| 20:14 Uhr

Handball-Oberliga
„So etwas habe ich noch nie erlebt“

 Martin Mokris erzielte mit seinen sechs Treffern in Diefflen knapp ein Drittel der VTZ-Tore.
Martin Mokris erzielte mit seinen sechs Treffern in Diefflen knapp ein Drittel der VTZ-Tore. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Diefflen. Handball-Oberliga: Gut 27 Minuten lang ließ die VT Zweibrücken in Hälfte zwei kein Gegentor des HC Dillingen/Diefflen zu und siegte mit 19:12. Von Jadran Pesic

Was auf den ersten Blick nach dem Halbzeitstand aussieht, ist tatsächlich das Endergebnis. Die Handballer der VT Zweibrücken-Saarpfalz haben sich mit 19:12 (8:9) verdient den Sieg beim Oberliga-Aufsteiger HC Dillingen/Diefflen gesichert. Nach einer Leistungssteigerung in Hälfte zwei gelang es den Gästen, die Dieffler fast 28 Minuten lang am Torerfolg zu hindern.

„So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich kann mich nicht daran erinnern jemals nur zwölf Gegentore beziehungsweise nur drei in einer Halbzeit kassiert zu haben. Nicht mal in Freundschaftsspielen ist mir das in meiner Karriere jemals untergekommen“, erklärte ein fast sprachloser Danijel Grgic nach der Partie. Der VTZ-Trainer bescheinigte seiner Mannschaft eine sehr gute zweite Hälfte und hebt vor allem den Kampfgeist sowie die Abwehr hervor. Das Harzverbot habe seinen Jungs aber ordentlich zu schaffen gemacht. „Ich glaube jeder war froh, den Ball unfallfrei von A nach B zu spielen. Wir haben im Angriff schlicht und ergreifend zu viel verworfen, weil die Kontrolle etwas gefehlt hat“, führt Grgic aus.

Den besseren Start erwischten die favorisierten Saarpfälzer, auch wenn Grgic im Vorfeld der Partie nichts von einer Favoritenrolle wissen wollte. Nach etwas mehr als sechs Minuten führten die Gäste mit 3:0. Die Gastgeber mussten bis zur neunten Minute auf den ersten Treffer warten, als Jim Sander per Siebenmeter den Bann brach. In der Folge kamen die Hausherren immer besser in die Partie. Sander traf zum 7:7-Ausgleich (20.). „Nach gutem Start agierten wir in dieser Phase zu hektisch. Die Halle kam und wir machten zu viele einfache Fehler. Auch mit der etwas eigenen Regelauslegung hatten wir zu diesem Zeitpunkt so einige Probleme. Mit Patrick Bach wurde am Kreis gemacht, was man wollte“, kritisierte Grgic, um aber im gleichen Atemzug das Ganze zu relativieren. „Trotzdem hat es nicht an den Schiedsrichtern gelegen, sondern einfach an uns, weil wir auch in der Abwehr nachgelassen haben.“ Bis zur Halbzeit bekam der Aufsteiger Oberwasser und ging nach einem Treffer des erfahrenen Andreas Altmeyer mit 9:8 (25.) erstmals in Front. 



Die zweite Halbzeit begann aus Sicht der Zweibrücker sehr unglücklich. Mit nur drei Feldspielern standen die Gäste in der Halle, weil sich Dominik Rifel und Tom Paetow zum Ende der ersten Hälfte Zeitstrafen einhandelten. Zu allem Überfluss wurde auch noch Danijel Grgic mit einer Zeitstrafe bedacht, weil er zu lautstark seinen Unmut über die vorherigen Entscheidungen kundgetan hatte. Die Hausherren nutzten dies und bauten ihren Vorsprung auf 11:9 aus. Da waren genau 32:02 Spielminuten gespielt. Was dann geschah, ist kaum in Worte zu fassen. Die Zweibrücker schalten gleich mehrere Gänge hoch, vor allem in der Abwehr. Jeder, wirklich jeder, Angriffsversuch der Gastgeber konnte unterbunden werden. Sage und schreibe 27:32 Minuten blieb die VTZ ohne Gegentreffer und erzielte in der gleichen Zeit zehn eigene Treffer. Kurz vor Ende der Partie, beim Stand von 11:19, konnte Marvin Klein die torlosen Minuten für den HC Dillingen/Diefflen beenden und verkürzte auf 12:19, was auch gleichzeitig das Endresultat war.

„Unterm Strich war es ein hochverdienter Sieg. Ich glaube, dass es für uns alle ein unvergessliches Erlebnis war“, sagte Grgic. Mit diesem Erfolg springen die Zweibrücker vorübergehend auf den zweiten Rang. Nächste Woche Sonntagempfangen sie nun um 18 Uhr in der heimischen Westpfalzhalle den Lokalrivalen und Ligaprimus SV 64 Zweibrücken zum Stadtderby der Oberliga.