| 22:50 Uhr

Handball-Oberliga
Die Defensive ist besonders gefordert

Spannung erwartet: Seit sieben Spielen ist der SV 64 um Tom Grieser (Mitte) ungeschlagen, der kommende Gegner HSG Eckbachtal hat zuhause in dieser Runde aber noch keinen Punkt abgegeben.
Spannung erwartet: Seit sieben Spielen ist der SV 64 um Tom Grieser (Mitte) ungeschlagen, der kommende Gegner HSG Eckbachtal hat zuhause in dieser Runde aber noch keinen Punkt abgegeben. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken . Handball-Oberligist SV 64 Zweibrücken will der heimstarken HSG Eckbachtal in deren Halle die ersten Punkte abtrotzen. Von Roman Kuhn

Eine ganz harte Nuss haben die Herren des SV 64 Zweibrücken am Sonntag zu knacken. In der Auswärtspartie der Handball-Oberliga geht es für den Tabellendritten gegen die heimstarke HSG Eckbachtal. Die sogenannten Geckos, die viele Jahre ein Leben als Fahrstuhlmannschaft zwischen der Oberliga und der Pfalzliga verbringen mussten, sind aktuell weit davon entfernt als Abstiegskandidat gehandelt zu werden. Ganz im Gegenteil. Die Spielgemeinschaft aus der Vorderpfalz ist zusammen mit dem TV Offenbach und den Sportfreunden Budenheim eines von drei Teams, das in der heimischen Halle noch keinen Punkt abgegeben hat. 8:0 Zähler und eine Tordifferenz von plus 25 in vier Partien sprechen eine deutliche Sprache.

Eckbachtals Trainer Thorsten Koch setzt dabei auf verschiedene variable Deckungsformationen und ein schnelles Umschaltspiel. Vor allem die beiden Außen Sven Lerzer und Mahamed Subab erzielen nach Ballgewinnen immer wieder einfache Tore in der ersten Welle des Tempogegenstoßes. Im Positionsangriff sorgen die wendigen und technisch starken Rückraumspieler wie Max Schreibe, Jochen Schloss oder die Brüder Thomas und Michael Betz, die gemeinsam bereits über 150 Treffer erzielen konnten, für viel Torgefahr. Keine leichte Aufgabe für die Gäste aus Zweibrücken.

Von dem viel diskutierten Haftmittelverbot in der Halle in Dirmstein und einer daraus resultierenden Wettbewerbsverzerrung will Zweibrückens Trainer Stefan Bullacher aber nichts wissen: „Ich freue mich natürlich nicht darüber, aber der Wettbewerb wird durch die Spielordnung bestimmt und dort steht, dass die Benutzung von Haftmittel freiwillig ist. Im Sinne des Wettbewerbs müssen wir uns sogar die Frage stellen, wer den größeren Nachteil hat – wir, die wir einmal auswärts ohne Haftmittel spielen müssen, oder Eckbachtal, die 15 mal auswärts mit Harz spielen und es Zuhause aber nicht trainieren können.“ Vielmehr sieht Bullacher vor allem seine Defensive gefordert. Zwar verfügen die 64er aktuell über die zweitbeste Abwehr, doch der eigentlich gute Schnitt von 25 Gegentoren pro Spiel wird am Sonntag nicht zum Sieg reichen, schätzt der SV-Coach. Denn die Geckos kassieren im Schnitt in heimischen Gefilden gerade mal 23 Treffer. „Wir müssen stabil verteidigen und ihre schnellen Kontertore verhindern. Im Angriff wollen wir sehr verantwortungsvoll mit unseren Chancen umgehen. Und zu guter Letzt hat Thorsten Koch als großartiger Taktiker, bestimmt noch die eine oder andere Überraschung für uns parat“, fasst der A-Lizenzinhaber den theoretischen Matchplan vorab zusammen und hofft auf eine positive Umsetzung.



Seinem Pendant auf Eckbachtaler Seite bringt Bullacher großen Respekt entgegen. Beide kennen sich schon viele Jahre und standen sich 2002 im Gründungsjahr der RPS-Liga sogar noch als Spieler gegenüber. Die letzte Begegnung der beiden Trainer liegt auch schon wieder acht Jahre zurück und ging in die Annalen der Vereinsgeschichte ein. Beim 44:44-Unentschieden im Jahre 2010 in Dirmstein, übrigens noch mit Haftmittel, sind die meisten Tore in einer Oberligapartie mit Zweibrücker Beteiligung gefallen. Dieses Ergebnis wird am Sonntag wohl eher nicht zu erwarten sein.

Personell kann Bullacher bis auf Thomas Zellmer wieder auf seinen kompletten Kader zurückgreifen können. Till Wöschler ist nach seinen Rückenproblemen wieder genesen und Youngster Philipp Meiser spielt bereits am Samstag in der Jugendbundesliga.