| 23:31 Uhr

Handball-Oberliga
SV 64 besiegt den Auswärtsfluch

Giona Dobrani erzielte am Samstag seine ersten beiden Treffer für das Oberligateam des SV 64 Zweibrücken.
Giona Dobrani erzielte am Samstag seine ersten beiden Treffer für das Oberligateam des SV 64 Zweibrücken. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Friesenheim. Handball-Oberliga: Die Zweibrücker lassen der TSG Friesenheim II beim 43:20 nicht den Hauch einer Chance.

Regelrecht düpiert haben die Oberligahandballer des SV 64 Zweibrücken die TSG Friesenheim II. Mit dem deutlichen 43:20 (19:9)-Erfolg legte das Team von Trainer Stefan Bullacher zugleich Auswärtskomplex ab. Vor fünf Monaten war den 64ern, inklusive aller Vorbereitungsspiele, in Worms der letzte Sieg in fremder Halle gelungen.

In den ersten Minuten war den Gästen aus der Westpfalz allerdings noch deutlich ihre Verunsicherung anzumerken. Die Niederlagenserie in Auswärtspartien hatte sichtlich Spuren am dem Selbstbewusstsein der jungen Zweibrücker Truppe hinterlassen. Aber schon zu Beginn spürten die Zuschauer im TSG-Sportzentrum, dass der SV mit einer kämpferischen Einstellung in die Vorderpfalz gereist war. Lautstark dirigierten die beiden Abwehrchefs Benni Zellmer und Tom Grieser ihre Deckung. Die 3:2:1-Abwehr stand sicher und Torwart Julien Santarini war direkt mit zwei Paraden auf seinem Posten. Nach ausgeglichenem Start und einer zwischenzeitlich knappen 4:3-Führung holten sich die 64er durch ihre engagierte Deckungsarbeit auch immer mehr Sicherheit für ihr Angriffsspiel. Konsequent hielten sie das Tempo hoch und verwerteten ihre Ballgewinne durch schnelle Gegenstoßtore. Kontinuierlich setzten sich die Zweibrücker ab, sodass Friesenheims Trainer Uli Spettmann nach einer Viertelstunde (4:8) die Reißleine zog und versuchte, seine Schützlinge in einer Auszeit neu einzustellen. Doch der Effekt verpuffte. Bei den Hausherren rieb sich die unermüdlich kämpfende Offensiv-Achse mit Spielmacher Timm Seifried und Kreisläufer Erik Hannes an der kompromisslosen Deckung der Löwen auf. Der sonst torgefährliche Joshua Brahm blieb im linken Rückraum blass und konnte nicht für die nötige Entlastung im Angriff sorgen. Bullacher beorderte indes mit Wöschler, Majbik und Huber einen frischen Rückraumblock auf das Parkett – und das Trio machte nahtlos dort weiter, wo ihre Vorgänger aufhörten. Mit einem richtig guten Auswärtsspiel. Über 12:6 (20.) und 16:9 (25.) erarbeiteten sich die Gäste bis zur Pause ein komfortables Zehn-Punkte-Polster. Debütant Philipp Baus erzielte mit dem Halbzeitpfiff sein erstes Tor bei den Oberligaherren. „Wir haben den Grundstein zum Erfolg bereits in der ersten Hälfte durch eine geschlossene Teamleistung gelegt. Darauf bin ich wirklich stolz. Die Jungs sind für ihren tollen Einsatz unter der Woche belohnt worden“, wollte der Zweibrücker Übungsleiter keinen Spieler einzeln herausheben, stellte das Kollektiv in den Vordergrund.

Nach dem Seitenwechsel ersetzte Benni Berz den gut haltenden Santarini im Tor. Auch bei ihm sollte ein festsitzender Knoten platzen. Berz wuchs in den 30 Minuten über sich hinaus, nagelte das Gehäuse mit 15 Paraden förmlich zu und leitete damit eine Vielzahl an schnellen Gegenangriffen des SV 64 ein. Immer wieder tauchten die flinken Zweibrücker bei Tempogegenstößen völlig frei vor dem Schlussmann der Eulen, Leon Hoblaj auf, der durch tolle Paraden noch Schlimmeres verhindern konnte. Trotzdem konnte auch er den Sturmlauf der 64er nicht aufhalten, die sich bis zur 48. Minute auf einen 20-Tore-Vorsprung absetzten.



Ab dann schickte Trainer Stefan Bullacher bis auf den 21-jährigen Keeper Berz eine reine U-20-Mannschaft aufs Feld. Auf der rechten Außenbahn machte Linkshänder Philipp Baus mit fünf blitzsauberen Toren auf sich aufmerksam. Und auch Giona Dobrani erzielte auf dem linken Flügel seine ersten beiden Treffer bei der Ersten. Am Ende siegten die Zweibrücker völlig verdient. „Ich habe mich vor allem für Giona und Philipp riesig gefreut. Das sind beide zwei ganz fleißige, talentierte und sympathische Jungs, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen“, erteilte Bullacher nach dem Spiel noch ein Sonderlob an seine beiden Youngster. Nächste Woche tritt sein Team dann wieder auswärts in Vallendar an.