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Interview vor dem Derby
„Ein besonderes Spiel für beide Vereine“

Der FCH-Vorsitzende Herbert Eder blickt optimistisch in die Zukunft.
Der FCH-Vorsitzende Herbert Eder blickt optimistisch in die Zukunft. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Der Vorsitzende des FC Homburg peilt einen Sieg im Saarderby an, und mittelfristig auch den Aufstieg in Liga drei. Von Markus Hagen

Es ist das Fußballderby im Saarland, das in den vergangenen Jahrzehnten die Zuschauermassen ins Waldstadion gelockt hat – unabhängig von der Liga. Mindestens 6000 Zuschauer erwartet der FC Homburg auch zum Regionalliga-Spiel am Samstag, wenn der 1. FC Saarbrücken zu Gast ist. Für die Fans beider Vereine geht es um mehr als die drei Punkte. Wer ist die Nummer eins im Saarfußball? Derzeit liegt Aufsteiger Homburg auf Platz drei, einen Zähler vor dem Meisterschaftsfavoriten, der mit Rang fünf bisher hinter den Erwartungen geblieben ist. Der FCH-Vorsitzende Herbert Eder ist zuversichtlich, dass sein Verein die Punkte behalten wird. Man plane langfristig den Aufstieg in die 3. Liga. Auch ein Grund, weshalb der Verein kürzlich den Vertrag mit Trainer Jürgen Luginger bis 2021 vorzeitig verlängerte.

Herbert Eder, mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Lokalderby des FC Homburg am Samstag gegen den 1. FC Saarbrücken?

Herbert Eder: Für beide Vereine ist es ein ganz besonderes Spiel, erst Recht für beide Fangruppen. Ich gehe von einem offenen Spiel aus, in das Saarbrücken in einer leichten Favoritenrolle hineingeht. Klar wünsche ich mir die drei Punkte für den FC Homburg. Aber in dieser Partie ist alles möglich.



Gibt es einen Ergebnis-Tipp?

Eder: Ich tippe grundsätzlich nicht. Wie gesagt, ein Sieg ist möglich für den FCH. Ansonsten muss ich festhalten, dass es auch im Derby gegen den 1. FC Saarbrücken nur um drei Punkte geht.

Wie wichtig war der jüngste 2:1-Sieg beim SC Freiburg II nach zuvor drei Niederlagen in Folge?

Eder: Der Sieg war hoch verdient. Wir haben an die Leistungen aus unserer Siegesserie von fünf Partien zuvor angeknüpft. Es zeigt sich, dass wir es einfacher haben, wenn der Gegner offensiv mitspielt, wie die Freiburger. Für das Selbstbewusstsein vor dem Duell mit dem 1. FC Saarbrücken waren diese drei Punkte am Samstag sicher wichtig.

Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie im Saarderby am Samstag?

Eder: Der Vorverkauf verlief bisher sehr gut. Alle Sitzplatzkarten sind verkauft. Ich erwarte eine Kulisse von 5500 bis 7000 Zuschauern auf den Rängen.

Wie fällt das bisherige Fazit nach etwa einem Drittel der Saison aus sportlicher Sicht aus?

Eder: Mit Platz drei und 18 Punkten liegen wir klar im Soll, auch wenn wir bei den drei Niederlagen gegen Hoffenheim II, in Dreieich und Zuhause gegen den FSV Frankfurt schon den einen oder anderen Punkt liegen ließen. Trainer Jürgen Luginger hat seinen Kader mit vielen erfahrenen Spielern aus der Regionalliga verstärkt, mit denen wir sicher auch weiterhin viel Freude haben werden.

Langfristig gesehen will der FC Homburg in die 3. Liga aufsteigen. Dieser Schritt soll unter der Trainerregie von Jürgen Luginger gelingen. Sein Vertrag lief bis Ende Juni 2019 und wurde kürzlich bis Juni 2021 verlängert. Warum wurde dieser frühe Zeitpunkt gewählt?

Eder: Wir sind mit der Arbeit unseres Trainers hoch zufrieden und wollen mit dieser vorzeitigen Vertragsverlängerung ein Zeichen setzen. Verein mit Vorstand und Aufsichtsrat sowie Hauptsponsor sind überzeugt, dass wir mit Jürgen Luginger in etwa zwei Jahren schaffen können, in die 3.Fußball-Liga aufzusteigen.

Über die sportlichen Voraussetzungen, diese Klasse erreichen zu können, müssen in Homburg auch die Voraussetzungen für ein drittligataugliches Waldstadion geschaffen werden. Gibt es diesbezüglich schon Gedanken oder genauere Planungen?

Eder: Mit Sicherheit. Es wäre natürlich viel zu spät, wenn man sich erst über das Waldstadion Gedanken machen würde, wenn man kurz vor dem Aufstieg steht. Zurzeit gibt es schon Gespräche mit den entsprechenden Stellen der Stadt Homburg (Die Eigentürmer des Waldstadions ist, Anm. d. Red.) über notwendige Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen. Da sich die Auflagen seitens des DFB für ein Drittliga-Stadion jährlich ändern, ist das auch nicht so einfach. Wie gesagt, die Planungen laufen schon. Aber über Einzelheiten, wann, wie und was verändert werden muss, dazu kann ich noch nichts öffentlich sagen. Dazu gehören auch die Kosten und Finanzierung des Projektes.

Mit der Inbetriebnahme des großen Rasen-Trainingsgeländes hinter dem Waldstadion, das der FCH in Eigenregie und mit finanzieller Hilfe von Hauptsponsor Theis baute, wurde ein erster Schritt für gute Trainingsbedingungen getan. Die Jugendabteilung muss sich aber immer noch den Kunstrasenplatz vor dem Stadion teilen. Für Training auf Naturrasen müssen die Nachwuchsteams der Regionalliga Südwest öfter auf andere Plätze ausweichen. Bekommt die FCH-Jugend auch einen eigenen Rasenplatz?

Eder: Auch hier wollen wir bald eine Lösung finden. Ein weiterer Rasenplatz für unseren Nachwuchs, zudem auch die U 23 gehört, wäre mit Sicherheit sehr wichtig. Wir arbeiten daran. Ob wir unseren eigenen Platz hinter dem Gelände des SV Reiskirchen dazu nach umfangreicher Sanierung nehmen können, wird sich zeigen. (Das vereinseigene Gelände des Ex-Vereins DJK Erbach ist zurzeit an den Hundesportverein Erbach verpachtet. Der Rasenplatz müsste komplett erneuert werden, Anm. d. Red.)

Für das nächste Auswärtsspiel des FC Homburg am Samstag, 6. Oktober, um 14 Uhr bei der Eintracht Stadtallendorf setzt der Verein wieder einen Fanbus ein. Abfahrt ist um 8.45 Uhr auf dem P4-Parkplatz am Waldstadion und um neun Uhr am Homburger Hauptbahnhof. Fahrkarten zum Preis von 18 Uhr gibt es auf der Geschäftsstelle des FC Homburg und an der Fanbude beim Samstagsspiel des FCH gegen den 1. FC Saarbrücken. Mindestens 30 Fans müssen mitfahren, damit der Bus eingesetzt wird.

Das Gespräch führte Markus Hagen

Noch weiter nach oben soll der Weg des FC Homburg, hier Alexander Hahn, in den kommenden Jahren führen.
Noch weiter nach oben soll der Weg des FC Homburg, hier Alexander Hahn, in den kommenden Jahren führen. FOTO: Markus Hagen / Markus hagen