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Handball-Oberliga
SV 64 hat in Saulheim etwas gutzumachen

 Das Harzverbot in Saulheim wird für SV 64-Spieler Tim Schaller und seine Teamkollegen eine echte Herausforderung.
Das Harzverbot in Saulheim wird für SV 64-Spieler Tim Schaller und seine Teamkollegen eine echte Herausforderung. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken . Handball-Oberliga: Nach dem Debakel in der vergangenen Saison hoffen die Zweibrücker, dieses Mal besser mit dem Harzverbot zurechtzukommen. Von Roman Kuhn

Vor einer besonderen Herausforderung stehen die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken an diesem Samstag. Nach dem gelungenen Auftakt bei der VTV Mundenheim setzen die Jungs von Trainer Stefan Bullacher ihre Auswärtstrilogie bei der heimstarken SG Saulheim fort. Und an den letztjährigen Auftritt bei den Rheinhessen haben die Zweibrücker so gar keine guten Erinnerungen.

Neben der handballerischen Stärke der Saulheimer, machte den 64ern zusätzlich das dort herrschende Haftmittelverbot erheblich zu schaffen. Am Ende quittierten die Löwen beim 16:27 nicht nur die höchste Saisonniederlage und ein wahres Debakel, sondern mit gerade einmal 16 erzielten Toren auch gleich einen Negativrekord für die Vereinsgeschichte. Noch nie hatte eine Mannschaft des SV 64 in der Oberliga weniger Treffer erzielt. Da tröstete es nur wenig, dass die Rheinhessen in der vergangenen Saison, außer gegen den Meister aus Hochdorf, kein einziges Heimspiel verloren. „Wir wissen, dass wir ohne Harz unsere Schwierigkeiten haben, jedoch gibt es das Reglement so vor und wir müssen das akzeptieren. Wir haben in diesem Jahr mit Eckbachtal, Saulheim und Dillingen/Diefflen drei harzfreie Mannschaften. Da müssen die Jungs lernen, auch mal ohne Haftmittel guten Handball zu spielen“, erklärt Bullacher und sucht zugleich nach konstruktiven Lösungen: „Wir werden ohne Harz im Angriff sicherlich limitiert sein, aber gerade deshalb müssen wir umso mehr unsere Stärke in der Abwehr zeigen.

Saulheim erreichte in der abgelaufenen Runde den fünften Platz in der RPS-Oberliga und ist vor allem für ihre starke 6:0-Deckung bekannt. Mit ihren beiden zweitligaerfahrenen Hünen Christopher Klee und Matthias Conrad hatte die SG im Vorjahr eine der erfolgreichsten Abwehrreihen der Liga. Doch vor allem Matthias Conrad zeigte auch im Angriff immer große Qualitäten. Als torgefährlicher Spielmacher, war er der Dreh- und Angelpunkt im Saulheimer Angriffsspiel. Zur neuen Saison verstärkte sich das Team von Trainer Kai Christmann zusätzlich mit fünf Neuzugängen. Von ihnen spielte sich vor allem Darren Weber vom Drittligisten HSG Groß-Bieberau am ersten Spieltag mit acht Toren gegen Budenheim in den Vordergrund. Der 25-jährige Rückraumakteur wurde von seinen Mannschaftskameraden auch zum neuen Kapitän gewählt. Als Neuzugang ist das außergewöhnlich und spielgelt die starke Persönlichkeit des ehemaligen Drittligaspielers wider. Ein weiterer Neuling ist Marco During, der am Kreis und in der Abwehr eine echte Verstärkung für die SG ist.



Personell kann SV-Trainer Bullacher, der seine Mannschaft in der Außenseiterrolle sieht, seinen kompletten Kader aufbieten. Lediglich Till Wöschler konnte unter der Woche aus beruflichen Gründen nicht trainieren, wird aber beim Spiel wieder zur Mannschaft stoßen. Deshalb blickt der neue Kapitän Philipp Hammann optimistisch auf die kommende Auswärtsaufgabe: „Gerade zu diesem frühen Zeitpunkt ist Saulheim eine ziemlich schwere Aufgabe. Die stabile Abwehr in Verbindung mit dem Harzverbot, wird schwer zu knacken sein. Trotzdem fahren wir nach dem Auftaktsieg mit Selbstvertrauen nach Saulheim – und wollen natürlich gewinnen.“