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Handball-Oberliga
VTZ ist auf Wiedergutmachung aus

Der 2,17-Meter-Hüne Sven Mevissen bildet gemeinsam mit Yannic Klöckner den starken Rückhalt bei der VT Zweibrücken-Saarpfalz.
Der 2,17-Meter-Hüne Sven Mevissen bildet gemeinsam mit Yannic Klöckner den starken Rückhalt bei der VT Zweibrücken-Saarpfalz. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Gegen den starken TuS Fürstenfeldbruck will Torwart Sven Mevissen über sich hinauswachsen. Von Jadran Pesic

Wiedergutmachung will die VT Zweibrücken-Saarpfalz betreiben. Leichter gesagt als getan. Denn mit dem TuS Fürstenfeldbruck empfängt der Handball-Drittligist am Sonntag um 17 Uhr ein ähnliches Kaliber wie die Balinger in der Vorwoche. Gegen die das Team von Trainer Danijel Grgic die bislang höchste Saisonniederlage (17:29) hatte einstecken müssen. Ohne eine Leistungssteigerung werden die Zweibrücker gegen den Fünften kaum eine Chance haben.

Noch ist bei der VTZ alles im grünen Bereich. Als bester Aufsteiger stehen sie Grgic-Jungs weiterhin über dem Strich, doch die Konkurrenten auf den Plätzen dahinter sind nur einen Punkt entfernt. Während die Rosenstädter also um den Klassenverbleib kämpfen, richtet sich der Blick des TuS nach oben. Wegen anhaltender Verletzungsprobleme war sich Fürstenfeldbruck im Vorfeld der Saison nicht sicher, in welche Richtung es gehen würde. Doch bereits am ersten Spieltag setzte die Mannschaft von Trainer Martin Wild ein erstes Ausrufezeichen. Zuhause wurde der Meisterschaftsfavorit und Absteiger aus der 2. Bundesliga, die HSG Konstanz, knapp mit 24:23 bezwungen. Dem nicht genug, erlangte der TuS, ebenso sehr wie die HSG Konstanz, danach bundesweite, vielleicht sogar europaweite, Aufmerksamkeit: Nach Ablauf der 60 Minuten gab es noch einen Freiwurf für die HSG Konstanz. Unglaublich, aber wahr – der HSG-Spieler Tom Wolf schießt um die Abwehr herum und jagt ihn als Aufsetzer in den Winkel des TuS-Tores. Doch genau in diesem Winkel zwischen Latte und Pfosten bleibt der Ball dann schlussendlich verharzt kleben und die Panther feiern vielleicht den spektakulärsten Sieg ihrer Karriere.

Danach konnten weitere starke Siege eingefahren werden, sodass der TuS sich in der Spitzengruppe festbeißen konnte. Vergangene Woche dann allerdings gab es die erste Heimniederlage der Saison.



Der kommende VTZ-Gegner musste sich Vorjahresmeister SV Salamander Kornwestheim mit 30:31 geschlagen geben. Fürstenfeldbruck besticht vor allem durch seine starke Deckungsarbeit, mit einer der besten Defensiven der Liga. „Sie haben auch keine schlechte Offensive. Sie spielen ihre Angriffe lange aus und suchen geduldig nach ihrer Chance“, weiß der vor der Runde zu den Saarpfälzern gewechselte Torwart Sven Mevissen, dass es zu einfach wäre, den Gegner nur auf seine Defensive zu reduzieren. Von der grundsätzlichen Spielweise her sind die Unterschiede nicht allzu groß. Auch die VTZ sucht über eine gute Deckung ihr Heil, und will im Angriff nicht den von vielen Mannschaften praktizierten Tempohandball forcieren, sondern über ruhige Angriffe die eigene Fehlerzahl möglichst gering halten.

Zu einer guten Defensive gehören auch zwei gute Torhüter. VTZStammtorwart Yannic Klöckner bekam vor der Saison den 2,17 Meter großen Hünen Mevissen zur Seite gestellt. Der 21-Jährige fühlt sich sehr wohl bei den Pfälzern: „Ich konnte mich hier schnell einleben, die VTZ ist eine tolle Gemeinschaft, die einem an allen Ecken hilft. Ich bereue es nicht, nach Zweibrücken gewechselt zu sein“, erklärt Mevissen. Auch seine Leistungen stimmen, wenn teils auch noch schwankend, bislang. Sein Potenzial hat der erst 21-Jährige bereits mehrfach angedeutet. Beim überraschenden Punktgewinn gegen die TGS Pforzheim wuchs Mevissen über sich hinaus und war mit 18 Paraden einer der Garanten für den Punktgewinn. Ihm bleibt zu hoffen, dass er selbst und seinen Mannschaftskameraden auch am Sonntag über sich hinaus wachsen können, um eine Überraschung möglich zu machen.