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Spielerportrait
Der Einzige ohne Angst vorm Ball

Peter Bruckmann steht auch als 50-Jähriger noch für den Landesligisten SG Bliesgau zwischen den Pfosten.
Peter Bruckmann steht auch als 50-Jähriger noch für den Landesligisten SG Bliesgau zwischen den Pfosten. FOTO: degott
Niedergailbach. Mit 50 Jahren hütet Peter Bruckmann noch das Tor des Landesligisten SG Bliesgau, führt als Vorstand den SV Niedergailbach.

Mit einem Erfolgserlebnis, dem Sieg im Gemeindederby gegen Walsheim (4:3), endete in der vergangenen Woche der Spieltag für Peter Bruckmann. Der Schlussmann hütet auch mit 50 Jahren noch das Tor der SG Bliesgau. Seit 2014 ist er Vorsitzender des SV Niedergailbach, doch schon seit 44 Jahren auf den Sportplätzen zuhause.

„Ich bin ein Auersmacher Bub und meine Oma hat mich als ich Sechsjährigen beim Sportverein angemeldet“, erinnert sich der Familienvater, seit 1995 mit seiner Frau Iris verheiratet und Vater von einer Tochter (17) und einem Sohn (22). Früh stand seine Position im Tor fest. „Im dritten oder vierten Spiel der F-Jugend“, sagt Bruckmann, fehlte der Torwart, sodass er sich spontan entschied dessen Posten zu übernehmen. „Ich war der Einzige, der keine Angst vorm Ball hatte.“ Seither spielt er zwischen den Pfosten. Es folgten alle Jugendmannschaften, ab der C-Jugend alle Auswahlmannschaften, ob Südsaar- oder Saar-Auswahl.

In der U23-Saar-Amateurauswahl feierte er einen von vielen großen Erfolgen. Mit dem Team, trainiert von Günter Noel, erreichte er das Halbfinale des Länderpokals, schied jedoch in Hasborn gegen den späteren Sieger, die Bayernauswahl aus. In dessen Elf spielte der spätere Bayern-Profi Bertram Baierlorzer. Als Jugendspieler hatte Bruckmann immer das Ziel vor Augen, einmal in der ersten Mannschaft des SV Auersmacher, des im Saarland renommierten Vereins zu spielen, aus dem auch der jetzige FC-Köln-Profi und Nationalspieler und Bruckmanns Groß-Cousin Jonas Hector entstammt. Gute 17 Jahre war er alt, als er erstmals das Trikot des damals von Harald Diener trainierten Verbandsligisten tragen durfte. Er blieb trotz guter Angebote seinem Heimatverein treu und feierte dort auch seinen größten sportlichen Erfolg: die Verbandsligameisterschaft (1995) mit Coach Heinz Gorius. Es folgten zwei Jahre Oberliga mit Spielen beispielsweise im Ludwigshafener Südwest-Stadion und der zweimaligen Nominierung in die Saar-Elf des Jahres durch die Trainer der Saar-Oberliga-Vereine. Auch auf dem Betzenberg, wo damals Roman Weidenfeller das Tor der zweiten Mannschaft hütete, kämpfte er mit dem SVA um Punkte.



1997 beendete er seine Laufbahn, wechselte berufsbedingt nach Baden-Württemberg und kehrte, nachdem er im Jahr 2000 sein Haus in Niedergailbach gebaut und sich dem dortigen SV angeschlossen hatte, auf den Platz zurück. In die dortige Bezirksligamannschaft. Der diplomierte Kaufmann hat es immer verstanden Job, Familie und Sport zusammen zu bringen. „In meiner Fußball-Hochzeit habe ich meine Examensarbeit geschrieben, die Diplomarbeit abgegeben“, erzählt Bruckmann. Er wünscht sich, dass auch heute die jungen Spieler, die oftmals Gründe zum Fehlen bei Training und Spiel anführten, intensiver daran arbeiten würden, ihr Leben besser zu koordinieren. Damit sie mehr Zeit für ihr Hobby, das Fußballspielen übrig hätten. Gerade im Mannschaftssport werde soziales Lernen vermittelt, sowohl Durchsetzungsvermögen als auch Unterordnung oder auch Hilfs- und Helfersituationen durchlebt, die in Einzelsportarten nicht notwendig seien.

All diese Erfahrung habe er in die ehrenamtliche Vereinsarbeit mitgenommen, wo er unter dem damaligen Vorsitzenden Thomas Haas als Geschäfts- und Schriftführer begann. Heute teilt er sich die Vorstandsarbeit mit Gerald Bodenstein (Sport) und Peter Vogelgesang (Finanzen). Wichtig sei es, dass Entwicklungen früh erkannt und mit den Mitstreitern die richtigen Weichen gestellt würden. So sei man 2011 in die Spielgemeinschaft mit dem SV Gersheim und zur neuen Saison noch zusätzlich mit dem TuS Rubenheim und der SG Herbitzheim-Bliesdalheim gegangen, wo er noch zu den festen Größen in der Landesliga Ost auf dem Platz gehört. Eine „never-ending-story“, sagt Bruckmann etwas kleinlaut. Vielleicht noch mit dem ein oder anderen Erfolgserlebnis.