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Handball-Oberliga
SV 64 entscheidet „Drei-Punkte-Spiel“ nach Stotterstart für sich

 Niklas Bayer verhalf dem SV 64 Zweibrücken mit seinen fünf Treffern zum Sieg bei der HSG Kastellaun-Simmern.
Niklas Bayer verhalf dem SV 64 Zweibrücken mit seinen fünf Treffern zum Sieg bei der HSG Kastellaun-Simmern. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Der Spitzenreiter nutzt den Strauchler des Verfolgers Saulheim und gewinnt bei der HSG Kastellaun mit 22:17. Von Roman Kuhn

Durch eine starke Abwehrleistung haben die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken ihr Auswärtsspiel bei der HSG Kastellaun mit 22:17 gewonnen. Beim Erfolg, der unter der Rubrik Arbeitssieg verbucht werden konnte, trafen Marc Robin Eisel und Niklas Bayer mit jeweils fünf Toren am häufigsten für das Team von Trainer Stefan Bullacher.

Bereits vor dem Anpfiff gab es große Aufregung in der Kabine der Zweibrücker Löwen. Denn am Liveticker verfolgten die 64er die Niederlage der SG Saulheim bei der VTV Mundenheim. Damit rutschten die Saulheimer auf den dritten Tabellenplatz zurück – die ersten Verfolger des Ligaprimus’ sind fortan die Sportfreunde aus Budenheim. Durch einen möglichen Sieg könnten die Zweibrücker ihren Vorsprung auf den neuen Zweiten somit um einen weiteren Punkt vergrößern. Doch die Aussicht auf ein erfolgreiches „Drei-Punkte-Spiel“ schien die Schützlinge von SV-Trainer Bullacher eher zu hemmen, als zu beflügeln. Von Beginn an zeigten sie zwar großen Einsatzwillen, doch in ihre Angriffsbemühungen schlichen sich bis dato nicht gekannte Fehler ein.

Die Hausherren versuchten, wie zuvor angekündigt, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Immer länger werdende Angriffe stellten die Zweibrücker Deckung vor eine echte Geduldsprobe. Das Schiedsrichtergespann Metz/Peiser musste in fast jedem HSG-Angriff das Vorwarnzeichen für die Anwendung der Zeitspielregel anzeigen. Oftmals wurde dann erst mit dem letztmöglichen Pass der Abschluss in Richtung Zweibrücker Tor gesucht. Dort fanden die Hunsrücker aber immer wieder ihren Meister im Zweibrücker Schlussmann Marko Ivankovic. Der Kroate überzeugte am Ende mit einer Quote von 42 Prozent gehaltener Bälle, die auf sein Gehäuse kamen. So gut und aufmerksam die 64er in der Defensive auch spielten, wenn sie selbst in Ballbesitz waren, schlich sich allzu häufig der Fehlerteufel ein. Allein fünf Mal scheiterten sie im ersten Durchgang völlig freistehend an HSG-Torwart Luca Korbion. Zudem verloren die Zweibrücker weitere fünf Mal das Spielgerät an ihre Gegner, weil sie beim schnellen Ballvortrag viel zu hektisch und unkonzentriert agierten. Und mit jeden Ballverlust begann das Geduldsspiel in der Hintermannschaft wieder von vorne. Da sich in diesem zähen Ringen keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte, wurde bei einem, für Oberligaverhältnisse, sehr torarmen Halbzeitstand von 9:9 die Seiten gewechselt.



Es dauert noch etwa neun Minuten im zweiten Durchgang bis der Bann gebrochen wurde. Nach Wiederanpfiff drückten die Gäste mächtig aufs Tempo. Zwar schafften sie es zu Beginn immer noch nicht, sich abzusetzen, aber allein die deutlich schnellere Torfolge war ein Beleg dafür, dass die Partie endlich Fahrt aufgenommen hatte. Ab dem Zwischenstand von 14:14 (39.) übernahm der Tabellenführer vollends das Kommando. Den Hausherren gelangen in den verbleibenden 21 Minuten lediglich noch drei Treffer. Die 64er setzten sich kontinuierlich ab. Über die Zwischenstände von 17:14 (47.) und 20:16 (54.) bis zum Endstand von 22:17 wurden sie letztlich ihrer Favoritenrolle gerecht.

SV-Trainer Stefan Bullacher lobte im Anschluss die Geduld und den Willen seiner jungen Mannschaft: „Das war ein ganz schwieriges Spiel, weil es von der Art und Weise wie es geführt wurde auch etwas aus der Zeit gefallen ist“, erklärte er. Das seien aber Erfahrungswerte, die für die junge SV-Truppe sehr wichtig sind. „Eventuell war das nicht der letzte Gegner, der diese Taktik gegen uns auswählt. Wir haben aber tollen Kampfgeist gezeigt und sind immer geduldig geblieben. Der Sieg war absolut verdient.“ An den folgenden beiden Wochenenden sind die Zweibrücker spielfrei. Erst am Samstag, 29. Februar treffen die 64er im Stadtderby auf die VTZ-Saarpfalz.