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Futsal-Kreismeisterschaft
Futsal und Hallenfußball schließen sich nicht aus

 Der SVN Zweibrücken um Martin Schmitt (links) hat sich in den vergangenen beiden Jahren den Titel bei der Futsal-Kreismeisterschaft gesichert.
Der SVN Zweibrücken um Martin Schmitt (links) hat sich in den vergangenen beiden Jahren den Titel bei der Futsal-Kreismeisterschaft gesichert. FOTO: Marco Wille; www.marcowille.de / Marco Wille
Zweibrücken. 16 Teams kämpfen an diesem Samstag in der Zweibrücker Westpfalzhalle um die Futsal-Kreismeisterschaft. Los geht‘s um 9.30 Uhr mit der Gruppenphase. Titelverteidiger ist der SVN Zweibrücken. Von Svenja Hofer

Die ganz großen Widerstände gegen Futsal sind Geschichte. Zwar würde sich Marco Kochert, Futsal-Beauftragter des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken, das ein oder andere Team mehr bei der Kreismeisterschaft wünschen, bei der Zusammenstellung des Teilnehmerfeldes für die diesjährige Auflage hatte er aber keine großen Probleme. So kämpfen an diesem Samstag ab 9.30 Uhr 16 Clubs aus dem Kreis in der Westpfalzhalle um die Futsalkrone. 15 Mannschaften machen dabei Jagd auf Titelverteidiger SVN Zweibrücken.

„Das 16er-Feld ist gut, damit bin ich zufrieden“, erklärt Kochert, der die Meisterschaft seit sieben Jahren organisiert – und gerade in der Anfangszeit auch schon mal Gefahr lief, das Turnier mangels Teilnehmerzahl absagen zu müssen. In den vergangenen beiden Jahren waren zwar schon 20 (2017) und 18 Teams (2018) am Ball, darunter waren aber auch A-Jugendmannschaften.

Und Marco Kochert weiß, auch, wenn die die Akzeptanz für diese Spielform nach den anfänglich sehr starken Vorbehalten größer geworden ist, gibt es „ schon, gerade bei den Senioren und älteren Aktiven, einige, die lieber den gute alten Hallenfußabll bei Turnieren sehen und spielen wollen“. Das sei für ihn aber auch völlig in Ordnung. „Wer hat auch nicht Bock, diesen traditionellen Hallenfußball zu spielen? Der gehört einfach auch dazu.“



Aber gerade für die jüngere und nachrückende Fußballgeneration sei das Futsalspiel völlig normal, weil die Hallenturneire der Jugend allesamt nach diesen Regeln – mit dem kleineren, schwereren Ball, ohne Bande, mit Handball-Toren, Einkick statt Einwurf, direkten Freistöße und Strafstößen aus sechs Metern sowie den kumulierte Teamstrafen – ausgetragen würden.

Dass Futsal den traditionellen Hallenfußball in naher Zukunft komplett ablösen wird, glaubt Kochert, der seit 2010 die Rolle des Futsal-Beauftragten innehat, nicht. „Das ist schwierig“, betont er. Es gebe gerade bei im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken Turniere wie das der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben oder der Verbandsgemeinde Zweibrüclen-Land, die nach den alten Hallenfußball-Regeln gespielt werden. „Das wollen wir in unserem Kreisausschuss auch nicht verbieten. Das ist Tradition – und die wollen wir auch beibehalten. Futsal und Hallenfußball funktionieren hier nebeneinander.“

Terminlich käme das Turnier der VG Thaleischweiler-Wallhalben, das gleich nach den Weihnachtsfeiertagen stattfindet, der Futsal-Kreismeisterschaft zwar nicht unbedingt entgegen, da nicht alle Teams die Doppelbelastung wollen. „Aber das ist in Ordnung, ich kann das auch verstehen.“

Gerne bei der Futsalmeisterschaft am Start ist der SVN Zweibrücken. Der A-Klasse-Aufsteiger hat sich zuletzt zweimal den Pott geschnappt. Dabei war Trainer Andreas Hergert vor allem von dem Titel vor zwei Jahren absolut überrascht worden. „Ich hätte damals nicht gedacht, dass wir da etwas reißen.“ Trotz der zwei Erfolge gehe seine Mannschaften auch in diesem Jahr wieder ganz gelassen an das Turnier heran: „Einfach zum Spaß und wegen der Freude am Kicken.“ Und die sieht Andreas Hergert beim Futsal durch das Grätschverbot besonders hoch an. „Beim Futsal ist die Verletzungsgefahr ohne das Grätschen in der Halle geringer, da muss ich weniger Angst haben, dass einem meiner Spieler was passiert.“

Denn das könnte die so stark in die A-Klasse gestartete Mannschaft gar nicht gebrauchen. Mit 35 Zählern liegt der Liga-Neuling auf Rang zwei hinterm souveränen Spitzenreiter SV Battweiler. „Damit sind wir super zufrieden. Ich hatte vor der Runde gesagt, wenn wir 40 Punkte holen, reißen wir das Sportheim ab. Jetzt haben wir 35 Punkte und sind Zweiter – wenn wir das bis zum Schluss halten, reißen wir das Clubheim dreimal ab“, sagt Hergert lachend. Wenn sein Team im Freien am Ende irgendwo unter den ersten Fünf stehen würde, „wäre es immer noch eine Hammersaison“. Um die Feierlaune nach dem Aufstieg und der starken Hinrunde nicht zu verlieren, hätte Hergert auch am Samstag nichts gegen den erneuten Titel. Doch sein Team sei etwas schwächer besetzt als im Vorjahr, da einige Jungs verhindert sind. „Aber das kratzt mich wenig. Hauptsache, wir haben Spaß.“

Neben den altbekannten Mannschaften wie dem SVN Zweibrücken, dem TV Althornbach und dem SV Obersimten, die allesamt schon als Sieger aus dem Turnier hervorgingen, ist in diesem Jahr mit der SG Ruppertsweiler auch ein Neuling dabei. In vier Vierergruppen werden die Vorrunden-Begegnungen über jeweils einmal 14 Minuten ausgetragen. Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich für die Viertelfinalspiele, die ab 15.06 Uhr angepfiffen werden. Die Halbfinals folgen ab 16.02 Uhr. Nach dem Spiel um Platz drei (16.30 Uhr) wird der neue Titelträger ab 16.44 Uhr im Finale ermittelt. Der Sieger qualifiziert sich für die Südwestmeisterschaften zu Beginn des kommenden Jahres.