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Handball
VTZ verliert trotz guter Hälfte in Konstanz

Der mit 2,17 Meter hühnenhafte VTZ-Torwart Sven Mevissen war auch gegen die HSG Konstanz stark.
Der mit 2,17 Meter hühnenhafte VTZ-Torwart Sven Mevissen war auch gegen die HSG Konstanz stark. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken/Konstanz. Der Anfang stimmte, das Ergebnis nicht: Nach dem 22:29 in Konstanz wird die Luft für die VTZ Saarpfalz langsam dünn. In zwei Wochen geht es weiter. Von Jadran Pesic

Nichts wurde es aus der erhofften zweiten Überraschung binnen weniger Tage: Die VTZ Saarpfalz verliert beim Zweitligaabsteiger HSG Konstanz nach guten ersten 30 Spielminuten mit 29:22 (13:11) (wir berichteten kurz). Vor allem die vielen einfachen Ballverluste brachen dem Liganeuling in der zweiten Hälfte das Genick. Bester Zweibrücker an diesem Abend vor erneut Torhüter Sven Mevissen, der eine gute Vorstellung bot. „Der Unterschied heute war aus meiner Sicht die Geduld. Wir haben der HSG zu viele Bälle einfach in die Hände gespielt“, ärgerte sich VTZ-Coach Danijel Grgic nach der Partie. Aber auch viel Gutes sah der ehemalige kroatische Nationalspieler, leider nur in Halbzeit eins. „Die erste Hälfte war mehr als okay. Wir haben aber heute Probleme gehabt, konzentriert zu bleiben und das zu machen, was abgesprochen war“, sagte Grgic. Seine Jungs zeigten gerade in der ersten Hälfte eine mehr als ordentliche Vorstellung. Aus einer guten 6:0-Abwehr konnten sie sich immer wieder Bälle erkämpfen, ohne diese Ballgewinne direkt in Tore umzumünzen. Die Gegenstöße und zweiten Wellen der Saarpfälzer wurden von den Gastgebern gut unterbunden.

Im Angriff zeigten sich die Rosenstädter aber sehr diszipliniert und spielten lange Angriffe. Geduldig wurden die Torchancen gesucht, was gegen die Mannschaft von HSG-Trainer Daniel Eblen gerade in der Anfangsphase gut funktionierte. Bis zum 7:7 (18.) ging Grgics Matchplan auch voll auf. Dann aber erarbeitete sich der Favorit langsam erste Vorteile und ging nach drei Treffern von HSG-Rechtsaußen Fabian Maier-Hasselmann mit 10:7 (24.) in Front. In dieser Phase fanden die Zweibrücker kaum mehr eine Lücke in der guten Deckung der Gastgeber. Vor allem den bisher besten Goalgetter der VTZ, Rückraumspieler Tom Paetow, hatte die Eblen-Sieben sehr gut im Griff. Da in dieser Phase auch seine Mitspieler nur für wenig Gefahr bei HSG-Keeper Simon Tölke sorgten, versuchte es Paetow ein ums andere Mal über den Rückraum – leider ohne Erfolg. Weil aber gleichzeitig auch die Gastgeber ihre Chancen nur bedingt zu nutzen wussten und es nicht schafften, ihre Angriff auf den Punkt zu spielen, blieben die Zweibrücker in Schlagdistanz. Zur Halbzeit lagen sie nur mit 13:11 in Rückstand. Zu Beginn der zweiten Halbzeit machte sich die HSG Konstanz auf, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Nach sieben gespielten Minuten lagen sie bereits 18:12 (37.) in Front, doch die VTZ zeigte mal wieder, dass sie die Spiele nicht so leicht herschenken will. Nach zwei Treffern von Wetz und einem von Tomas Kraucevicius hatten sie den Rückstand auf 18:15 (39.) verringert. Doch für mehr als diesen Mini-Lauf sollte es nicht mehr reichen. Die HSG erhöhte jetzt das Tempo und zeigte sich im Umschaltspiel gnadenlos effektiv und abgezockt. Grgic versuchte es jetzt immer wieder mit dem siebten Feldspieler, um seinem Rückraum mehr Räume für Abschlüsse gegen die sehr aggressive und bewegliche 6:0-Deckung der Hausherren zu ermöglichen.

Seine Jungs wussten dies aber kaum zu nutzen und erlaubten sich stattdessen jetzt eine Vielzahl einfacher Ballverluste, die sich die HSG nicht nehmen ließ. So konnten sich auch beide HSG-Torhüter, Maximilian Wolf und Simon Tölke, in die Torschützenliste eintragen. Einzig VTZ-Torhüter Sven Mevissen, der insgesamt 13 Bälle entschärfen konnte, war es zu verdanken, dass sich die Niederlage noch in einem halbwegs erträglichen Rahmen hielt. Torhüter Yannic Klöckner hatte die Reise an den Bodensee gar nicht angetreten, weil er sich in Vorbereitungen für sein schriftliches Staatsexamen befindet. Vertreten wurde er durch Philipp Serr, der seiner ehemaligen Mannschaft aushalf und sich für den Notfall bereithielt. Über 24:17 (47.) und 28:20 (57.) sicherte sich der Meisterschaftsfavorit vom Bodensee mit einem auch in der Höhe vollkommen verdienten 29:22-Sieg beide Punkte.



Auch wenn Punkte gegen Konstanz sicherlich nicht eingeplant waren und die Niederlage auch keinen Beinbruch darstellt, müssen die Zweibrücker sich dennoch hinterfragen, wie es immer wieder zu solch schwachen Phasen kommen kann. Problematisch wird es nämlich immer dann, wenn sich die einfachen und unerzwungenen Fehler häufen. In Konstanz erlaubte sich die VTZ alleine in Hälfte zwei elf technische Fehler und Ballverluste. Vielleicht kommt den Zweibrückern ja die etwas mehr als zweiwöchige Pause gerade recht. Am Samstag, 20. Oktober, geht es für die Saarpfälzer auswärts beim HC Oppenweiler/Backnang weiter. Der HC ist schwach in die Runde gestartet und konnte vergangenes Wochenende beim Auswärtssieg in Sandweier die ersten beiden Punkte der Saison bejubeln. Schon früh in der Saison geht es für beide Mannschaften um sehr viel.