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Handball: Balingen und Saarlouis wollen einstweilige Verfügung

Balingen. Mit der Bundesliga-Lizenz für den wirtschaftlich schwer angeschlagenen HSV wollen sich einige Vereine wie auch der Ligaverband HBL nicht abfinden. Jetzt werden einstweilige Verfügungen gegen das Urteil angestrebt. Agentur

Die Erteilung der Lizenz in dritter Instanz für den Handball-Bundesligisten HSV Hamburg schlägt weiter hohe Wellen. Bundesliga-Absteiger Balingen-Weilstetten zieht vor Gericht, um eine einstweilige Verfügung gegen das Urteil des Schiedsgerichts zu erwirken. Dieses hatte am Mittwoch den Ligaverband HBL beauftragt, dem HSV doch noch die Spielgenehmigung für die Bundesliga zu erteilen. Die sportlich abgestiegene Mannschaft von Balingen-Weilstetten wäre durch die Verweigerung der Lizenz für den HSV in der Bundesliga geblieben. Der Club von der Schwäbischen Alb kämpft nun am grünen Tisch um den Verbleib im Oberhaus.

Auch die HG Saarlouis, die nach dem Urteil aus der 2. Liga fällt, will wie der HBW beim zuständigen ordentlichen Gericht in Dortmund eine einstweilige Verfügung beantragen. Beide Clubs hatten in den vergangenen fünf Wochen ihre Planungen für eine weitere Saison in den bisherigen Klassen vorangetrieben.

HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser kritisierte die Vorgehensweise der HSV-Führung erneut. "Das, was wir jetzt an Ärger und Aufwand erleben, hätten wir uns bei entsprechender Vorarbeit durch den Club sparen können. Es ist ja nicht so, dass die Granden des HSV urplötzlich mit der Situation konfrontiert wurden", betonte Kaiser in einem Interview. Sowohl die Lizenzierungskommission des Ligaverbandes wie auch das HBL-Präsidium hatten dem Champions-League-Sieger des Vorjahres wegen fehlender Wirtschaftlichkeit die Lizenz verweigert.

Das Ergebnis der HBL-Prüfungen sei den Hamburgern lange bekannt gewesen, betonte Kaiser. Seit Mitte April hätte es intensiven persönlichen und schriftlichen Austausch mit dem Club gegeben. "Wir haben frühzeitig auf die Konsequenzen hingewiesen, die durch die beträchtliche Liquiditätslücke bestehen und darauf gedrungen, diese zu schließen. Leider ist bis heute substanziell wenig passiert", sagte Kaiser. Er hob hervor, dass das Lizenzierungsverfahren zeitgemäß und effektiv sei.