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Handball-Oberliga
Auf der letzten Rille zurück in die Erfolgsspur

 Eine starke erste Halbzeit sicherte dem SV 64 Zweibrücken um Spielmacher Marc-Robin Eisel (rechts) zum Jahresabschluss den Sieg im Topspiel gegen die VTV Mundenheim.
Eine starke erste Halbzeit sicherte dem SV 64 Zweibrücken um Spielmacher Marc-Robin Eisel (rechts) zum Jahresabschluss den Sieg im Topspiel gegen die VTV Mundenheim. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Der Spitzenreiter bezwingt die VTV Mundenheim in einer umkämpften Partie mit 27:24. Von Roman Kuhn

Die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken haben nach der ersten Saisonniederlage vor einer Woche in Budenheim auf dem kürzesten Weg wieder auf die Erfolgsspur gewechselt. Die Schützlinge von Trainer Stefan Bullacher gewannen das Spitzenspiel gegen die VTV Mundenheim zuhause mit 27:24 (17:11). Dabei legten die Löwen durch eine ganz starke Leistung in den ersten 30 Minuten den Grundstein zum Erfolg.

Mehr als 400 Zuschauer gaben dem Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer und den seit acht Partien ungeschlagenen Mundenheimer Hornissen in der Ignaz-Roth-Halle am Samstagabend einen würdigen Rahmen. Und die Gäste aus der Vorderpfalz zeigten gleich zum Auftakt, warum sie sich den Platz als erster Verfolger des Spitzentrios Saulheim, Budenheim und Zweibrücken im Laufe der Saison verdient haben. In der Abwehr wurde hart zugepackt, im Tor agierte ein bestens aufgelegter Schlussmann Jannik Kunz und im Angriff donnerte Spielmacher Benjamin Treiber den Ball zum 0:1 und 1:2 gleich zweimal hintereinander in den Winkel. Doch das sollte bis zum Schlusspfiff die letzte Führung für die Truppe von VTV-Trainer Andreas Recktenthäler bleiben.

Mit großer Leidenschaft und Einsatzfreude drehten die Zweibrücker den Rückstand und Marc Robin Eisel schloss nach zehn Minuten eine von vielen guten Kombinationen zur zwischenzeitlichen 6:3-Führung ab. Mundenheim versuchte, den Trend für die Hausherren durch eine Auszeit zu unterbrechen – und tatsächlich riss beim SV 64 der Faden. Jannik Kunz im Mundenheimer Tor vereitelte gleich mehrere Großchancen der Gastgeber und im Angriff setzte Simon Schleidweiler im linken Rückraum einige Duftmarken. Gekonnt traf der ehemalige Spieler der Eulen Ludwigshafen zum 7:7 (14.). Nun drehte Stefan Bullacher gleichzeitig an verschiedenen personellen Stellschrauben. Benni Berz ersetzte den glücklosen Marko Ivankovic, Tom Ihl übernahm die rechte Halbposition und Kian Schwarzer besetzte den linken Flügel. Und auch diese Umstellungen sollten ihre Wirkung nicht verfehlen. Angetrieben von Tim Schaller und Marc Robin Eisel, die sich die Aufgaben auf der Spielmacherposition teilten, legten die Gastgeber bis zum Halbzeitpfiff einen fulminanten 10:4-Lauf hin. Mit einem beruhigenden 17:11-Vorsprung wurden die Seiten gewechselt. Auch Gästetrainer Reckenthäler sah im SV-Schlussspurt des ersten Durchgangs den entscheidenden Knackpunkt: „Wir hatten uns schon etwas ausgerechnet, aber speziell in der ersten Halbzeit haben wir zu viele Fehler gemacht. Dann kannst du so ein Spiel nicht gewinnen“, haderte der VTV-Coach. „Mit dem zweiten Durchgang und der positiven Entwicklung meiner Mannschaft bin ich allerdings sehr zufrieden.“



Genau wie der Mundenheimer Übungsleiter, sahen es wohl auch die vielen Handballfans in der Halle. In Hälfte zwei lieferten sich beide Mannschaften ein gutes Oberligaspiel auf Augenhöhe. Vor allem kämpferisch verlangten sich die Akteure alles ab. Körperbetont, verbunden mit ein paar Nickligkeiten, die der großen Rivalität geschuldet waren, wurde leidenschaftlich verteidigt. Die Gäste aus der Chemiestadt Ludwigshafen kamen wieder besser in die Partie und schafften es, den Rückstand zu verkürzen. Aber die Löwen hielten ihre Herausforderer immer mit drei bis vier Toren auf Distanz. Über die 19:15 (40.) und 22:18 (50.) schien es lediglich acht Minuten vor dem Ende beim 22:20 nochmal spannend zu werden. Doch ein Vierer-Pack von Zellmer, Schaller, Eisel und Bayer (26:22) sorgten schon kurz danach für die endgültige Entscheidung. Die 64er siegten nach intensiven 60g Minuten verdient mit 27:24 und verteidigten weiter mit nunmehr 30:2 Punkten die Tabellenführung.

Sv 64-Trainer Stefan Bullacher lobte nach der Begegnung ausdrücklich seine Schützlinge und das wiederum lautstarke Publikum: „Das war heute herzhafter Handballsport, aber zu keiner Zeit unfair. Die erste Halbzeit war überragend, in der zweiten hat man gemerkt, dass wir jetzt am Ende des Jahres auf der letzten Rille ins Ziel eingelaufen sind“, erklärte der SV-Coach. „Aber was wieder in der Halle los war, ist unglaublich. Das ist ein Funke der Woche für Woche überspringt. Durch diese großartige Unterstützung der Fans gewinnen wir auch die knappen Spiele.“

Die RPS-Oberliga geht nun in eine fünfwöchige Weihnachtspause und startet erst wieder am 18. Januar. Dann erwartet der Spitzenreiter allerdings gleich den Tabellenzweiten aus Saulheim zum nächsten Topspiel in der Zweibrücker Westpfalzhalle.