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„Fehlgriffe können wir uns nicht erlauben“

 Adis Herceg startet am 22. Juni beim Fußball-Regionalligisten SVN Zweibrücken mit dem Trainingsauftakt. Foto: Martin Wittenmeier
Adis Herceg startet am 22. Juni beim Fußball-Regionalligisten SVN Zweibrücken mit dem Trainingsauftakt. Foto: Martin Wittenmeier FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Fußball-Regionalligist SVN Zweibrücken hat am Freitag seinen neuen Trainer Adis Herceg offiziell vorgestellt. Der 35-Jährige gebürtige Bosnier tritt damit das Erbe von Peter Rubeck an, der den Verein nach sieben erfolgreichen Jahren Richtung Trier verlassen hat. Werner Kipper,Martin Wittenmeier (beide Merkur)

"Wir werden in der kommenden Saison auf einige routinierte und vornehmlich junge Spieler setzen, die den Verein als Sprungbrett nutzen", ist das Ziel des neuen Trainers des Fußball-Regionalligisten SVN Zweibrücken, Adis Herceg (wir berichteten).

Gut gelaunt, redselig und mit klaren Vorstellungen präsentierte sich der 35- Jährige bei seiner ersten Pressekonferenz am Freitagnachmittag. "Natürlich habe ich mich im Vorfeld über den SVN informiert. Ich wollte wissen, wie der Verein lebt, wie er atmet. Das Team hinter dem Team ist für mich enorm wichtig." Dass ihn in Zweibrücken keine leichte Aufgabe erwartet, ist Adis Herceg bewusst. "Unser Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Mit Vereinen wie Saarbrücken oder Homburg können wir uns nicht vergleichen, aber wir wollen sie ärgern." Personell wird der SVN mit einem neuen Gesicht in die nächste Spielzeit gehen, die Mannschaft wird komplett umgekrempelt. Lediglich zehn Spieler stehen beim Regionalligisten derzeit noch unter Vertrag, auf 20 Mann soll der Kader in den nächsten Wochen aufgestockt werden. Für den 21. Juni ist deshalb ein Probetraining mit ausgewählten Spielern anberaumt. Einen Tag später, um elf Uhr, beginnt dann offiziell das Training. An potenziellen Neuzugängen mangelt es beim SVN nicht, im Gegenteil. "Jeden Tag melden sich Spieler und Berater. Es gab schon über 100 Anfragen." Schnellschüsse wird es dennoch keine geben. "Wir lassen uns Zeit mit der Suche. Fehlgriffe können wir uns bei einem 20-Mann-Kader nicht erlauben", macht Herceg deutlich. Diese Ansprüche sind identisch mit denen von Teammanager Heiner Semar, der sich erst am Samstag mit dem 35-jährigen Trainer in Vogelbach getroffen hat. "Nach dem Gespräch war ich total von dem A-Lizenz-Trainer überzeugt", erklärt Semar. Der bisherige Trainer des baden-württembergischen Oberliga-Vizemeisters TSV Grunbach habe sich als ein "Selfmademan" herauskristallisiert. "Der Inhaber einer Blitzableiterfirma in Karlsruhe ist jemand, der selbst anpackt, der keinen Stab hinter sich braucht", lobt Semar den gebürtigen Bosnier, der seit seinem 24. Lebensjahr als Trainer arbeitet. Bereits mit 21 Jahren hatte er seine Fußball-Karriere beenden müssen. Herceg beschreibt sich selbst als Motivator, einer der die "Spieler packt und mitreißt".

"Wir brauchen nach dem Weggang von Peter Rubeck einen Neuanfang, brauchen neue Gesichter, denn wir müssen eine neue Mannschaft aufbauen", betont Semar. Von der bisherigen Stammbesetzung werde nur etwas mehr als die Hälfte einen neuen Vertrag erhalten, kündigte er an. Zugleich wollte er nicht verschweigen, dass der Verein, der mit seinem Etat in der vergangenen Saison unter den letzten Drei gelegen habe, noch weitere finanzielle Abstriche machen müsse. Bereits am Donnerstag hat Semar weitere Gespräche mit Mihail Dufour und Sayfedine El Khadem vom bisherigen Kader geführt. Zusammen mit den Neuverpflichtungen und Torhüter Frederic Palmstorfer sowie den bisherigen Vertragsverlängerungen hätte der SVN bei erfolgreichen Verhandlungen zwölf Spieler. "Acht Feldspieler müssen wir noch verpflichten", erklärte Heiner Semar kategorisch.

Damit wird ersichtlich, dass der SVN Zweibrücken in seiner zweiten Regionalliga-Saison vor einem erneuten personellen Umbruch steht. Das ist im Westpfalzstadion nichts Neues und ist in der Vergangenheit mit Erfolg gemeistert worden. Auch der neue Trainer Herceg, der sich bei seinem bisherigen Verein mit Spielern aus der Umgebung verstärkt hatte, weiß, dass er an dem siebten Platz seines Vorgängers gemessen wird. "Peter Rubeck hat hier hervorragende Arbeit geleistet." Das Regionalligateam des SVN Zweibrücken für die kommende Saison nimmt weitere Formen an. Abwehrspieler Timo Helfrich und Offensivmann Heraldo Jorrin haben ihre Verträge um jeweils ein Jahr verlängert, teilt der SVN mit. Beide kamen erst im Winter an die Hofenfelsstraße. Mit Thorsten Hodel, Andreas Backmann, Christoph Telch, Daniel Meisenheimer sowie den Neuzugängen Florian Nellec vom FK Pirmasens, Simon Maurer (SC Idar-Oberstein) und Jannik Sommer (Eintracht Frankfurt II) sind die ersten Weichen gestellt.