| 20:31 Uhr

Handball-Oberliga
SV 64 im Prestigeduell geschlagen

 Tim Schaller (Mitte) war mit sieben Treffern bester Zweibrücker Werfer im Derby bei den HF Illtal.
Tim Schaller (Mitte) war mit sieben Treffern bester Zweibrücker Werfer im Derby bei den HF Illtal. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
eppelborn. Die Zweibrücker Oberliga-Handballer haben im Derby bei den HF Illtal ein gutes Spiel gezeigt, unterlagen aber 29:30. Von Roman Kuhn

Der couragierte Auftritt des SV 64 Zweibrücken im prestigeträchtigen Derby bei den HF Illtal hat nicht gereicht. Die unter der Woche krankheitsbedingt arg gebeutelten Löwen mussten sich am Sonntagabend unglücklich mit 29:30 (12:16) geschlagen geben.

Nach dem Spiel waren sich alle Beteiligten einig, dass den etwa 650 Zuschauern in der nahezu ausverkauften Eppelborner Halle von beiden Mannschaften ein sehr gutes Oberligaspiel geboten wurde. Sowohl die heimischen Zebras als auch die Löwen aus Zweibrücken machten mit ihrer attraktiven Spielweise Werbung für den Handballsport. Für Illtal-Trainer Steffen Ecker war es indes ein ganz besonderes Erlebnis: Denn er gewann zum allerersten Mal überhaupt ein Liga- oder Pokalspiel gegen seinen Trainerkollegen aus der Rosenstadt, Stefan Bullacher. Die beiden Übungsleiter haben handballerisch gemeinsame Wurzeln, beide stammen aus der Talentschmiede des ehemaligen Traditionsvereins SSV Erbach.

Auf dem Spielfeld gaben die Hausherren zunächst den Ton an. Vor allem die Illtaler Rückraumspieler machten dem SV 64 das Leben schwer. Christoph Holz, Marcel Becker und Co erzielten bis zur Pause zwölf der 16 Illtaler Tore. Die neu formierte SV-Abwehr um Tim Schaller, der den angeschlagenen Benni Zellmer „sehr gut vertrat“ (Bullacher), machte die Räume eng und ließ vom Kreis und den Außenpositionen so gut wie keinen Abschluss zu. Doch gegen die Würfe aus der Distanz waren sie meistens machtlos. Das Torwartgespann der 64er hinter der beweglichen Deckung erlebte allerdings einen gebrauchten Tag und konnte im ersten Durchgang lediglich einen Ball parieren. So war die Vier-Tore-Führung (16:12) für die Zebras beim Seitenwechsel nur die logische Konsequenz der hohen Trefferquote der Gastgeber.



Im zweiten Durchgang hielten die Gäste beharrlich an ihrer Taktik fest und wurden binnen zehn Minuten dafür belohnt. Als Giona Dobrani den Treffer zum 18:18 (39.) erzielte, hatten die Zweibrücker durch einen 6:2-Lauf den Rückstand egalisiert. Ab dann lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Von nun an gaben Kleinigkeiten den Ausschlag. Die Illtaler waren in dieser Phase die abgeklärtere Mannschaft. Während die 64er zwei Strafwürfe und zwei Großchancen liegen ließen, verwandelten die Gastgeber ihre Torgelegenheiten besser. Zwei Minuten vor dem Ende führten sie mit 30:27 und sahen schon wie der sichere Sieger aus. Doch SV-Trainer Bullacher stellte auf offene Manndeckung um und seine Schützlinge eroberten tatsächlich noch dreimal den Ball und hatten 20 Sekunden vor dem Schlusspfiff die Chance auf den Ausgleich. Der beste SV-Spieler Tim Schaller übernahm die Verantwortung, doch sein Ball zischte Millimeter am Gehäuse der Handballfreunde vorbei. So jubelten die Hausherren nach einem tollen Handballspiel über einen glücklichen Derbysieg.

Bullacher war nach der Niederlage nur über das Ergebnis traurig, mit dem Auftritt seiner Jungs war er aber sehr zufrieden: „Wir haben heute unter widrigen Umständen ein ganz starkes Spiel gezeigt. So ein Derby vor einer solchen Kulisse kannst du nur gewinnen, wenn alles super passt“, betonte Bullacher. Letztendlich seien die Tatsache, dass der SV Benni Zellmer, Christopher Huber und Till Wöschler krankheitsbedingt nur sporadisch einsetzen konnte, drei vergebene Siebenmeter und lediglich fünf gehaltene Bälle eine zu große Hypothek gewesen. Das letzte Spiel des Jahres bestreiten die Zweibrücker Löwen am kommenden Samstag bei der VTV Mundenheim. Diese Begegnung ist schon das erste Spiel der Rückrunde. Danach haben die Zweibrücker, bedingt durch die Heim-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark, bis zum 20.Januar eine Handballpause.