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Deutsche Schwimm-Meisterschaft
Gold und Silber für Marlene Hüther

 Erster offener DM-Titel für Marlene Hüther: Die 19-Jährige war gestern über die 100 Lagen nicht zu schlagen.
Erster offener DM-Titel für Marlene Hüther: Die 19-Jährige war gestern über die 100 Lagen nicht zu schlagen. FOTO: picture alliance / dpa / Martin Schutt
Berlin. Wsf-Schwimmerin gewinnt bei Kurzbahnmeisterschaft ersten offenen Titel. Gold über 100, Silber über 200 Meter Lagen.

Überragender Erfolg für Marlene Hüther. An den beiden letzten Tagen der deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Berlin ist die Schwimmerin der Wsf Zweibrücken richtig in Fahrt gekommen. Hatte die 19-Jährige am Donnerstag und Freitag in ihren ersten Rennen den Sprung ins A-Finale, geschweige denn aufs Treppchen, noch verpasst, so sicherte sie sich gestern Nachmittag überraschend Gold über die 100 Meter Lagen – und damit ihren ersten Titel überhaupt bei offenen Meisterschaften. „Das ist ein richtig geiler Erfolg für Marlene“, erklärte der scheidende saarländische Landestrainer Hannes Vitense kurz nach dem Rennen. In dem Wimpernschlagfinale schlug Hüther, die für die SSG Saar-Max-Ritter startete, in 1:00,64 Minuten hauchdünn vor Johanna Roas (SG Stadtwerke München, 1:00,97 min) an und durfte als deutsche Kurzbahnmeisterin aus dem Becken steigen. Hüther blieb in dem starken Rennen eineinhalb Sekunden unter ihrer bisherigen Bestzeit. „Das ist richtig stark“, freute sich Vitense mit seinem Schützling. Schon nach den Vorläufen führte die Dietrichingerin das Feld an, allerdings in 01:02,01 Minuten noch deutlich langsamer als in ihrem Goldrennen.

Bereits am Samstag hatte die Dietrichingerin mit der Silbermedaille über die 200 Meter Lagen aufhorchen lassen. In 2:11,93 Minuten kam die deutsche Vizemeisterin hier an ihre Bestmarke heran. Schon im Vorlauf schlug Hüther als Zweitschnellste an (2:12,92 min). Den Titel über die längere Distanz sicherte sich Alexandra Wenk aus München (2:10,30 min).

Dank der beiden Medaillen über die Lagen-Distanzen konnte Marlene Hüther, die sich neben dem Liebäugeln mit einem Podestplatz in Berlin zum Ziel gesetzt hatte, über alle Strecken ins A-Finale zu kommen, die nicht so starken ersten beiden Rennen gut verkraften. Die Dietrichingerin hatte die angepeilte Medaille über 200 Meter Freistil am Freitagabend noch verpasst: Im 25-Meter-Becken in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle wurde sie Sechste, schlug nach 1:58,46 Minuten an. Gold sicherte Saarlandkader-Kollegin Annika Bruhn (1:55,50 min), die mit Hüther an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken trainiert. In den Vorläufen am Vormittag war Hüther mit 1:58,38 Minuten noch die zweitschnellste Zeit nach Bruhn geschwommen. Bereits am Donnerstag hatte Hüther zum Auftakt auch das A-Finale über 100 Meter Brust knapp verpasst und wurde Neunte (wir berichteten). „So etwas kann immer passieren, wichtig ist es, dass immer eine Weiterentwicklung zu sehen ist“, sagte Hannes Vitense, der mit seinen Schützlingen gleich aus dem Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada nach Berlin gereist war und sich demnach nicht explizit auf die nationalen Titelkämpfe vorbereit hatte. Hüther sei schon dabei, die Grundlagen für die kommende Saison zu legen, in der sie gemeinsam mit Vitense in Neckarsulm trainieren und für den dortigen Verein starten wird. Demnach war auch nicht abzuschätzen, zu was genau Marlene Hüther in Berlin zu leisten im Stande wäre. Allerdings betonte Vitense, dass „ihr immer eine Menge zuzutrauen ist“. Es sei aber nicht immer so einfach plan- und im Wettkampf umsetzbar. „Jedenfalls ist dieses Gold für Marlene ein unfassbarer Erfolg.“