| 22:23 Uhr

Makellose Bilanz
FCH marschiert Richtung Regionalliga

 Die Spieler des FC Homburg hatten in der laufenden Oberliga-Saison immer Grund zur Freude. Hier bejubeln sie den 3:0-Sieg im Spitzenspiel gegen den FK Pirmasens. Die Siegesserie von 22 Spielen soll im Jahr 2018 fortgeführt werden.
Die Spieler des FC Homburg hatten in der laufenden Oberliga-Saison immer Grund zur Freude. Hier bejubeln sie den 3:0-Sieg im Spitzenspiel gegen den FK Pirmasens. Die Siegesserie von 22 Spielen soll im Jahr 2018 fortgeführt werden. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Der FC Homburg wird seiner Favoritenrolle in der Oberliga gerecht. 22 Siege in 22 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Von Markus Hagen

Das Ziel des Regionalliga-Absteigers FC Homburg für die Saison 2017/18 in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar war klar: Dank der finanziell großzügigen Ausstattung des Hauptsponsors und einem Gesamtetat von 1,7 Millionen Euro konnte nur das Ziel Meisterschaft und damit Rückkehr in die Regionalliga Südwest 2018 ausgegeben werden.

Mit Vollprofis gegen Feierabendspieler ging die FC Homburg in jedes Spiel als klarer Favorit. Nach 22 Spielen kann Homburgs Trainer Jürgen Luginger festhalten: „Es ist schon überragend, was meine Mannschaft Woche für Woche zeigt. Sie steht unter Druck, als Favorit die Punkte zu holen. Das ist nicht leicht, weil der Gegner gegen uns nie etwas zu verlieren hat.“ Die Bilanz des FC Homburg aus der Vorrunde und einem Teil der Rückrunde ist fantastisch: 22 Spiele, 22 Siege, 66 Punkte und ein Torverhältnis von 73:9. Besser geht es nicht. Und auch im Saarlandpokal machte der FC Homburg seine Hausaufgaben erwartungsgemäß: Auch wenn man sich beim SV Auersmacher (2:1), beim SC Altenkessel (2:1) und zuletzt im Achtelfinale (4:3 beim SV Saar 05 Saarbrücken) etwas schwer tat. Schon jetzt freut man sich beim FC Homburg auf das Viertelfinale, wenn am 14. März der Tabellenführer der Regionalliga Südwest, der 1. FC Saarbrücken, zu Gast im Homburger Waldstadion ist.

Nach dem vollkommen überraschenden und auch unnötigen Abstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar wollte der Vorstand des FCH mit Herbert Eder an der Spitze den „Betriebsunfall“ schnellstens korrigieren. Der sofortige Wiederaufstieg wurde als Ziel ausgegeben. Mit den bereits erwähnten finanziellen Mitteln kann Jürgen Luginger unter Profibedinungen – der FC Homburg ist der einzige Verein in der fünften Liga, der mit Berufsspielern antritt – die Meisterschaft angehen. Das Aufgebot hatte sich zu dieser Saison gewaltig verändert. Aus dem letztjährigen Regionalligaaufgebot blieben nur noch sechs Spieler übrig. 15 Neuzugänge wurden geholt, darunter zahlreiche erfahrene Regionalligaspieler, wie Patrick Lienhard, Christian Telch (beide Eintracht Trier) Patrick Dulleck (TSV Steinbach), Alexander Hahn, Sven Sökler, David Salfeld (alle 1. FC Saarbrücken) und Konstaninos Neofytos (Kickers Offenbach). FCH-Trainer Jürgen Luginger: „Wir haben schnell zu einer starken Einheit gefunden, die sich im Verlauf der Hinserie immer besser eingespielt hat.“



Nach dem 3:1-Auftaktsieg beim Aufsteiger SC Idar-Oberstein folgte mit dem Heimspiel gegen den Mitabsteiger aus der Regionalliga Südwest 1. FC Kaiserslautern II der erste Prüfstein. Mit 3.1 behielt der FCH nicht nur hier die Oberhand, sondern auch in den darauffolgenden Wochen und Monaten. Die FCH-Gegner waren froh, wenn sie die Niederlage in Grenzen halten konnte. „Von Woche zu Woche wurde es schwieriger für meine Spieler. Der Gegner hat sich massiv in der eigenen Spielhälfte versteckt und hat versucht, uns das Leben möglichst schwer zu machen.“ Doch wirklich, gelang dies keiner Mannschaft aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gegen den FC Homburg. Aufsteiger FV Eppelborn kassierte im Waldstadion eine 0:7-Packung, der FC Karbach ging mit 1:6 unter und auch der TuS Mechtersheim ging mit 0:5 chancenlos vom Rasenplatz des Waldstadions. Auch die Mitabsteiger aus der Regionalliga Südwest Eintracht Trier und FK Pirmasens mussten im Waldstadion die Punkte abgeben. Die Moselaner aus Trier unterlagen dem FCH mit 1:3. Zum Topspiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zwischen dem FC Homburg und dem einzigen Verfolger FK Pirmasens am 31. Oktober strömten an jenem Dienstag-Nachmittag sage und schreibe 4065 Zuschauer ins Homburger Waldstadion – absoluter Zuschauerrekord für die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Auch Pirmasens gab artig die Punkte ab. Der hochüberlegene FC Homburg gewann durch Treffer von Patrick Lienhard, Patrick Dulleck und Tom Schmitt auch in der Höhe verdient mit 3:0.

Je länger die Siegesserie wurde, desto konzentrierter trat die Mannschaft auf. Luginger: „Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Leistungsbereitschaft meine Spieler Woche für Woche in die Spiele gehen.“ Kein Gegner wurde auf die leichte Schulter genommen. Der 50-jährige Coach der Grün-Weißen lässt keine Nachlässigkeiten zu, egal wie überlegen seine Mannschaft ist und egal wie hoch die Führung des einsamen Spitzenreiter der Oberliga Rheinland-Pfalz in einem Spiel ist. Nach dem 3:0-Auswärtssieg beim Aufsteiger FV Dudenhofen ging der FC Homburg mit einem satten 16-Punktevorsprung auf den Zweiten FK Pirmasens in die Winterpause.

 Am 15. Januar wird Luginger seinen Kader zur ersten Trainingseinheit als Vorbereitung für die restlichen 14 Spiele bitten. Trotz des bisher überragenden Abschneidens will Luginger von der eigentlich bereits erreichten Meisterschaft nichts wissen. „Erst wenn uns rechnerisch keiner mehr einholen kann, sind wir Meister“, sagt der Fußballlehrer und dazu brauche man schon noch einige Punkte. Luginger und seine Spieler wollen nach der Pause 2018 die schon fast unheimliche Siegesserie weiter ausbauen.