| 20:20 Uhr

Wer ist die Nummer eins?
Vor dem Saarderby recht gelassen

 Jürgen Luginger gibt beim FC Homburg die Richtung vor. In dieser Saison führte der Weg für den Regionalliga-Aufsteiger bislang weit nach oben.
Jürgen Luginger gibt beim FC Homburg die Richtung vor. In dieser Saison führte der Weg für den Regionalliga-Aufsteiger bislang weit nach oben. FOTO: Hagen Markus
Homburg. Derzeit ist der FC Homburg als Regionalliga-Zweiter die Nummer eins im Saarfußball. Das ist aber nicht das oberste Ziel von Trainer Luginger. Von Markus Hagen

Das Spiel der Spiele im Fußball-Saarland steigt an diesem Samstag um 14 Uhr im Hermann-Neuberger Stadion in Völklingen. Dann, wenn der Tabellendritte der Regionalliga Südwest 1. FC Saarbrücken den Zweitplatzierten FC Homburg empfängt. Während der Blau-Schwarzen aus der Landeshauptstadt ihr Saisonziel Meisterschaft und Aufstieg wohl klar verfehlen werden, können die Grün-Weißen um Trainer Jürgen Luginger die Vorgabe „Platz im oberen Tabellendrittel“ weiter nach oben korrigieren, sich nach der Runde womöglich als Nummer eins im Saarland feiern lassen. Der FCH-Coach blickt gelassen, aber auch mit einer gewissen Vorfreude auf das Derby gegen seinen Ex-Club.

Herr Luginger, welche Bedeutung hat das anstehende Saarderby mit dem FCH beim Rivalen 1. FC Saarbrücken für Sie persönlich?

Jürgen Luginger: Derbys sind immer etwas ganz Besonderes. Für die Fans, Vereine und Spieler sind dies Höhepunkte während einer Saison. Ich sehe das etwas anders. Ein Sieg beim 1. FC Saarbrücken wäre natürlich sehr schön für die Anhänger, die Mannschaft und den FC Homburg, aber angesichts der Tatsache, dass wir bereits zweimal in dieser Saison gegen den FCS gespielt haben, ist es ein Punktspiel, das wir gewinnen wollen, wie jede andere Partie auch.



Das Spiel der Hinrunde in der Regionalliga gewann Ihre Elf mit 2:1 im Waldstadion. Im Saarlandpokal in Völklingen zog der FCH mit 1:2 den Kürzeren. Wie sehen Sie die Chancen für den FC Homburg im dritten Aufeinandertreffen am Samstag beim FCS?

Luginger: Ich rechne mit einem total offenen Spiel, das wir gewinnen wollen. Soll heißen: Wir werden uns keinesfalls verstecken, sondern über 90 Minuten unsere Siegchance suchen.

Wie sieht es personell aus? Alexander Hahn musste beim 0:0 gegen den SC Freiburg II mehrfach behandelt werden?

Luginger: Alexander Hahn hatte sich eine starke Hüftprellung zugezogen, biss aber auf die Zähne und spielte durch. Er pausierte nun in dieser Woche zwei Tage beim Training. Ich gehe davon aus, dass er am Samstag wieder spielen kann.

Patrick Lienhard muss dagegen wegen seines Platzverweises pausieren. Denkbar, dass für ihn Christopher Theisen im Mittelfeld Lienhards Position einnimmt und neben Patrick Dulleck entweder Bernd Rosinger oder Konstantinos Neofytos als zweite Sturmspitze aufläuft?

Luginger: Ich werde hier natürlich nicht so viel verraten (lacht). Denkbar wäre es schon, aber mal abwarten, wie wir uns für Samstag entscheiden.

Wie wichtig wäre es für Sie und den FC Homburg am Ende der Saison vor dem 1. FC Saarbrücken zu stehen und womöglich sogar der Vizemeisterschaft die Runde zu beenden?

Luginger: Unser Saisonziel war ein Rang unter den besten sechs Teams der Tabelle. Diese Vorgabe können wir erreichen. An mehr denke ich wirklich noch nicht. Der aktuelle Tabellenplatz zwei ist natürlich super, aber es liegen noch sieben Spiele vor uns – darunter gegen die besten Teams der Liga, wie Saarbrücken, Mannheim, Offenbach und Steinbach.

Richten wir den Blick einmal über die Saison hinaus. Sie betonen oft, dass der Tabellenrang nicht ganz so wichtig sei, sondern viel mehr, dass sich die Mannschaft und der Kader weiter entwickeln. Fortschritte sind durchaus zu erkennen. Wo sehen Sie noch Steigerungspotenzial?

Luginger: Beim Aufbauspiel von hinten heraus und in der Spieleröffnung könnten wir noch schneller nach vorne kommen, schneller kombinieren. Auch in der Effizienz der Ausnutzung unserer Torchancen sehe ich noch Luft nach oben.

Die Personalplanungen laufen auf Hochtouren. Alle Stammspieler haben noch Vertrag für die nächste Saison. Wie sehen die personellen Planungen ansonsten aus?

Luginger: Bis Mitte April haben wir mit den Spielern gesprochen, mit denen wir nicht mehr für die nächste Saison planen. In Sachen Neuzugänge halten wir die Augen offen. Konkrete Gespräche mit möglichen Neuzugängen gab es aber noch nicht. Wir wollen den Kader und unser Aufgebot qualitativ verstärken und suchen für jeden Teil der Mannschaft weitere Spieler.

Das bedeutet positionsbedingt konkret?

Luginger: Einen Innenverteidiger, zwei offensive Mittelfeldspieler und einen Stürmer – mindestens.

Zurück zur laufenden Saison. Bekommen in den letzten Partien auch Spieler eine Einsatzchance, die zuletzt kaum aufliefen, um sich einen Leistungsüberblick außerhalb der Trainingseinheiten zu verschaffen?

Luginger: Klares Nein. Wir werden immer mit der bestmöglichen Mannschaft auflaufen. Änderungen gibt es nur, wenn ein Spieler verletzt, gesperrt oder nicht in Form ist. Eine Einsatzgarantie gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Für alle gilt: In Training und Spiel überzeugen.

Auch in der nächsten Saison beim FCH spielen werden Torwart Eric Höh und Mittelfeldspieler Sven Sökler. Beide zum Saisonende auslaufenden Verträge wurden um ein Jahr verlängert. Höh, der sich vor drei Wochen einen Kreuzbandriss zuzog, gehört als Nummer drei dem Regionalligakader an und ist Stammtorwart im Saarlandligateam. Der 34-jährige Sökler, der seit 2017 in Homburg spielt, wird zwar mit dem Regionalligaaufgebot der Grün-Weißen trainieren, wird aber ausschließlich mit seiner Routine dem Saarlandligateam zur Verfügung stehen.