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Hält die Siegesserie?
SV 64 gegen Mülheim weiter auf Rekordjagd

 Tim Schaller hat sich gut in die Spielmacherrolle beim SV reingefunden.
Tim Schaller hat sich gut in die Spielmacherrolle beim SV reingefunden. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Zweibrückens Torjäger und Spielmacher Tim Schaller hätte nichts dagegen, wenn Sieg elf in Serie folgen würde. Von Roman Kuhn

Einen lupenreinen Saisonstart haben die Handballer des SV 64 Zweibrücken hingelegt. Die 20:0 Punkte bedeuten den besten Auftakt seit der Gründung der RPS-Oberliga 2002. Die Mannschaft von Trainer Stefan Bullacher überbot damit den bisherigen Rekord der VTZ-Saarpfalz und des TV Hochdorf, die beide schon mit je neun Siegen in Folge gestartet waren. Ihre Serie wollen die Zweibrücker nun im fünften Heimspiel der Saison am Samstag, 18 Uhr, gegen den TV Mülheim ausbauen.

Die Gäste aus dem Rheinland stehen momentan mit 11:9 Punkten auf Platz sieben. Trotz des Wechsels ihres Topspielers und letztjährigen Oberliga-Torschützenkönigs Max Zerwas legten die Rheinländer einen sehr guten Start hin. Lagen sie mit 7:1 Punkten zwischenzeitlich auf Rang zwei. Nach einer Durststrecke von vier Niederlagen in Serie, in der sich vor allem das Fehlen von Spielmacher Julian Vogt negativ bemerkbar machte, überzeugte Mülheim zuletzt mit zwei Siegen.

Großen Anteil an der aktuellen Rekordjagd der Zweibrücker hat Torjäger Tim Schaller, der nahtlos an die guten Leistungen der Vorsaison anknüpft. „Es ist ziemlich cool, so was zu erreichen. Aber der gebrochene Rekord war bei uns gar nicht wirklich ein Thema“, erklärt er. „Wir denken im Moment von Spiel zu Spiel und versuchen jede Woche zu gewinnen.“ Dass das bis jetzt immer so geklappt hat, sei umso besser. „Aber wir sollten uns weder darauf ausruhen, noch diesen Rekord überbewerten“, gibt sich das SV 64-Eigengewächs bescheiden. Der gelernte Linksaußen, der in der abgelaufenen Runde von Bullacher zum Spielmacher befördert wurde, meisterte diese Aufgabe mit Bravour, wurde gleich bester SV-Torschütze. Und der 20-Jährige steht auch nach zehn Spieltagen wieder auf Platz eins der internen Liste. Egal ob auf seiner angestammten Außenbahn oder auf der Spielmacherposition, Tim Schaller trifft nach Belieben und rangiert im ligaweiten Ranking auf Platz vier. „Ich denke, dass wir generell eine sehr variable Mannschaft haben. Im Moment kann viel gewechselt werden. Letzte Saison musste ich mich erstmal reinfinden und mehr Verantwortung übernehmen, aber daran gewöhnt man sich ziemlich schnell. Ich habe auch das Gefühl, dass es bei mir auf der Mitte wieder gut läuft. Es macht sehr viel Spaß.“ Diese Variabilität, durch die der SV trotz Verletzungen, wie momentan bei Chris Huber, ihr System weiterspielen können, mache die Mannschaft derzeit so stark, gibt sich der ehemalige Schüler des Sportgymnasiums am Rotenbühl vor allem als Teamspieler.



Neben Christopher Huber (Fuß), ist auch Kian Schwarzer (Schulterverletzung) noch angeschlagen. Über einen Einsatz der beiden wird erst kurz vor dem Spiel entschieden. Ansonsten werden die Löwen voraussichtlich komplett antreten können. Doch nicht nur wegen der möglichen Ausfälle kommt mit Mülheim eine schwere Aufgabe auf die Hausherren zu. Mit Tobias Zelter hat der TV einen der besten Torhüter der Liga im Kader und auch die Achse mit Kreisläufer Philipp Schwenzer und Spielmacher Julian Vogt hat den Löwen in der Vergangenheit schon große Probleme bereitet. Deshalb ist es wichtig, dass die Hausherren nach ihrer fahrigen Leistung vor Wochenfrist in Eckbachtal, vor allem in der Defensive wieder zu gewohnter Stärke zurückfinden. „Die Abwehr letzte Woche war nicht wiederzuerkennen und wir hatten zu wenig Disziplin im Angriff. Wir sind zwar absolut glücklich über die beiden Punkte, aber wir sollten so ein Spiel durchaus auch kritisch betrachten, ohne es über zu bewerten“, möchte Schaller im kommenden Spiel wieder die gewohnte Leistung abrufen.

Die SV-Frauen bekommen es am Sonntag, 16 Uhr, zuhause mit der TG Waldsee zu tun. Die Gäste stehen momentan auf dem zwölften Patz und übergeben somit auf dem Papier klar die Favoritenrolle an die Zweibrückerinnen ab, die mit sechs Siegen aus acht Spielen im Moment Oberligazweiter sind. Die TG legte mit 6:2 Punkten einen guten Auftakt hin, konnte ihre Leistung mit zuletzt fünf Niederlagen aber nicht bestätigen. „Waldsee hat gegen Bodenheim und Bassenheim gewonnen. Das sind beides Mannschaften, gegen die wir uns sehr schwer getan haben und am Ende keine Punkte holen konnten. Wir dürfen das Spiel auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen“, erstickt SV-Trainer Rüdiger Lydorf jeden Ansatz, den kommenden Gegner eventuell zu unterschätzen, im Keim.

Der Kader der TGW hat sich im Gegensatz zu den Zweibrückerinnen kaum verändert, ist deshalb sehr gut eingespielt. Lediglich die erfahrene Spielerin Julia Barth hat das Team verlassen. Herausragende Akteurin bei den Vorderpfälzern ist Rückraumspielerin Bea Demski. „Wir müssen weiterhin an der individuellen Entwicklung unserer jungen Spielerinnen, aber auch am mannschaftlichen Zusammenspiel arbeiten“, sagt Lydorf. Um die Punkte am Sonntag in Zweibrücken zu behalten, müssten die Kreise von Bea Demski, Kim Knittel und Tanita Schall eingeengt werden. „Außerdem gilt es variabel auf die verschiedenen Defensiven der TG zu reagieren“, erklärt Lydorf den Matchplan. In ihrem dritten Heimspiel in Folge könnten die SV-Handballerinnen ihre Heimsiegesserie fortführen in der Ignaz-Roth-Halle ungeschlagen bleiben.