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Handball-Oberliga
Grippegeschwächt zum Angstgegner

Keine einfache Aufgabe erwartet Kapitän Philip Wiese (rechts) und die VTZ Saarpfalz in der Handball-Oberliga. Am Samstag gastiert der Tabellenführer in Mundenheim – eine Art Angstgegner der Zweibrücker.
Keine einfache Aufgabe erwartet Kapitän Philip Wiese (rechts) und die VTZ Saarpfalz in der Handball-Oberliga. Am Samstag gastiert der Tabellenführer in Mundenheim – eine Art Angstgegner der Zweibrücker. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Auf die Oberliga-Handballer der VTZ Saarpfalz wartet am Samstagabend eine extrem knifflige Aufgabe. In Mundenheim trifft der Tabellenführer nicht nur auf eine Mannschaft, bei der man seit 2013 nicht mehr gewinnen konnte, sondern muss derzeit auch noch gegen eine Erkältungswelle ankämpfen. Von Jadran Pesic

Ausgerechnet vor den beiden richtungsweisenden Partien auswärts beim VTV Mundenheim und dem Derby gegen den SV 64 Zweibrücken hat die Grippewelle die Oberliga-Handballer der VTZ Saarpfalz erreicht. Wen VTZ-Trainer Danijel Grgic, den es selbst auch erwischt hat und der diese Woche nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen kann, am Samstag ab 19.30 Uhr in Mundenheim auf das Feld schicken kann, wird sich wohl erst kurz vor Spielbeginn zeigen. Dennoch wollen sich die Zweibrücker keineswegs verstecken und den nächsten Schritt in Richtung Dritte Liga machen.

Definitiv fehlen wird die Zweibrücker Nummer eins Yannic Klöckner, der frühestens Mitte nächster Woche wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen wird. Die ganze Hoffnung, zumindest auf der Torhüterposition, ruht jetzt auf Rouven Latz, der die VTZ zum Saisonende in Richtung St. Ingbert verlassen wird. Doch an Motivation mangelt es Latz deswegen nicht. Er verfolgt mit seiner Mannschaft noch große Ziele und will auch schon am Samstag einen Teil dazu beitragen. „Ich gehe die Situation ganz gelassen an, denn ich habe nichts zu verlieren, sondern kann nur gewinnen. Ich werde natürlich alles in meiner Macht stehende tun, um die Abwehr zu festigen und beide Punkte mit nach Zweibrücken zu bringen“, erklärt Latz.

Dennoch ist es für den jungen Goalie, der vor der Saison von der HG Saarlouis in die Rosenstadt gewechselt ist, keine einfache Situation. „Ja, es ist schon ein komisches Gefühl, nach einem Jahr wieder zu gehen, aber was die Motivation angeht, kann ich nur sagen, dass das kein Problem ist, denn wir haben eine geile Mannschaft, mit der ich noch aufsteigen will.“



Der VTV Mundenheim hingegen steht als Absteiger aus der Dritten Liga in dieser Saison auf Rang fünf der Oberliga-RPS. Viele Hochs und Tiefs prägen die Saison der Hornissen, die neben dem SV 64 Zweibrücken den besten Angriff der Liga stellen. Allerdings sieht man mit Blick auf die Tabelle auch die Schwäche der Mannschaft von Marco Tremmel. Mit 579 Gegentoren haben sie eine der schlechtesten Defensivreihen der Liga. Die junge Mannschaft des VTV zeigte sich diese Saison zu wechselhaft, was bisher einer besseren Platzierung im Weg stand. Dennoch waren und sind sie in eigener Halle immer wieder zu bemerkenswerten Leistungen imstande und nur schwer zu besiegen. Vor allem die Handballer der VTZ konnten nur selten etwas Zählbares aus Mundenheim mitbringen. Das letzte Mal, dass ihnen das gelang, war 2013. In dieser Saison feierten die Saarpfälzer am Ende die Meisterschaft der Oberliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Dritte Liga. Trotz der widrigen Umstände sieht Latz der Partie positiv entgegen, auch wenn er um die Schwierigkeit der Aufgabe gegen den VTV Mundenheim weiß. „Wir sind mental stark und wissen, was wir können. Aber das wird eine ganz schwere Aufgabe am Samstag, denn der VTV wird voll dagegenhalten“, erklärt Latz.

Ob die VTZ der Grippewelle trotzen kann, wird sich erst am Samstag zeigen. So oder so behalten sie auch bei einer Niederlage am Samstag alle Trümpfe in der Hand, denn mit aktuell fünf Punkten Vorsprung auf die Verfolger SF Budenheim und die HF Illtal haben sie sich in den vergangenen Wochen ein gutes Polster erarbeitet.

Die eigenen Ambitionen auf den Nichtabstieg sind bei der zweiten Mannschaft der VTZ Saarpfalz mehr oder weniger ad acta gelegt. Dennoch wollen sich die Jungs von Trainer Marek Galla keineswegs ihrem Schicksal ergeben. Es gilt jetzt die verbliebenen Partien zu nutzen und sich mit Anstand aus der Handball-Saarlandliga zu verabschieden. Vor allem die Mannschaften, die noch um den Klassenverbleib kämpfen, müssen gegen die VTZ Saarpfalz II punkten.

Eine davon ist der TV Merchweiler, der sich zwar in den letzten Wochen stabilisiert hat, aber noch nicht gesichert ist. Mit einem Sieg am Sonntag bei der Oberligareserve der VTZ könnte die Mannschaft um Spielertrainer Christian Czernickiewitz einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt unternehmen. Anpfiff der Partie ist um 16 Uhr in der Westpfalzhalle.