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Fußball-Verbandsliga
„Wir werden alle noch mal Gas geben“

 Rieschweilers Trainer Björn Hüther will seine Mannschaft in der Rückrunde antreiben, um zu seinem Abschied den Klassenverbleib zu sichern.
Rieschweilers Trainer Björn Hüther will seine Mannschaft in der Rückrunde antreiben, um zu seinem Abschied den Klassenverbleib zu sichern. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Rieschweiler. Fußball-Verbandsligist SG Rieschweiler steckt erneut mitten im Abstiegskampf. Trainer Björn Hüther ist aber optimistisch, sich nicht als Absteiger zu verabschieden. Von Svenja Hofer

Für Björn Hüther geht es bei der SG Rieschweiler in den Endspurt. Dabei hätte sich der Trainer des Fußball-Verbandsligisten vor seinem Abschied nach fünf Jahren sicher eine einfachere Saison gewünscht. Doch der 41-Jährige bleibt trotz der bislang mageren Ausbeute – in 18 Spielen sammelte sein Team bei gerade einmal drei Siegen lediglich 14 Punkte – zuversichtlich, den Klassenverbleib auch in diesem Jahr zu schaffen.

„Wir haben sicherlich keine gute Vorrunde gespielt, dafür gab es verschiedene Gründe“, blickt Hüther zurück. Einer davon war sicher das enorme Verletzungspech. „Aber wir haben einfach auch schlechte Phasen gehabt.“ Gerade nach der Umstellung auf den Kunstrasen, die die Rieschweiler eigentlich zu ihrem Vorteil nutzen wollten, habe sich die Mannschaft schwer getan. „Da haben wir zu Recht auch die ein oder andere Klatsche kassiert und gemerkt, dass wir nicht mithalten können, wenn wir in diesen Partien nicht immer 100 Prozent geben“, hadert der SGR-Coach, der aber auch sicher ist, „dass die Klasse so stark ist wie nie“. Daher seien seine Jungs häufiger Mal an ihre Grenzen gekommen. „Klar haben wir zu wenig Punkte“, weiß auch Björn Hüther, dass es als Tabellenvierzehnter am Ende der Runde durchaus eng werden kann. „Aber es ist noch nichts verloren. Ich bin optimistisch. Denn wir kennen die Situation, wir stecken nicht zum ersten Mal drin und ich bin mir sicher, dass wir uns noch mal zusammenraufen werden.“

Zumal seine Mannschaft auch in der Hinrunde – etwa in den Partien gegen den SV Gonsenheim (0:0), FC Speyer (0:0) oder FV Dudenhofen (1:1) – durchaus gezeigt hat, dass sie mit den Spitzenteams der Liga mithalten kann. Seine Mannschaft müsse es aber schaffen, diese Leistung konstant auf den Platz zu bringen. Wie das gelingen kann? „Wir werden eine konzentrierte Vorbereitung durchziehen, können dabei erstmals sechs Wochen komplett auf den Kunstrasen – das wird uns sicher etwas bringen.“ Hoffnung macht dem 41-Jährigen vor dem Trainingsauftakt am 25. Januar auch, dass es um den Kader wieder besser bestellt sein wird. „In der Hinrunde war es in Sachen Verletzungen echt eine Katastrophe“, betont Hüther. „Ich hoffe, dass Steffen Sprau wieder richtig fit wird, das wäre enorm wichtig für uns.“ Daneben kehrt Kai Christian Schleyer nach einem Jahr in der Schweiz zurück. Hüther hofft, dass auch Dennis Becker nach seiner Verletzung mal richtig mitziehen kann, ebenso setzt der SGR-Coach auf die Rückkehr des Langzeitverletzten Luca Brödel. „Das wäre ein Riesengewinn.“ Verstärkung kommt zudem aus der A-Jugend des FK Pirmasens durch Lukas Bißbort. Mit einem baldigen Einsatz von Dylan Sodji, der sich im Hinspiel in Fußgönheim einen Bruch des Sprunggelenks sowie des Wadenbeins zugezogen hatte, rechnet Hüther allerdings nicht. „Wenn er zum Rundenabschluss noch zwei Spiele machen könnte, wäre es optimal.“



Es wären die letzten im Dress der SGR. Denn Sodji wird den Verein zum Saisonende verlassen. Die Mannschaft befindet sich mitten in einem Umbruch. Neben Björn Hüther, der nach fünf Jahren als Trainer bei seinem Heimatverein aufhört und von Dirk Kapitulski abgelöst wird, werden weitere tragende Spieler den Verein verlassen. Frederic Stark und Tobias Leonhard sowie Christoph Stemmler haben bereits ihren Weggang verkündet (wir berichteten).

Probleme, die scheidenden Spieler für die Restsaison nochmal zu motivieren, erwartet Hüther nicht. „Jeder wird noch mal Gas geben. Mir liegt es echt am Herzen, die Mannschaft als Verbandsligist zu übergeben. Auch Freddi, der seit zwölf Jahren hier spielt, wird es so gehen.“ Um dieses Ziel dann auch tatsächlich zu erreichen, fordert Björn Hüther neben der nötigen Leistungsbereitschaft vor allem, die Ruhe zu bewahren. „Wir sind in den vergangenen Spielzeiten gut damit gefahren, nicht nervös zu werden. Ich denke, dass hält der Verein auch dieses Mal so.“ Zumal es für die Rieschweiler von Jahr zu Jahr schwerer werde, in der Verbandsliga zu bestehen, wenn die Mannschaft stets mit Spielern aus unteren Klassen aufgebaut wird. „Das ist überhaupt nichts Negatives, aber man stößt da einfach an Grenzen.“ Doch der SGR-Trainer betont noch einmal, dass er wirklich „optimistisch ist, die Klasse halten zu können. Es bleiben noch genug Spiele.“ Spiele, in denen die Rieschweiler ausreichend Punkte sammeln können, um Björn Hüther einen schönen Abschied zu bescheren. „Es war wirklich eine schöne Zeit hier – und ich werde die Mannschaft noch einmal mit aller Macht darauf einschwören, alles zu geben und sich für die verbleibenden vier Monate nochmal voll und ganz auf den Fußball zu konzentrieren.“ Damit er nach fünf Jahren als Trainer bei seinem Heimatverein mit einem guten Gefühl in die angedachte Fußballpause gehen kann.