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Sportler-Porträt
Gezielt auf den großen Erfolg hingearbeitet

Zu Hause trainiert Jasmin Glahn auf ihrem Wallach Countdown.
Zu Hause trainiert Jasmin Glahn auf ihrem Wallach Countdown. FOTO: cvw / Cordula von Waldow
Großbundenbach. Nach ihrem starken fünften Platz bei der DM hat für Voltigiererin Jasmin Glahn im nächsten Jahr aber das Studium Priorität. Von Cordula von Waldow

„Es war schon sehr überwältigend“, sagt Jasmin Glahn. Für sie selbst überraschend, kam die 25-jährige Voltigiererin aus Großbundenbach bei der Deutschen Meisterschaft in Elmshorn im Juli auf den überraschenden fünften Platz im Einzelvoltigieren. Dabei war die Saison für Jasmin Glahn, die für den Verein Ingelheim startet, alles andere als rosig gelaufen. „Es gab viele Höhen und Tiefen“, resümiert sie den Wechsel zwischen zwei so unterschiedlichen Pferden wie Verlasspferd Nabucco und Ersatzpferd Poker.

Nachdem sie bei der Landesmeisterschaft in Kurtscheid im Finale gleich zweimal unfreiwillig vom Pferd abgestiegen war – „bei einer Übung, bei der ich noch nie runter gefallen bin“ – feilte sie im Vorbereitungslehrgang zur DM noch einmal an der Kür. Mit dem Ziel, das Finale zu erreichen und eine gute Leistung abzuliefern, startete sie ohne Vorschusslorbeeren eines Landestitels und damit auch ohne Druck von innen oder außen. „Ich wollte einmal zeigen, was ich wirklich turnen kann“, sagt sie über ihre ausgefeilte Athletik mit den hohen Sprüngen auf dem galoppierenden Pferderücken.

Jede Woche trainierte die angehende Ergo-Therapeutin, die in Kaiserslautern studiert, im 130 Kilometer entfernten Ingelheim mit Longenführer Jürgen Köhler. Zusätzlich trainiert sie gemeinsam mit Nachwuchstalent Laura Grim und Mara Marschall, ihrer Partnerin im Doppelvoltigieren, auf dem Wallach Countdown in ihrem Heimatverein Bundenbacherhöhe. Dabei korrigieren sich die Sportlerinnen gegenseitig.



Weil das Voltigiertraining parallel zum Turnen bei der VT Zweibrücken stattfindet, besucht die erfolgreiche Turnerin die Trainingsstunden bei Sonja Rayer eher selten. Auch, wie es mit ihrer Voltigierkarriere weiter geht, steht zurzeit für Jasmin Glahn in den Sternen, weil Jürgen Köhler Ende der Saison bei den Ingelheimern aufhört. „Ich habe viele Möglichkeiten“, ist sich die Bundenbacherin bewusst. Im nächsten Jahr allerdings steht in ihrem Medizinalfach-Studium mit Schwerpunkt Management das erste Staatsexamen an. Dann folge eine praktische Phase, die Glahn zur Weiterbildung in der Pädiatrie und der Neurologie nutzen will. Sie betont: „Das hat im nächsten Jahr absolut Priorität.“ Ihre Zukunft sieht die Bundenbacherin durchaus im Bereich Management.

Sportlich gönnt sie sich nach der DM zunächst einmal eine trainingsfreie Pause, zumal ein Start beim Deutschen Doppelcup im Oktober im Landgestüt wegen eines Anmeldefehlers noch nicht sicher ist. „Meine Familie und meine Freunde freuen sich, wenn ich Zeit für sie habe“, lacht sie.

Sie sei sehr dankbar, dass sie von ihrem Umfeld so verständnisvoll unterstützt werde. „Am Wochenende bin ich auf Turnieren, nach dem Training ist es oft spät abends, bis ich wieder zu Hause bin, zwischendurch lerne ich“, skizziert sie die eingeschränkte Zeit. Umso schöner, jetzt gemeinsam entspannt die lauen Sommerabende zu genießen und Spaß zu haben.