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Handball-Oberliga
Eine Herausforderung für den Spitzenreiter

 Auf harte Gegenwehr muss sich der SV 64 Zweibrücken um Marc-Robin Eisel am Samstag gegen Kastellaun einstellen.
Auf harte Gegenwehr muss sich der SV 64 Zweibrücken um Marc-Robin Eisel am Samstag gegen Kastellaun einstellen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken . Handball-Oberliga: SV 64 Zweibrücken empfängt Kastellaun/Simmern, Frauenteam will Favoriten aus dem Hunsrück Paroli bieten. Von Roman Kuhn

Vor einer „echten Herausforderung“ sieht Stefan Bullacher seine Mannschaft. Am Samstag empfangen die Handballer des SV 64 Zweibrücken um 18 Uhr die ambitionierte HSG Kastellaun/Simmern in der Ignaz-Roth-Halle. Vor diesem Gegner hat der Trainer des Tabellenführers großen Respekt. „Kastellaun ist in der RPS-Oberliga eines der körperlich stärksten Teams. Dadurch stellen sie in der Defensive eine fast unüberwindbare Abwehrmauer. Sie nutzen durch ihr schnelles Tempospiel jeden Fehler ihrer Gegner gnadenlos aus“, beschreibt Bullacher die Stärken der HSG.

Bereits vor Saisonbeginn ließ die Spielgemeinschaft aus dem Hunsrück mit der Verpflichtung von Rückraumspieler Daniel Zoureck aufhorchen. Der 2,06 Meter große und wurfgewaltige ehemalige tschechische Junioren-Nationalspieler komplettiert bei den Gästen ein international erfahrenes Ensemble. Zoureck, der als Handballprofi bei Empor Rostock und mit der SG Leutershausen in der 2. und 3. Bundesliga spielte, soll bei der HSG die Lücke von Torjäger Hendrik Walb schließen. Neben dem Tschechen kann sich das Team des serbischen Spielertrainers Dejan Dobardzijev auch auf die Stärken des litauischen Ex-Nationalspielers Andrius Zigelis und des ehemaligen tunesischen Juniorennationalspielers Abdelaziz Helaoui verlassen. Auf der Spielmacherposition zieht Rückkehrer Laszlo Gilanyi die Fäden. Nach zwei Siegen gegen Mundenheim und Dansenberg sowie zwei Auswärtsniederlagen bei den Spitzenteams aus Saulheim und Illtal reiht sich Kastellaun mit 4:4 Punkten in die ausgeglichene Oberligakonkurrenz ein.

Derweil hat SV-Trainer Stefan Bullacher nach dem Heimspiel gegen den HC Dillingen/Diefflen, das mit 1000 Zuschauern zum besonderen Event wurde, ein paar personelle Sorgen. Abwehrchef Tom Grieser musste unter der Woche wegen einer Schleimbeutelentzündung ebenso passen wie Flügelspieler Tobias Alt, der sich nach seiner Fußverletzung erst wieder im Aufbautraining befindet. Benni Zellmer fehlte die komplette Woche aus beruflichen Gründen. Zellmer wird aber am Samstag spielen können, während sich der Einsatz von Grieser und Alt erst am Spieltag selbst entscheidet. „Wir brauchen Konzentration und Qualität, um die beiden Punkten in Zweibrücken zu behalten“, erklärt Stefan Bullacher. Dennoch geht der A-Lizenzinhaber optimistisch in das Spiel, denn seine Schützlingen sind aktuell gut drauf und versprühen nach vier Siegen aus vier Spielen viel Selbstvertrauen.



Direkt nach dem Herrenspiel empfangen die SV-Frauen um 20 Uhr die HSG Hunsrück. Die Gäste spielen zwar erst seit vier Jahren in der Oberliga, gehören aber dennoch zum Favoritenkreis im Kampf um die vorderen Plätze. Anders als die Handballerinnen aus der Rosenstadt musste sich die HSG in ihrem ersten Heimspiel gegen die FSG Arzheim/Moselweis geschlagen geben. Allerdings sind die Gäste keineswegs zu unterschätzen. Zweimal stand zuletzt die Vizemeisterschaft zu Buche. Und die HSG wird auch in dieser Saison wieder in der Spitzengruppe erwartet.

Trotz der angekündigten Veränderung, konnte das Team mit fast unverändertem Kader die neue Saison antreten. Lediglich auf der Trainerbank gab es einen Wechsel. Statt Sascha Burg wird die Damenmannschaft der HSG nun von der ehemaligen Bundesligaspielerin Franzi Gracia gecoacht. „Hunsrück ist auf jeden Fall ein anderes Kaliber als Budenheim letzte Woche. Der Rückraum rund um Dunja Jost und Melissa Gräber ist brandgefährlich und sie haben auf allen Positionen topgefährliche Schützen“, sagt SV 64-Trainer Rüdiger Lydorf.

Der Zweibrücker Übungsleiter sieht die HSG zwar in der Favoritenrolle, doch seine Schützlinge haben bereits gegen Kandel gezeigt, dass sie spielerisch und kämpferisch gegen Topmannschaften bestehen können. „Da kommt ein hartes Stück Arbeit auf meine Mädels zu. Die HSG hat ein sehr starkes Umschaltspiel, das wir unterbinden müssen. Das wird nicht leicht. Wir brauchen eine sehr gute Leistung, um die beiden Punkte in Zweibrücken zu behalten“, betont Lydorf.

Personell müssen die Löwinnen auf Linksaußen Laura Zägel verzichten. Hinter dem Einsatz von Linkshänderin Lara Schlicker steht aufgrund ihrer Verletzung am Ohr noch ein Fragezeichen. Rechtsaußen Kimberly Pfeiffer ist aus dem Urlaub zurück. „Wichtig ist natürlich auch die Unterstützung unserer Zuschauer. Aufgrund des Heimspieltages hoffen wir, dass noch einige nach dem Herrenspiel in der Halle bleiben.“