| 21:50 Uhr

Handball-Oberliga
Dobrani und Majbik leiten die Wende ein

SV 64-Spieler Giona Dobrani setzte die neuen Anweisungen von Trainer Stefan Bullacher perfekt um.
SV 64-Spieler Giona Dobrani setzte die neuen Anweisungen von Trainer Stefan Bullacher perfekt um. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: SV 64 Zweibrücken gewinnt das Verfolgerduell gegen den TV Mülheim mit 31:23.

Das klare Ergebnis täuscht etwas über den Spielverlauf hinweg. Der Freude bei den Oberligahandballern des SV 64 Zweibrücken tat dies aber keinen Abbruch. Mit 31:23 (14:10) setzte sich das Team von Trainer Stefan Bullacher im Verfolgerduell klar gegen den TV Mülheim durch – obwohl die Gäste aus dem Rheinland fast über die komplette Spielzeit ein Gegner auf Augenhöhe waren. Damit bleiben die Zweibrücker im siebten Spiel in Folge ungeschlagen und führen als Tabellendritter die große Verfolgergruppe hinter den beiden Spitzenteams aus  Hochdorf und Budenheim an. Beste Spieler bei den Löwen waren Torwart Benni Berz und der zehnfache Torschütze Lukas Majbik.

In den beiden letzten Heimspielen gegen Budenhein und Völklingen, legten die 64er jeweils erst eine beeindruckende erste Halbzeit aufs Parkett, verloren in Durchgang zwei aber völlig den Faden und mussten sich am Ende mit einem Punkt zufrieden geben. Dies sollte gegen die Gäste aus Koblenz vermieden werde, um endlich den zweiten Heimsieg der Saison einzufahren. Knapp 350 Zuschauer in Ignaz Roth Halle gaben dem Verfolgerduell einen tollen Rahmen. Doch die Anfangsphase war so gar nicht nach dem Geschmack der Zweibrücker Handballfans. Der SV begann hektisch und nervös. In den ersten fünf Minuten scheiterten Philipp Hammann und Tim Schaller mehrfach freistehend an Mülheims Torwart Tobias Zelter. Unsaubere Abspiele führten zu Ballverluste und auch die beiden Torgaranten im Rückraum, Niklas Bayer und Christopher Huber fanden mit ihren Distanzwürfen im Gästekeeper ihren Meister. Die Verunsicherung der jungen Zweibrücker Mannschaft stieg, die Gäste übernahmen das Kommando. Vor allem Spielmacher Julian Vogt und der Mülheimer Toptorschütze Max Zerwas drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Einzig SV-Torwart Benni Berz bewahrte sein Team in dieser Phase mit einigen starken Paraden vor einem höheren Rückstand. Bereits früh (12.) hatte Bullacher mit Lukas Majbik und Tom Grieser eine neue Achse in den Rückraum beordert, doch auch diese Umstellung brachte bis zur 20. Minute keine Veränderung. Der Übungsleiter beantragte nach dem 6:8 eine Auszeit, stellte sein Team taktisch neu ein und leitete somit die Wende ein. Giona Dobrani engte fortan in der Abwehr die Kreise von Julian Vogt ein und Lukas Majbik zeigte im Spielsystem ohne Linkshänder im Rückraum seine Qualitäten, explodierte förmlich mit fünf Toren in zehn Minuten. Durch einen fulminanten 8:2-Lauf stellten die Gastgeber den bisherigen Spielverlauf völlig auf den Kopf und führten beim Seitenwechsel mit 14:10. „Es war für unsere Entwicklung unglaublich wichtig, dass wir auch nach einer Schwächephase wieder zu unserem Spiel zurückgefunden haben. Im bisherigen Saisonverlauf konnten wir diese Abwärtsspiralen nie stoppen und haben einige Punkte als Lehrgeld dafür bezahlt“, sah Trainer Bullacher in der Wende einen wichtigen Lernprozess.

Nach der Pause sahen die Zuschauer über weite Strecken ein Spiel auf Augenhöhe. Doch mit zunehmender Spieldauer schwanden bei den Gästen die Kräfte. Ähnlich wie in Halbzeit eins schlug das Pendel in den letzten zehn Minuten zugunsten der Hausherren aus. Über 23:20 (49.) und 26:20 (52.) steuerten die 64er einem ungefährdeten Heimsieg entgegen. Beide Trainer waren sich allerdings einig, dass der Sieg zwar verdient, aber um ein paar Tore zu hoch war. „Der dritte Tabellenplatz ist eine tolle Momentaufnahme und Lohn für die Leistung unserer jungen Mannschaft“, freute sich Stefan Bullacher.