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Futsal stellt Vereine vor Probleme

 Nicht bei allen beliebt: Noch immer gibt es zahlreiche Vorbehalte gegenüber Futsal. Foto: Wille
Nicht bei allen beliebt: Noch immer gibt es zahlreiche Vorbehalte gegenüber Futsal. Foto: Wille FOTO: Wille
Contwig. Das Hallenturnier der B-Klasse West in Contwig haben die Fußballer vom PSV Pirmasens im Endspiel gegen den TV Althornbach gewonnen. Freude kam zwar bei der siegreichen Mannschaft, nicht aber beim Ausrichter SV Wiesbach auf. Viele Absagen, wenige Zuschauer und hohe Schiedsrichterkosten – das Turnier lief nicht rund. Götz Krämer

"In dieser Größenordnung richten wir solch ein Turnier nicht mehr aus", sagt Oliver Gauter. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Holger Arenth findet er es sehr bedenklich, dass bei einer offiziellen Meisterschaft nur zehn der 16 Mannschaften der B-Klasse West mitspielen.

Ein offenes Geheimnis ist für Arenth und Gauter der Grund, warum sechs Mannschaften gar nicht erst in der Contwiger Halle angetreten sind: Futsal. Diese vom Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) geforderte Variante des Hallenfußballs wird von den meisten Vereinen abgelehnt, sagt Gauter.

Finanziell musste der SV Wiesbach zwar "nicht drauflegen", betont Oliver Gauter, aber als Ausrichter hat sich der Verein mehr Einnahmen erhofft. Durch die vielen Absagen waren die Hoffnungen bei den Verantwortlichen schon vor dem Turnier bescheiden. "Es war wie erwartet, aber nicht wie erwünscht", sagt Gauter. Um ein vielfaches höher war der Umsatz, als sein Verein vor wenigen Jahren das Hallenfußballturnier der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land ausgerichtet hat. Bei diesem Fußball- und nicht Futsalturnier haben damals mehr Mannschaften mitgespielt, vor deutlich mehr Zuschauern in der Contwiger Halle.

Futsal lockt weniger Zuschauer als normaler Hallenfußball, das hat Holger Arenth schon bei anderen Turnieren beobachtet. Weil dann am Samstag auch noch sechs Teams und ihre Fans fehlten, war auf der Tribüne in der Contwiger Halle viel Platz und der Umsatz bei Essen und Getränken entsprechend niedrig.

Oliver Gauter findet es nicht sinnvoll, von Seiten des SWFV den Vereinen die Futsalpistole auf die Brust zu setzen. Er will deshalb mit den Verbandsverantwortlichen ein ernstes Gespräch führen. Zumal er auch das sportliche Ziel verfehlt sieht. Der Grundgedanke, durch Futsal das Spiel schneller zu machen, werde zumindest in C- und B-Klassen nicht erreicht. Beim Spiel ohne Bande lande der Ball zu oft im Seitenaus, wodurch genau das Gegenteil, nämlich langsames Spieltempo, erreicht werde.

Während beim normalen Hallenfußball ein Schiedsrichter pro Begegnung reicht, sind beim Futsal immer zwei Schiedsrichter pro Spiel im Einsatz. An jeder Seitenauslinie versucht ein Unparteiischer, immer auf Ballhöhe zu sein. Ob es aber notwendig ist, dass noch ein dritter Schiedsrichter mitkommt, damit nach jedem Spiel gewechselt werden kann, stellt Gauter infrage. Der Vorsitzende des SV Wiesbach findet es zumutbar, dass zwei Schiedsrichter die Hälfte eines Turniers leiten können und dann von zwei neuen Unparteiischen abgelöst werden. Am vergangenen Wochenende waren insgesamt sechs Schiedsrichter im Einsatz, drei davon mit langen Anfahrtswegen aus Dahn und Umgebung. Am Ende des Tages waren die Schiedsrichterkosten von 210 Euro höher als das Startgeld von 135 Euro (15 Euro pro Mannschaft).

Keine finanzielle Zusatzbelastung fürchtet Gauter durch eine defekte Wasserarmatur. Ob der Schaden an einem Sensor vorsätzlich oder durch eine falsche Bedienung verursacht wurde, ist nicht geklärt. Die Kreisverwaltung als Eigentümer der Halle müsse die Reparaturkosten übernehmen, heißt es beim SV Wiesbach . Wenn das nicht so sei, werde der Verein den Schaden über seine Versicherung abwickeln.