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Handball-Oberliga
SV-Herren „Vertretungstrainern“ dankbar

 Wenn in der vergangenen Woche auch nicht alles rund gelaufen ist, sei die Stimmung im Team laut SV 64-Spieler Tim Schaller doch sehr gut.
Wenn in der vergangenen Woche auch nicht alles rund gelaufen ist, sei die Stimmung im Team laut SV 64-Spieler Tim Schaller doch sehr gut. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Der gebeutelte Handball-Oberligist empfängt Offenbach zum vorletzten Saison-Heimspiel. Bullacher hofft auf Rückkehr. Von Roman Kuhn

Auf eine der „interessantesten Mannschaften“ der Liga treffen die Handballer des SV 64 Zweibrücken an diesem Samstag. Trainer Stefan Bullacher blickt demnach gespannt der Oberliga-Heimpartie gegen den TV Offenbach am Samstag, 18 Uhr, in der Ignaz-Roth-Halle entgegen.

Vor vier Jahren zog sich der ehemalige Regionalligist, der durch seine gute Jugendarbeit über Jahre in der dritthöchsten deutschen Liga für Furore sorgte, aus dem Spielbetrieb der Oberliga zurück, trat freiwillig in der Pfalzliga an. Zu viele Abgänge hatten den Kader ausgedünnt und die nachrückenden Talente waren, nach Ansicht der Verantwortlichen, den Anforderungen in der RPS-Liga noch nicht gewachsen. „Dies sollte sich als eine der klügsten Entscheidungen der jüngsten Offenbacher Handballvergangenheit herausstellen.“ Direkt im zweiten Jahr wurde der Wiederaufstieg geschafft und während der Hinrunde entwickelten sich die Vorderpfälzer zu einer echten Spitzenmannschaft. Trainer Michael Übel formte eine schlagkräftige Truppe.

Beim ersten Aufeinandertreffen mit den Zweibrücker Löwen quittierte der TVO allerdings seine erste Heimniederlage der Saison. Die 64er siegten knapp mit 23:21 Der Start ins Spieljahr 2019 verlief für die Mannschaft von Michael Übel allerdings nicht nach Wunsch. Nach nur einem Sieg aus sechs Spielen rutschte sie ins Mittelfeld ab.



Mit möglichst vielen Erfolgserlebnissen wollten auch die Zweibrücker die Runde zu Ende spielen, denen der Punkverlust am vergangenen Wochenende gegen die HSG Worms aber einen kleinen Strich durch die selbst aufgestellte Rechnung gemacht hat. Eigentlich wollte das Team um Spielmacher Tim Schaller bis zum Finale gegen die HF Illtal alle Spiele gewinnen. „Doch trotz des Unentschiedens ist die Stimmung in der Mannschaft nach wie vor exzellent“, gibt Schaller einen kleinen Einblick ins Innenleben seiner Mitstreiter: „Bei uns gibt es eigentliche nie wirkliche Stimmungsprobleme nach negativen Erlebnissen. Klar ärgert sich jeder, das muss ja auch so sein, aber spätestens im nächsten Training wird das dann abgehakt und jeder fokussiert sich wieder auf den nächsten Gegner.“ Vor dem Heimspiel werden die personellen Sorgen bei den Löwen allerdings immer größer. Neben den Langzeitverletzten nun zusätzlich Giona Dobrani. Der amerikanische Juniorennationalspieler ist für die USA beim Qualiturnier für die WM im Kosovo im Einsatz. Für ihn wird A-Junior Felix Dettinger aufrücken.

Wie schon in Worms mussten die Zweibrücker auch unter der Woche auf Trainer Stefan Bullacher verzichten. Der A-Lizenzinhaber musste mit einem hartnäckigen Magen-Darm-Virus das Bett hüten. Seinen Part übernahmen Frauentrainer Rüdiger Lydorf und A-Jugend-Coach Klaus-Peter Weinert. Letzterer musste hierfür sogar sein eigenes Training ausfallen lassen. „Ich denke es ist nicht selbstverständlich, dass sie das Training für uns machen. Wir haben versucht unser Bestes zu geben, um beiden Parteien das Training so angenehm wie möglich zu machen“, betont Tim Schaller. „Ich denke, dass das unsere Mannschaft gewissermaßen auszeichnet, dass auch bei einem Notstand jeder Bock hat.“

Die Oberligafrauen des SV 64 Zweibrücken treten am Sonntag auswärts bei der TG Osthofen an. Die Mannschaft aus Rheinhessen präsentierte sich in der aktuellen Saison als wahre Wundertüte. Auf bärenstarke Auftritte wie zum Beispiel beim Sieg gegen die HSG Hunsrück, folgten wiederum unerklärliche Niederlage. Auch beim Hinspiel in Zweibrücken zeigten sich die Mädels der TGO von ihrer besten Seiten und verloren mehr als unglücklich in den Schlussminuten. SV 64-Trainer Rüdiger Lydorf kennt die Stärken der Gastgeberinnen und hat sein Team unter der Woche vorgewarnt: „Osthofen verfügt über zwei sehr gute Halbspieler mit Mona Schmitt und Ann Cathrin Hauck und zwei sehr guten Kreisläuferinnen. So etwas wie das magische Dreieck. Im Tor steht mit Antje Haag eine drittligaerfahrene Torfrau, die uns im Hinspiel das Leben schwer gemacht hat“. Dennoch wollen die Löwinnen in den letzten drei Spielen durch gute Leistungen, ihren dritten Platz bestätigen. Brauchen aber eine Topleistung um in Osthofen zu bestehen. Renata Szabo und Pauline Hartfelder werden die Mannshaft beim Auswärtsspiel nicht unterstützen können. Szabo fehlt wegen anhaltender Rückenbeschwerden und Hartfelder ist privat verhindert. Anpfiff ist um 16 Uhr in der Wonnegauhalle.