach grandios. Daraus ziehen wir während dem Spiel neue Kraft und das ist eine bedeutende Einflussgröße für unseren Erfolg. Die Budenheimer haben sogar auf ihrer Facebook-Seite angemerkt, wie einzigartig diese Unterstützung ist. Das macht uns allen nochmal klar, wie glücklich wir uns schätzen können, solche Fans zu haben“, gerät Hammann ins Schwärmen.



Vor allem in der Endphase des ablaufenden Handballjahres brauchen die Schützlinge von Trainer Stefan Bullacher diese moralische Unterstützung. Denn die Akkus arbeiten bei fast allen Spielern körperlich und mental mit den letzten Reserven. Das Team hat die gesteckten Erwartungen übererfüllt und in der Rosenstadt eine neue Handballeuphorie geweckt. Doch der Erfolg hat auch seine Spuren hinterlassen, so dass die vierwöchige Winterpause gerade zur rechten Zeit kommen dürfte: „Mein Fazit der Hinrunde fällt absolut positiv aus. Die Mannschaft hat vom ersten Spieltag ihre Klasse gezeigt und ist dann auf der Siegeswelle mitgeschwommen. Nur zum Ende hat man gemerk, dass etwas die Frische und der Fokus abhandengekommen ist. Das wird sich zum Finale am Samstag aber ändern“, gibt der Kapitän schon mal die Richtung für das Spitzenspiel vor.

Auch in der Oberliga der Damen steht am Wochenende der letzte Spieltag 2019 auf dem Programm. Die Frauen vom SV 64 sind dann aber spielfrei.