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Handball-Oberliga
Bullacher fordert einheitliche Haftmittelregelung in Oberliga

 Till Wöschler (li.) vom SV 64 drehte in Hälfte zwei mächtig auf.
Till Wöschler (li.) vom SV 64 drehte in Hälfte zwei mächtig auf. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Dem SV 64 Zweibrücken gelingt durch den klaren 30:16-Heimsieg gegen Eckbachtal die Revanche für die Hinspielpleite. Von Roman Kuhn

Die Revanche ist den Oberligahandballern des SV 64 Zweibrücken gelungen. Das Team von Trainer Stefan Bullacher bezwang am Samstagabend im Heimspiel die HSG Eckbachtal deutlich mit 30:16. Gegen die Gäste aus der Pfalz, die offensichtlich große Probleme mit der für sie ungewohnten Haftmittelbenutzung am Ball hatten, reichte eine ordentliche Leistung zum souveränen Sieg.

Die gut 200 Zuschauer in der Ignaz-Roth-Halle rieben sich im Verlauf der 60 Minuten mehrfach verwundert die Augen und stellten sich wohl immer wieder die Frage, wie die Zweibrücker das Hinspiel in der Sporthalle in Dirmstein gegen die Eckbachtaler Geckos verlieren konnten. Zu groß waren die handballerischen Unterschiede zwischen den Hausherren und dem Tabellenelften, der zu keinem Zeitpunkt der Begegnung eine Chance hatte. Bullacher hatte nach dem Spiel beim obligatorischen Trainergespräch im Foyer eine mögliche Erklärung parat und zeigte damit Verständnis für das Team seines Kollegen Thorsten Koch. „So wie es für alle Mannschaften eine mehr als ambitionierte und auch teilweise einfach ärgerliche Aufgabe ist, wenn sie in Eckbachtal ohne Harz spielen müssen, ist es auch für die HSG ein fast unlösbares Problem, wenn sie auswärts mit Haftmittel antreten sollen.“ Der Zweibrücker Übungsleiter kritisierte nachhaltig, dass es in der RPS-Oberliga – im Gegensatz zur 3.Liga und Jugendbundesliga – keine einheitliche Regelung zur Haftmittelbenutzung gibt. Von den aktuell 16 Teams der Oberliga spielen 14 in einer Halle mit Haftmittelerlaubnis. So ist es auch nicht sonderlich überraschend, dass der Aufsteiger in heimischen Gefilden bereits acht Siege mit einer Tordifferenz von plus 22 Treffer erspielt hat, während auswärts lediglich zwei Erfolgserlebnisse zu Buche stehen. Deshalb appelliert Bullacher klar an die Präsidenten der vier Landesverbände, in dieser Frage eine Einigung zu erzielen: „Die Oberliga ist eine Leistungsklasse und wenn wir unseren Talenten eine sportliche Heimat geben wollen, dann müssen wir auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen“.

Auf dem Feld entstand von Beginn an eine recht einseitige Partie. Die 64er übernahmen direkt das Kommando und ließen keinen Zweifel aufkommen, dass sie sich für die Niederlage in der Hinrunde erfolgreich revanchieren würden. Gästetrainer Koch musste bereits nach zehn Minuten eingreifen und beantragte beim Stand von 2:5 seine erste Auszeit, um den Zweibrücker Angriffsfluss zu unterbrechen. Zu diesem Zeitpunkt lag SV-Spielmacher Tim Schaller schon auf der Behandlungsbank und wurde medizinisch betreut. Der Rückraumspieler war nach wenigen Minuten auf den Rücken gestürzt und konnte danach nicht mehr eingesetzt werden. Doch auch ohne ihren Taktgeber blieben seine Mannschaftskammeraden im Rhythmus. Gestützt auf eine von Benni Zellmer und Tom Grieser gut organisierte Deckung, eroberten die Hausherren immer wieder Bälle und verwerteten sie in schnelle Gegenstoßtore. Über 7:2 (15.), 10:5 (20.) und 12:6 (25.), steuerten die Gastgeber einem beruhigenden Acht-Tore-Vorsprung (14:6) bis zum Seitenwechsel entgegen.



Im zweiten Durchgang das gleiche Bild. Zweibrücken blieb am Drücker und baute die Führung kontinuierlich aus. Als Till Wöschler in der 35. Minute zum 18:8 traf, war nicht nur erstmals die Zehn-Tore-Differenz erreicht, sondern auch die letzten Zweifel über den Ausgang des Matches beseitigt. Der ehemalige Weltklasse-Speerwerfer drehte in der zweiten Halbzeit mächtig auf und verbuchte binnen 25 Minuten fünf Treffer. Einziger „Aufreger“, der die Gemüter in dieser Phase kurzzeitig erhitzte, war die Disqualifikation von HSG-Spieler Max Schreiber. Dieser traf den Zweibrücker Tom Grieser bei einer Abwehraktion im Gesicht und erhielt die Rote Karte. Im Anschluss nutzte Bullacher die verbleibende Zeit, verschiedene Abwehrformationen unter Wettkampfbedingungen zu testen. So stellte er zum Beispiel auf eine 5:1 Deckung um, oder ließ wechselweise Peter Baumann oder Michael Betz in Manndeckung nehmen. Am Ende siegten die Saarpfälzer verdient und bleiben mit zwei Punkten Rückstand auf Tuchfühlung zu dem neuen Zweiten aus Illtal.