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Handball-Oberliga
SV 64 vor dem Verfolgerduell mit großem Respekt

In seiner zusätzlich neuen Rolle als Kreisläufer hat sich SV 64-Spieler Tom Grieser schnell zurechtgefunden.
In seiner zusätzlich neuen Rolle als Kreisläufer hat sich SV 64-Spieler Tom Grieser schnell zurechtgefunden. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Die Zweibrücker Männer empfangen am Samstag, 18 Uhr, den TV Mülheim, die Frauen im Anschluss die VTV Mundenheim. Von Roman Kuhn

Handball-Oberliga im Doppelpack gibt es am Samstag in der Ignaz-Roth-Halle zu sehen. Zunächst sind um 18 Uhr die Männer des SV 64 Zweibrücken gefordert, im Anschluss um 20 Uhr die Frauen. Für die Herren geht es gegen den TV Mülheim ins Verfolgerduell. Der TVM und die 64er, die lediglich zwei Punkte trennen, sind die ärgsten Verfolger des aktuellen Spitzenduos aus Hochdorf und Budenheim. Während die beiden Topfavoriten ihre Klingen am Sonnabend in Hochdorf kreuzen, kämpfen die Verfolger zeitgleich in der Ignaz-Roth-Halle darum, den Anschluss an die Spitze zu halten.

Mülheim hat mit Rückraumkanonier Max Zerwas den aktuell torhungrigsten Spieler der Oberliga in seinen Reihen. Der Toptorschütze traf an den bisherigen zehn Spieltagen sage und schreibe 95 Mal ins Schwarze. Das ist fast ein Schnitt von zehn Toren pro Begegnung. Zum Vergleich gelangen dem aktuell besten Zweibrücker, Tim Schaller, als Vierter der Torschützenliste gerade mal 55 Treffer. Doch die SV-Abwehr kann sich nicht alleine um den Mülheimer Torschütze vom Dienst konzentrieren. Neben Zerwas könnten vor allem der wendige Spielmacher Julian Vogt und der quirlige Kreisläufer Philipp Schwenzer die Deckung der Löwen vor große Probleme stellen. Trainer Stefan Bullacher stellt dem Trio der Mülheimer jedenfalls ein hervorragendes Zeugnis aus und nennt es respektvoll „das magische Dreieck“, in Anlehnung an das Fußball-Dreigestirn des VfB Stuttgart der 90er Jahre: Balakov, Bobic und Elber. „Zerwas ist unglaublich wurfgewaltig und nur schwer zu kontrollieren. Schwenzer ist ein Kreisläufer der Extraklasse, der die Tiefenräume perfekt nutzt, Vogt ein Spielmacher der alten Schule, der fintenreich seine Gegenspieler zum Narren hält. Er spielt Handball wie ein Taschendieb – ich könnte ihm stundenlang zuschauen“, kommt der Zweibrücker Übungsleiter ins Schwärmen.

Doch Bullacher weiß auch um die Qualitäten seiner Schützlinge. Denn mit gerade einmal 25 Gegentoren pro Spiel verfügt sein Team nach Tabellenführer Hochdorf über die beste Defensive. Deshalb erwartet der A-Lizenzinhaber trotz der Mülheimer Angriffspower ein Spiel auf Augenhöhe und sieht seine Mannschaft durch den Heimvorteil in einer leichten Favoritenrolle. Seit sechs Spielen sind die Löwen bereits unbesiegt – und die Spieler brennen nach vier Auswärtssiegen und zwei Remis endlich auf den lang ersehnten zweiten Heimsieg der Saison. Die Mannschaft entwickele sich kontinuierlich weiter und gewinnt Woche für Woche an Stabilität. Wichtiger Bestandteil ist dabei Kapitän und Abwehrchef Tom Grieser, der aktuell in einer neuen Rolle als Kreisläufer fungiert. „Ich habe auch in der Jugend schon öfters am Kreis gespielt, deshalb ist die Position nicht neu für mich. Ich bin dann eben im Angriff und in der Abwehr mehr im Körperkontakt. Das kommt mir von meinem Naturell sogar entgegen“, benötigt der 20-Jährige nach eigener Aussage keinerlei Eingewöhnungszeit, um sich in seiner neuen Umgebung zurecht zu finden. Neben Grieser wird auch Tim Schaller nach überstandener Grippe wieder seine neue Spielmacherrolle übernehmen. Youngster Philipp Meiser wird in der Jugendbundesliga beim Auswärtsspiel in Konstanz gebraucht und wird den Herren deshalb nicht zur Verfügung stehen.



Den dritten Heimsieg der Saison peilen die SV-Frauen in ihrem erst dritten Saisonauftritt vor heimischer Kulisse an. Alle sechs anderen Begegnungen fanden spielplanbedingt jeweils in der Fremde statt. Zu Gast ist am Samstag die Oberligavertretung der VTV Mundenheim.

Zuletzt mussten die Löwinnen zwei Auswärtsniederlagen in Folge einstecken und wollen gegen die Vorderpfälzerinnen schnell wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Doch Lydorf möchte den kommenden Gegner auf keinen Fall an seinem elften Platz bewerten, denn das Team aus der Chemiestadt Ludwigshafen verfüge über bemerkenswerte Qualitäten. Vor allem die starke Rückraumachse Götz, Schmieder und Spielmacherin Marlene Wehr macht dem Coach Kopfzerbrechen. „Der aktuelle Tabellenplatz wird der Mannschaft nicht gerecht. Sie sind sehr kampfstark und gehen über 60 Minuten dorthin, wo es weh tut. In der Abwehr spielen sie eine 6:0-Deckung, die ein gutes Gefühl für Ballgewinne hat. Hier müssen wir sehr aufmerksam sein, um keine einfachen Ballverluste zu haben und in Gegenstöße zu laufen“, fasst Lydorf die Marschroute für das Spiel zusammen. Dabei blickt er auf eine bescheidene Trainingswoche zurück, in der eine sinnvolle taktische Vorbereitung fast unmöglich war. Die endgültige Zusammensetzung des Kaders wird sich wohl erst nach dem Abschlusstraining am späten Freitagabend entscheiden. Das größte Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Kreisläuferin Laura Witzgall. Außerdem wird B-Jugendspielerin Nina Schillo die angeschlagene Eva Menzerath im Tor ersetzen. Ungeachtet der personellen Fragezeichen möchten die 64er ihre weiße Heimspielweste behalten.