| 20:27 Uhr

Handball-Oberliga
VTZ wirft sich Frust von der Seele

 Richard Wilga steuerte sechs Treffer zum souveränen Heimsieg der VT Zweibrücken-Saarpfalz gegen Oberliga-Aufsteiger Dillingen/Diefflen bei.
Richard Wilga steuerte sechs Treffer zum souveränen Heimsieg der VT Zweibrücken-Saarpfalz gegen Oberliga-Aufsteiger Dillingen/Diefflen bei. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Die Zweibrücker fegen im Heimspiel Schlusslicht HC Dillingen-Diefflen mit 33:15 aus der Halle.

Nur wenig Mühe hatten die Handballer der VT Zweibrücken-Saarpfalz im Heimspiel gegen den HC Dillingen/Diefflen. Souverän fegten sie das Schlusslicht der Handball-Oberliga mit 33:15 (17:7) aus der Westpfalzhalle. Die Zweibrücker zeigten in großen Teilen der Partie eine abgezockte und engagierte Leistung gegen einen überforderten Gegner. Bester Werfer des Abends war HCDD-Linksaußen Felix Faller mit neun Treffern, während auf VTZ-Seite Richard Wilga, Tomas Kraucevicius und Tom Paetow mit jeweils sechs Treffern auf sich aufmerksam machten.

Es war etwas Balsam für geschundenen Seelen der VTZ. Nach turbulenten und nur wenig erfolgreichen Wochen schossen sie sich am Freitag ein bisschen den Frust von der Seele. „Die Jungs haben sich das nach dieser guten Trainingswoche verdient. Ich bin sehr glücklich mit diesem Erfolg“, sagte VTZ-Coach Kai Schumann. Er und Philip Wiese hatten die Mannschaft im Vorfeld sehr gut auf den Gegner eingestellt. Eines der Ziele war es, die Achse um Kreisläufer Pascal Simon und Rückraumspieler Andreas Altmeyer einzuengen. Das gelang. Keiner der beiden erzielte auch nur einen Treffer. Des einen Freud ist des anderen Leid. Dem Aufsteiger aus Diefflen brachte die VTZ eine der höchsten Saisonniederlagen bei. Besonders bitter aus HCDD-Sicht, da sich das Team durchaus etwas Zählbares erhofft hatte, wie Ex-VTler und Gästetrainer Sven-Malte Hoffmann erklärte: „Das war nicht viel heute. Um ehrlich zu sein, hatten wir uns ein bisschen mehr ausgerechnet. Mit dieser Angriffsleistung hatten wir aber keine Möglichkeit mitzuhalten.“ Auch das Fehlen von Top-Spieler Tobias Kropf merke man beim Aufsteiger an allen Ecken und Enden.

Den ersten Treffer des Abends markierten die Gäste. Felix Faller, der auch der auffälligste Gäste-Akteur war und auf Linksaußen eine gute Partie bot, erzielte in der zweiten Minute das 0:1. Das sollte die erste und letzte Führung der Gäste sein. Zehn Sekunden später glich Tomas Kraucevicius aus. Die Saarpfälzer zeigten sich von Anfang an sehr spielfreudig. In der zehnten Minute führten sie bereits mit 7:3. Die Abwehr stand gut und dahinter war auf einen starken Alexander Dörr im Gehäuse verlass. Die Dieffler konnten zwar zunächst nochmal den Rückstand auf 5:7 (14.) verkürzen, doch von da an gab es kein Halten mehr für die Gastgeber. Bis zur Halbzeit zogen sie vorentscheidend auf 17:7 davon. Der Vorsprung hätte zu diesem Zeitpunkt auch noch höher ausfallen können, denn die Zweibrücker erlaubten sich ganze elf Fehlversuche, wobei nur drei davon Beute der HCDD-Torhüter waren.



Allein die Körpersprache der Gäste ließ erkennen, dass sie die Partie kurz nach Wiederanpfiff verloren gaben. In der 33. Minute hatten die Hausherren auf 20:7 erhöht und bei den Gästen war jegliche Hoffnung auf einen Punktgewinn geschwunden. Die VTZ, die auf Kreisläufer Robin Schweitzer verzichten musste, drückte weiter aufs Gaspedal, ohne dabei wirklich zu brillieren. Beide Mannschaften erlaubten sich über die gesamte Partie eine Vielzahl einfacher Fehler. Dennoch zeigten die Gastgeber aber auch, dass sie nicht gewillt waren, das Spiel ausklingen zu lassen, sondern hielten die Spannung hoch. „Das hat mir gut gefallen. Es war wichtig, dass die Jungs über die gesamte Spielzeit nicht nachgelassen haben“, freute sich Kai Schumann. Das Trainergespann der Saarpfälzer wechselte weiter munter durch, ohne das es zu einem Leistungsabfall kam. In der 47. Minute führten die Hausherren bereits mit 28:10. In der Schlussphase bekamen besonders die Spieler aus der zweiten Reihe und der zweiten Mannschaft ihre Chance. So stellte die VTZ mit Jannick Flockerzi, Jonas Mayer und Tobias Stauch den Rückraum der Bezirksliga Ost-Mannschaft der VTZ auf. Die drei machten ihre Sache gut und zeigten, dass sie auch diesem Niveau gewachsen sind.

Durch diesen Sieg kletterten die Zweibrücker, zumindest vorübergehend, auf den siebten Platz der Oberliga-RPS. Das nächste Heimspiel steht bereits nächste Woche Sonntag um 18 Uhr wieder auf dem Programm. Da empfangen sie den TV Mülheim, der den Zweibrückern beim 23:23 im Hinspiel einen Punkt abluchsen konnte.