| 21:00 Uhr

Handball-Oberliga
TV Homburg auch im Derby geschlagen

Zu viel verworfen: Homburgs Mathias Mohn vergibt freistehend eine Torchance im Derby gegen den SV 64.
Zu viel verworfen: Homburgs Mathias Mohn vergibt freistehend eine Torchance im Derby gegen den SV 64. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Handball-Oberliga: Der SV 64 Zweibrücken setzt sich beim Aufsteiger souverän mit 29:21 durch.

Einen entspannten Sonntagabend haben die vielen mitgereisten Zweibrücker Fans beim TV Homburg erlebt. Der SV 64 hatte in der Robert-Bosch-Halle vor den 200 Zuschauern keine großen Probleme, sich beim Aufsteiger mit 29:21 (14:10) klar durchzusetzen.

„Wir mussten schon alles zeigen, um dieses Spiel für uns zu entscheiden“, erklärte SV 64-Coach Stefan Bullacher allerdings nach mehr oder weniger einseitig verlaufenen 60 Minuten. Ganz so einfach nehme man die Punkte auch beim Tabellenschlusslicht nicht mit. „Außer dem Spitzenreiter TV Hochdorf liegen viele Teams auf Augenhöhe. Sicherlich kamen wir schon in einer leichten Favoritenrolle nach Homburg. Aber es besteht immer die Gefahr, dass man die Aufgabe zu leicht nimmt“, betonte der Zweibrücker. An diesem Abend allerdings nicht. Denn Bullachers Jungs zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt, haben sich gut bewegt und auch ordentlich gespielt.

Die Enttäuschung über die letzten Endes doch klare Niederlage hielt sich beim TV Homburg in Grenzen. „Mit unseren sehr dünnen Personalmöglichkeiten war dies auch nicht anders zu erwarten“, bilanzierte TVH-Spielertrainer Daniel Sorg. Eine ganze Reihe von Spielern standen ihm nicht zur Verfügung. Mit einem Kapselanriss am Daumen seiner Wurfhand musste er selbst von der Bank aus die Partie verfolgen. Nur zu gerne hätte er seine Kollegen unterstützt. Mit nur acht Feldspielern und zwei Torhütern im Aufgebot mussten die Homburger jedoch das Saarpfalzderby bestreiten. „Durchwechseln war überhaupt nicht möglich. Irgendwann gehen einem dann die Kräfte aus. Dies wurde dann in der zweiten Halbzeit auch sehr deutlich“, erklärte Sorg.



Als die Kräfte beim Aufsteiger aus Homburg noch reichten, war die Partie einigermaßen offen. Obwohl der Gastgeber die ersten 15 Minuten total verschlafen hatte. Während der Ex-Spielertrainer des TV Homburg Thomas Zellmer weiterhin verletzt neben Bullacher auf der Bank des SV 64 Zweibrücken die Partie verfolgte, führten die Gäste nach einer Viertelstunde schon klar mit 7:2. Etwas der Schlendrian schlich sich danach beim SV 64 ein. Innerhalb von fünf Minuten konnte sich Homburg bis auf 6:8 wieder herankämpfen. Fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit führten die Zweibrücker immer noch mit zwei Toren (11:9), zogen nach einem Zwischenspurt aber dann doch bis zum Seitenwechsel auf 14:10 davon.

Auch den Start in den zweiten Abschnitt verschliefen die Gastgeber. In den ersten 13 Minuten traf der TVH nur noch dreimal, während Zweibrückens Philipp Hammann einige Treffer markierte. Beim Spielstand von 19:13 für den SV 64 baute er die Führung des Teams von Stefan Bullacher mit drei Toren in Folge auf 22:13 aus. Während die Gäste einen Gang runterschalten konnten, raffte sich der TV Homburg auf, mobilisierte seine letzten Kräfte, um die Heimniederlage nicht noch deutlicher ausfallen zu lassen. Beim Spielstand von 25:15 für Zweibrücken (49.) hielt der TVH dann wenigstens Treffermäßig wieder ganz mit, unterlag aber dann doch chancenlos am Ende mit 21:29.

So jubelte der SV 64 Zweibrücken, der sich mit diesem deutlichen Auswärtssieg in der Spitzengruppe der Oberliga zurückgemeldet hat. Mit nun 9:5-Punkten rangieren die Löwen hinter den Sportfreunden Budenheim und dem ungeschlagenen Ligaprimus aus Hochdorf auf dem dritten Tabellenplatz. „Ich bin mit dem Spiel und dem Ergebnis super zufrieden. Für mich als gebürtigen Homburger war es fast nostalgisch, in der Sporthalle meiner alten Schule zu spielen“, zeigte sich Bullacher rundum zufrieden.

Der TV Homburg hingegen ist weiterhin Schlusslicht mit sieben Niederlagen. „Noch gibt es keinen Grund, aufzugeben“, gab sich Daniel Sorg kämpferisch. Mit dem Auswärtsspiel am Samstag um 18 Uhr beim Drittletzten HV Vallendar beginnt für den TV Homburg nun die Phase in der noch jungen Saison, in der es gilt, entscheidende Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

(ha)