| 23:50 Uhr

Fußball-Regionalliga
Mehr als eine Pflichtaufgabe

Andreas Knipfer (Zweiter von links) lässt sich nach seinem 1:0-Führungstor gegen den 1. FC Saarbrücken von seinen Teamkollegen Patrick Lienhard (links) und Bernd Rosinger beglückwünschen.
Andreas Knipfer (Zweiter von links) lässt sich nach seinem 1:0-Führungstor gegen den 1. FC Saarbrücken von seinen Teamkollegen Patrick Lienhard (links) und Bernd Rosinger beglückwünschen. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Nach dem Derbysieg gegen den FCS will der FC Homburg nachlegen. Am Samstag steht das Spiel in Stadtallendorf auf dem Spielplan. Von Markus Hagen

Rückblick, Homburger Waldstadion vergangenen Samstag: Es läuft die 46. Spielminute des Saarberbys FC Homburg gegen den 1. FC Saarbrücken. FCH-Stürmer Patrick Dulleck spielt auf der rechten Seite Andreas Knipfer an. Knipfer läuft in den Strafraum und gegen seinen Gewaltschuss hoch unter die Latte zur 1:0-Führung des FC Homburg hat der Saarbrücker Torhüter Daniel Batz keine Abwehrchance.

 Für den 20-jährigen Torschützen des FC Homburg war es beim späteren 2:1-Derbysieg der Grün-Weißen über den Lokalrivalen aus Saarbrücken der erste Einsatz in der Startelf des FCH bei dieser Saison in einem Heimspiel. Das hatte sich Knipfer nach seinem Wechsel zu dieser Runde vom Regionalligateam des 1. FC Nürnberg natürlich ganz anders vorgestellt. In den ersten Wochen war er nicht einmal im 18er-Spieltagaufgebot. „Es ist schon klar, dass man sich irgendwie ärgert, wenn man beim Spiel nicht einmal im Aufgebot steht. Aber man muss halt geduldig sein, noch mehr im Training Gas geben und den Trainer überzeugen, dass man berücksichtigt wird.“ FCH-Trainer Jürgen Luginger bescheinigte dem 20-jährigen defensiven und auch offensiven Außenspieler stets sehr gute Leistungen im Training. „Auf seinen möglichen Positionen hat er aber auch einige Konkurrenz.“ Und ändern wollte Luginger während der fünf Siege in Folge seine Elf auch nicht unbedingt. Knipfer musste weiter warten. Nach drei Niederlagen in Folge bekam er seine erste Chance, auf die er geduldig zehn Spiele größtenteils auf der Tribüne warten musste. Beim 2:1-Auswärtssieg gegen den SC Freiburg II absolvierte Knipfer seine erste Partie in der Startelf für den FC Homburg. Er überzeugte und durfte zum großen Derby gegen den 1. FC Saarbrücken wieder von Beginn an dabei sein. „Das war ein ganz großes Erlebnis für uns Spieler und Fans. 9000 Zuschauer im Homburger Wald­stadion waren eine tolle Kulisse und dann noch der 2:1-Sieg nach einem Klasse-Spiel für uns, was will man mehr?“. Knipfer will nicht vergessen, dass er mit dem 1:0-Treffer den großen Sieg gegen den Lokalrivalen einleitete.

 Nun geht es am heutigen Samstag ab 14 Uhr zum Drittletzten der Tabelle, TSV Eintracht Stadtallendorf. „Über den Sieg gegen den FCS konnte man sich noch ein, zwei Tage freuen. Aber die Saison ist noch lange nicht zu Ende. Es geht weiter und nun müssen wir zeigen, dass wir auch gegen die Teams aus dem Tabellenkeller punkten. Ansonsten war der Sieg über den FCS auch nicht viel wert.“ Stadtallendorf werde sich wohl ganz in der Defensive verstecken. „Das wird daher alles andere als einfach für uns“, erinnert sich Knipfer nur zu ungern an die 0:1-Niederlage des FCH vor vier Wochen beim Schlusslicht SC Hessen Dreieich, als die Homburger keine Lösungen gegen die Abwehrreihen des Aufsteigers fanden.



 Auch Trainer Jürgen Luginger sieht die heutige Partie im Herrenwaldstadion Stadtallendorf unter einem ganz anderen Gesichtspunkt. „Gegen defensiv eingestellte Gegner wie in Dreieich und zu Hause gegen den FSV Frankfurt, fanden wir nur wenige Mittel, uns in der Offensive durchzusetzen. Dies muss uns in Stadtallendorf aber gelingen, um den anvisierten Sieg auch zu holen.“ Nicht nur gegen die Spitzenteams sollen sich seine Spieler von ihrer besten Seite zeigen, sondern auch gegen die Kellerkinder der Regionalliga Südwest. „Es gehört zur professionellen Einstellung, dass man den Sieg über den FCS schnell abhakt und sich ganz auf die Aufgabe Stadtallendorf konzentriert.“ Der FCH-Trainer hofft, dass man heute geduldig aufspielt und sich selbst nicht so unter Druck setzt wie bei den drei Niederlagen in Folge. Nicht dabei sind in Stadtallendorf Gelb/Rot-Sünder Patrick Dulleck sowie die verletzten Kevin Maek, Konstantinos Neofytos und Christian Telch.