| 00:00 Uhr

Frühen Schock gut verdaut

 Im ersten Spiel nach seiner Rückkehr erzielte Tim Burkholder drei Treffer für den SV 64. Foto: mw/pmz
Im ersten Spiel nach seiner Rückkehr erzielte Tim Burkholder drei Treffer für den SV 64. Foto: mw/pmz FOTO: mw/pmz
Wiesbaden. Überraschend musste A-Jugendtorwart Yannic Klöckner den Kasten des SV 64 im Drittligaspiel in Wiesbaden hüten. Nach knapp zwei Minuten sah Ladi Kovacin Rot. Dennoch setzten sich die Zweibrücker Handballer mit 33:29 durch. Christian Gauf

Gute Ausbeute für die Handballer des SV 64. In drei Auswärtsspielen der 3. Liga West in Serie hat das Team von Trainer Stefan Bullacher mit dem 33:29 (17:14)-Sieg beim Schlusslicht HSG Wiesbaden die Wunschvorgabe von drei Punkten geschafft. Damit schieben sich die Zweibrücker auf den vierten Platz vor.

Nach nur einer Minute und 48 Sekunden verfielen die Zweibrücker jedoch in eine Schockstarre: Die Schiedsrichter verbannten SV64-Keeper Ladi Kovacin mit einer Roten Karte auf die Tribüne. Der frühere slowakische Nationaltorwart war bei einem Tempogegenstoß Wiesbadens herausgelaufen, hatte den Ball ins Seitenaus gespielt. Doch war es dann nicht Kovacin, der mit dem gegenstoßlaufenden Johannes Schumacher zusammenstieß, sondern Florian Enders. Nach der unüberschaubaren Szene disqualifizierten die Schiedsrichter jedoch den Torwart. "Ich fand es sehr fair, dass Schumacher zu den Schiedsrichtern sagte, dass er keine Bestrafung fordere und dass er vom Torwart nicht berührt wurde", lobte Bullacher die nicht "alltägliche und sportlich faire Reaktion". Einfluss auf die Entscheidung des Gespannes hatte dies allerdings nicht.

So kam der große Auftritt von Yannic Klöckner. Der A-Jugendtorwart machte seine Sache ausgezeichnet, schaffte es gemeinsam mit der aggressiven Zweibrücker 3:2:1-Abwehrformation, den Mitaufsteiger in den Griff zu bekommen. Zunächst dominierten allerdings die Gastgeber, die mit 2:0 in Führung gingen. In Unterzahl glichen Aris Wöschler und Jerome Müller zunächst aus. Danach zog die HSG jedoch auf 5:2 weg. Es dauerte etwa zehn Minuten, bis die junge SV-Truppe den Schock verarbeitet hatte. Müller erzielte per Siebenmeter in der zwölften Minute erstmals wieder den Ausgleichstreffer zum 6:6. "Wir haben in dieser Phase einfach nur zu viele klare Torchancen ausgelassen", kritisierte Bullacher sein Team, das mehrfach völlig freistehend am Wiesbadener Keeper Paul Windheim scheiterte. Alleine fünf Tempogegenstöße wurden vergeben, wodurch die Partie spannend blieb. "Rückkehrer" Tim Burkholder in der 29. sowie der starke Rechtsaußen Philipp Hammann wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff sorgten mit ihren Treffern für die erste Drei-Tore-Führung der 64er.

Diese gaben die Gäste nach der Pause nicht mehr aus der Hand. Schnell zogen sie auf 21:15 weg. Nachdem die Zweibrücker auf acht Tore weg waren, folgten einige Nerven strapazierende Minuten. Denn die Wiesbadener agierten nun deutlich offensiver, versuchten damit den Druck auf den Zweibrücker Rückraum zu erhöhen - mit Erfolg. Nachdem die Gastgeber auf 19:25 verkürzten, war es immer wieder Klöckner, der mit seinen Paraden seine Vorderleute aufweckte. Diese legten wieder einen Zwischenspurt hin, zogen binnen fünf Minuten auf 31:22. "Wir haben heute aber wahrlich nicht clever gespielt", sagte Stefan Bullacher. Zahlreiche technische Fehler ließen eine Ergebniskorrektur zu.

Zum Thema:

Auf einen BlickSV 64 Zweibrücken: Kovacin und Klöckner im Tor - Müller 9/3, Zintel 4, Enders 3 - Hammann 6, Zellmer 3 - A. Wöschler 5 - Burkholder 3, Denk, Mathieu.cg