| 22:38 Uhr

Jugendbundesliga
Mit unbändigem Willen zum Sieg

SV 64-A-Junior Philipp Baus (rechts) hatte durch seine sechs Treffer entscheidenden Anteil am nächsten Heimerfolg gegen die JSG Echaz-Erms.
SV 64-A-Junior Philipp Baus (rechts) hatte durch seine sechs Treffer entscheidenden Anteil am nächsten Heimerfolg gegen die JSG Echaz-Erms. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Bundesliga: A-Jugend des SV 64 Zweibrücken bleibt nach 30:27 gegen Echaz-Erms an der Tabellenspitze.

Selbst kneifen müssen sich die Spieler und Verantwortlichen der A-Junioren des SV 64 Zweibrücken. Um sicher zu sein, dass sie nicht in einem Traum gelandet sind. Nach dem fünften Sieg im fünften Saisonspiel bleibt das Team punktgleich mit dem Erstliganachwuchs der Rhein-Neckar-Löwen und des TVB Stuttgarts sensationell an der Spitze der Jugendbundesliga. Am Samstag setzten sich die Jungs von Trainer Klaus Peter Weinert in einer hochklassigen Partie gegen die JSG Echaz-Erms mit 30:27 (15:12) durch. Dabei glänzten vor allem der zehnfache Torschütze Philipp Meiser und Kapitän Sebastian Meister, der ebenso wie Philipp Baus sechs Mal traf.

Dass die SV-Junioren in der Bundesliga aktuell für Furore sorgen, hat sich scheinbar rumgesprochen. Diesmal kamen stattliche 300 Zuschauer in die Ignaz-Roth-Halle, um die Junglöwen in ihrem zweiten Heimspiel in Folge zu unterstützen. Doch der Start in die Begegnung war nicht unbedingt nach dem Geschmack der saarpfälzischen Fangemeinde. Nach ausgeglichenem Beginn übernahmen die Gäste aus Württemberg das Kommando. In Person von Niklas Grote und Marvin Thumm, die am Ende der Partie zusammen sagenhafte 18 Treffer erzielten, fand die JSG Echaz-Erms immer wieder die Lücke im Zweibrücker Deckungsverband. Auf der anderen Seite verteidigten die Schwaben vor allem das Zweibrücker Zusammenspiel von Felix Dettinger und Kreisläufer Sebastian Meister erfolgreich. Damit war das SV-Erfolgsduo der letzten Spiele quasi lahm gelegt.

So taten sich die 64er schwer, Tore zu erzielen und sahen sich nach zwanzig Minuten einem 5:9 Rückstand gegenüber. Doch die Konzentration der JSG auf ihr Abwehrzentrum eröffnete den Gastgebern größere Freiräume auf den Außenbahnen und Halbpositionen. Allen voran setzten Meiser und Baus auf der rechten Angriffsseite die Signale zur erfolgreichen Aufholjagd. Durch einen fulminanten 10:3-Lauf, zu dem Meiser und Baus je vier Treffer beisteuerten, drehten die Gastgeber das Spiel. Sie führten zur Pause mit 15:12. „Wir haben in der Anfangsphase überhaupt nicht zu unserem Matchplan gefunden. Das lag vor allem daran, dass Nico Müller und Johannes Knoll unter der Woche nicht trainieren konnten und angeschlagen ins Spiel gehen mussten. Echaz-Erms war gut auf uns vorbereitet. Das spielt in der Bundesliga eine entscheidende Rolle“, hatte der Zweibrücker Übungsleiter eine einfache Erklärung für den holprigen Start in die Begegnung.



Nach dem Seitenwechsel begegneten sich beide Mannschaften nahezu auf Augenhöhe. Kleinigkeiten beeinflussten den Spielverlauf, der sich in Sachen Spannung und Dramatik bis zum Schlussviertel noch einmal deutlich steigern sollte. In der 45. Minute (20:20) hatten die Gäste den Drei-Tore-Rückstand wieder wettgemacht. Nun waren es die beiden Topangreifer Grote und Thumm aufseiten der JSG, und Philipp Meiser sowie Sebastian Meister bei den Hausherren, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Als noch neunzig Sekunden auf der Uhr standen (28:27), musste SV-Abwehrspezialist Nico Müller mit einer Zeitstrafe auf die Bank, sein Team in Unterzahl zu Ende spielen. Und wieder war es Kapitän Sebastian Meister, der sich am Kreis gegen zwei Verteidiger durchsetzte und wenige Sekunden vor Schluss das entscheidende Tor zum 29:27 erzielte. Baus traf sogar noch zum 30:27. Weinert sah nach dem Spiel den unbändigen Willen seines Teams als Grundlage zum Sieg: „Ich muss ehrlich zugeben, dass das Spiel auch hätte anders ausgehen können. In den Schlussminuten war das Glück auf unserer Seite und meine Jungs haben den Sieg einfach mehr gewollt.“