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Handball-Oberliga
SV 64 verliert „Skandalspiel“ in Mülheim

 Die SV 64-Spieler Tom Grieser (im Bild) und Till Wöschler mussten in Mülheim mit Rot vom Feld.
Die SV 64-Spieler Tom Grieser (im Bild) und Till Wöschler mussten in Mülheim mit Rot vom Feld. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Trainer Stefan Bullacher hadert nach 25:26 in Mülheim mit vielen Fehlentscheidungen der Schiris. Von Roman Kuhn

Auch zwei Tage nach der unnötigen Niederlage des SV 64 Zweibrücken beim TV Mülheim war der Groll von Stefan Bullacher immer noch nicht verflogen. „Es ist wirklich schwierig, nach so einem Erlebnis die Balance zwischen dem nötigen Respekt für den Sieger und der tief empfundenen Ungerechtigkeit gegenüber meinen Jungs zu finden“, rang der sonst so besonnene Trainer nach den passenden Worten. Er musste am Samstag zusehen, wie seine Mannschaft überraschend beim Tabellenneunten mit 25:26 unterlag. Dabei haderten die Zweibrücker Löwen vor allem mit der Leistung des Schiedsrichtergespanns Jochen Bentz und Ralf Weiler von der HSG Eckbachtal/TSV Kandel.

„Ich habe mir das Spiel noch einmal auf Video angeschaut. Wir wurden durch mehr als 20 Fehlentscheidungen benachteiligt. Das ist völlig inakzeptabel“, analysierte der A-Lizenzinhaber und bestätigte, dass er einen entsprechenden Videozusammenschnitt an die zuständigen Schiedsrichterstellen geschickt hat, der auch mit großem Verständnis für die 64er zur Kenntnis genommen worden sei.



Dabei fanden die Gäste im gesamten ersten Durchgang gut ins Spiel. Die 3:2:1-Deckung stand sicher und ließ den Angreifern des TV Mülheim kaum Raum, sich zu entfalten. Lediglich acht Tore gelangen dem Team des Toptorschützen Max Zerwas in den ersten 30 Minuten. Die SV-Abwehr machte genau dort weiter, wo sich vor Wochenfrist gegen die HSG Bingen aufgehört hatte – „mit einer bärenstarken Leistung“. Durch die entsprechenden Ballgewinne wurde das schnelle Umschaltspiel der Saarpfälzer angekurbelt und auch im Angriff fanden Tim Schaller & Co immer wieder die richtigen Lücken, um zu Torerfolgen zu kommen. Über 3:1 (5.), 6:3 (12.) und 11:7 (24.) steuerten die Zweibrücker einer beruhigenden 13:8-Halbzeitführung entgegen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die 64er auf 16:10 (33.). Doch dann sollte das Unheil seinen Lauf nehmen. In den verbleibenden 27 Spielminuten habe das Schiedsrichtergespann eine folgenschwere Kurskorrektur vorgenommen. Sage und schreibe acht Zeitstrafen und daraus resultierende zwei Rote Karten gegen Tom Grieser und Till Wöschler brachten die Zweibrücker in ständiger Unterzahl aus der Erfolgsspur. Hinzu kamen folgenschwere Fehlpfiffe bei der Schrittregel, Zweimalregel, Vorteilsauslegung und bei Freiwürfen. Stück für Stück verloren die Gäste die Spielkontrolle. Und so kam es, wie es kommen musste. Mülheim holte Tor um Tor auf – und mit dem letzten Wurf der Begegnung trafen die Hausherren in Person von Goalgetter Max Zerwas in der Schlusssekunde zum viel umjubelten 26:25-Siegtreffer. Bester Spieler im Team von Trainer Stefan Bullacher war der zehnfache Torschütze Tim Schaller.

Durch die Niederlage sind die Chancen auf die Vizemeisterschaft für die Zweibrücker in weite Ferne gerückt. Der SV 64 wurde von der HF Illtal in der Tabelle überholt. Trainer Bullacher blickt allerdings schon wieder positiv in die Zukunft: „Wir haben noch fünf Spiele und werden uns jetzt unsere tolle Saison nicht von so einem Skandalspiel kaputt machen lassen. Am Samstag kommt mit Eckbachtal ein Gegner, bei dem wir noch etwas gut zu machen haben“, will der SV-Coach schnellstmöglich wieder zur Normalität zurück finden.