| 21:30 Uhr

Handball-Oberliga
Youngster verhelfen SV-Frauen zum Sieg

Bis in die Schlussminute zittern mussten Levke Worm und die SV 64-Frauen gegen Osthofen.
Bis in die Schlussminute zittern mussten Levke Worm und die SV 64-Frauen gegen Osthofen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Zweibrücker Oberliga-Handballerinnen drehen abwechslungsreiche Partie gegen die TG Osthofen nach der Pause.

Die Frauen des SV 64 Zweibrücken haben am Sonntag die TG Osthofen in der heimischen Ignaz-Roth-Halle knapp mit 29:28 (14:17) geschlagen. In einem Spiel auf mäßigem Niveau und ständig wechselnden Führungen holten die Gastgeberinnen zwei Minuten vor dem Ende einen Zwei-Tore-Rückstand auf und erzielten wenige Sekunden vor Schluss sogar noch den Siegtreffer. Beste Werferinnen im Team von Trainer Rüdiger Lydorf waren Kim Pfeifer (acht Treffer) und Lucie Krein (sieben).

Es war zwar kein gutes, aber dafür ein verrücktes und dramatisches Oberligaspiel, das die etwa 50 Zuschauer beim Heimspiel der Löwinnen gegen die TG Osthofen zu sehen bekamen. Die Gäste aus Rheinhessen traten nach zuletzt vier Siegen in Serie mit viel Selbstbewusstsein gegen die 64er an. Offensichtlich gut vorbereitet, zwangen sie die Zweibrückerinnen immer wieder zu einfachen Fehlern und falschen taktischen Entscheidungen. Die daraus resultierenden Ballgewinne münzten sie nicht selten in einfache Gegenstoßtore um. Als logische Folge führte Osthofen nach ausgeglichenem Beginn (10:10/20.) zur Halbzeit verdient mit drei Toren (17:14). „In der ersten Hälfte war niemand auf dem Feld richtig mit dem Kopf bei der Sache und wir waren sehr hektisch in den Aktionen. Osthofen hat sich trotz Umstellungen und Wechseln abgesetzt“, haderte SV-Trainer Lydorf mit der Leistung seiner Schützlinge in Durchgang eins.

Der B-Lizenzinhaber stellte sein Team in der Halbzeitpause noch einmal neu auf die Anforderungen des Gegners ein. Doch auch diese Ansage verpuffte und die Löwinnen liefen bis zur 38. Minute weiter einem Drei-Tore-Rückstand (17:20) hinterher. Das Startsignal zur erfolgreichen Aufholjagd kam dann ausgerechnet von zwei Youngstern im Team der Rosenstädter. Die eingewechselte Torfrau Nina Schillo, die eigentlich noch in der SV-Jugend spielt, verlieh mit starken Paraden der löchrigen Abwehr wieder Stabilität und im Angriff übernahm die 19-jährige Kim Pfeifer Verantwortung. Pfeifer traf nach Belieben und sollte am Ende sieben ihrer insgesamt acht Tore in den zweiten 30 Minuten erzielen. Durch einen fulminanten 9:3-Lauf war das Ergebnis innerhalb von 15 Minuten auf den Kopf gestellt. Als die überragende Pfeifer den Treffer zum 26:23 erzielte, zog Osthofens Trainer die Reißleine und beantragte eine Auszeit (53.), um den Sturmlauf der Zweibrücker zu unterbrechen.



Was nun folgte, hätte Alfred Hitchcock nicht spannender inszenieren können. Zuerst verfielen die Gastgeber wieder in das fehlerhafte Verhaltensmuster der ersten Halbzeit. Während die Gäste fünf Mal in Folge trafen, vergrößerte sich bei den Einheimischen nur die Fehlerquote, so dass die TGO zwei Minuten vor Schluss beim 28:26 schon wie der sichere Sieger aussah. Dank eines Kraftakts schafften die Löwinnen durch einen Doppelpack von Lucie Krein den Ausgleich und Kim Pfeifer krönte ihre tolle Leistung mit dem Siegtor zum 29:28.

„Es war mit Sicherheit kein schönes und gutes Spiel von uns, aber wir haben wichtige zwei Punkte gewonnen. Es war auch wichtig für die Moral, um zu zeigen, dass wir endlich auch solche Spiele gewinnen können. Es hat mich für Kim sehr gefreut, dass sie heute so ein gutes Spiel gemacht hat“, war Rüdiger Lydorf nach dem glücklichen Sieg einfach nur erleichtert.