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Selbst kicken und pfeifen
„Gut für die Entwicklung der Persönlichkeit“

  Frederic Meyer (19) steht bereits seit fünf Jahren als Schiedsrichter auf dem Platz. Priorität hat allerdings der Einsatz beim TuS Winzeln als Spieler.
Frederic Meyer (19) steht bereits seit fünf Jahren als Schiedsrichter auf dem Platz. Priorität hat allerdings der Einsatz beim TuS Winzeln als Spieler. FOTO: wa / Annette Wrobel
Rieschweiler/Winzeln. Fußball: Frederic Meyer und Luca Lieblang schaffen den Spagat zwischen Spieler und Jung-Schiedsrichter.

Fußball ist das Leben der jungen Schiedsrichter Luca Lieblang und Frederic Meyer. Sie sind nicht nur als Spieler bei ihren Vereinen SG Rieschweiler und TuS Winzeln eine feste Größe. Schiedsrichterobmann Ralf Vollmar setzt ebenfalls auf die beiden 19-Jährigen, die bereits seit Kindesbeinen Gefallen am Schiedsrichterjob finden.

Bereits mit 13 Jahren wollte Luca Lieblang nicht nur auf dem Fußballplatz dem Ball nachjagen, sondern dort auch Verantwortung übernehmen. „Ich habe damals mit einigen Klassenkameraden entschieden, dass dafür das Schiedsrichteramt super wäre. Dies war im Nachhinein die richtige Entscheidung. Diese Funktion hat mir auch viel für meine Persönlichkeitsentwicklung gebracht“, erklärt er und bereut diesen Schritt nicht, auch wenn die Schiedsrichter oftmals die Buhmänner auf dem Platz sind. „Da bin ich aber bisher immer gut rausgekommen. Die Spieler respektieren mich, das liegt wohl auch daran, dass ich selbst spiele“, vermutet er.

So stand er bereits als 14-Jähriger in der Bezirksliga als Linienrichter auf dem Platz, mit 15 pfiff er sein erstes Herrenspiel. „Am Anfang hatte ich da noch etwas Welpenschutz, aber damit ist es schon lange vorbei“, erinnert er sich an seine ersten Einsätze. Den Welpenschutz will er auch gar nicht in Anspruch nehmen, vielmehr möchte er sich durch seine Leistung Anerkennung verschaffen. „Das klappt auch ganz gut. Ich verstehe die Spieler und sie mich“, gibt er sich selbstbewusst. Bei aller Liebe zum Pfeifen liegt sein Schwerpunkt allerdings darauf, selbst zu spielen. Daher ist er nur am spielfreien Tag des Wochenendes der Mann in Schwarz, mit dem Ergebnis, dass das ganze Wochenende dem Fußballplatz gehört.



Genauso geht es auch Frederic Meyer. Bei ihm hat der Einsatz beim TuS Winzeln ebenso Priorität vor der Schiedsrichterei. Zu der kam der 19-Jährige übrigens durch seinen jüngeren Bruder. „Die haben bei den D-Junioren einen Schiri gebraucht, da bin ich eingesprungen“, erinnert er sich. Ein Jahr später, mit 15, bestand er die Prüfung, mittlerweile pfeift er bis zur A-Klasse. Wie sein gleichaltriger Kollege Lieblang möchte auch er sich den Respekt durch gutes Pfeifen verschaffen. „Manchmal kommen zwar Sprüche wie: Lass den, das ist noch ein ganz Junger. Aber das möchte ich nicht“, gesteht er. Und noch eins haben die jungen Schiedsrichter gemeinsam. So langsam nähert sich das Ende der Schulzeit. Luca Lieblang arbeitet an seinem Abitur, bei Frederic Meyer ist es nächstes Jahr soweit. Beruflich werden sie dann vermutlich nicht in Pirmasens bleiben. Fußballspielen wollen sie aber weiterhin. „Mit dem Schiedsrichtern wird es dann wohl nichts mehr werden“, befürchtet Obmann Ralf Vollmar, wodurch seine Sorgen wiederum größer werden.

  Bei seinem ersten Einsatz ist Schiedsrichter Luca Lieblang 13 Jahre alt und damit noch jünger als die C-Junioren beim Spiel Winzeln/Ixheim – Contwig/Battweiler. Der heute 19-Jährige war mit 14 bereits als Linienrichter in der Bezirksliga
Bei seinem ersten Einsatz ist Schiedsrichter Luca Lieblang 13 Jahre alt und damit noch jünger als die C-Junioren beim Spiel Winzeln/Ixheim – Contwig/Battweiler. Der heute 19-Jährige war mit 14 bereits als Linienrichter in der Bezirksliga FOTO: wa / Annette Wrobel