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Regionalliga Südwest
Ärger um den Umbau des Waldstadions

 Das Homburger Waldstadion ist in die Jahre gekommen. Sollte der FC Homburg den Sprung in die 3. Liga schaffen, müsste investiert werden, damit der FCH die Lizenz beantragen könnte.
Das Homburger Waldstadion ist in die Jahre gekommen. Sollte der FC Homburg den Sprung in die 3. Liga schaffen, müsste investiert werden, damit der FCH die Lizenz beantragen könnte. FOTO: Oliver Dietze
Homburg. FC Homburg wartet auf Informationen der Stadt über ein Gutachten. 1,25 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Von Ralph Tiné

Der FC Homburg steht in der Fußball-Regionalliga Südwest vor dem Abschluss einer „überragenden Saison“, wie Vereinschef Herbert Eder sagt. In dieser Runde wird nur der bereits als Meister feststehende Waldhof Mannheim in die 3. Liga aufsteigen. Nach dem Reglement der vergangenen Jahre, als der Tabellenerste und -Zweite der Regionalliga Südwest in die Aufstiegsqualifikation einzogen, hätte der FCH schon in der laufenden Spielzeit die Chance auf den Aufstieg. Und er hätte damit ein Problem gehabt. Denn das Waldstadion, das der Stadt Homburg gehört, genügt in der gegenwärtigen Form nicht den Anforderungen, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an die Heimstätte eines Drittligisten stellt. „Der Umbau und die Renovierung des Waldstadions sind aus Lizenzgründen sehr wichtig für den FC Homburg“, sagt Eder.

Doch die Baumaßnahmen lassen auf sich warten, obwohl die saarländische Landesregierung eine Million Euro – unter der Maßgabe, dass sich die Stadt Homburg mit 250 000 Euro beteiligt – bewilligt hat. „Es gab mit der Stadtspitze und einer ganzen Reihe Unterabteilungen einige Gespräche. Dabei wurde vereinbart, dass ein Gutachten gemacht wird, in dem festgestellt wird, welche Maßnahmen notwendig und möglich sind“, erklärt der FCH-Vorstandsvorsitzende die Ausgangslage. Und er beschreibt das Problem: „Das Gutachten sollte im März vorliegen. Zumindest teilweise liegt es der Stadt wohl auch schon vor, wir wurden aber nicht informiert. Im Augenblick liegt alles auf Eis, und wir bekommen keine Informationen. Da kommt keiner aus der Deckung, aber das Tagesgeschäft geht ja trotzdem weiter.“

Nachdem der bisherige Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind wegen eines gegen ihn gerichteten Gerichtsverfahrens seine Amtsgeschäfte ruhen lässt, steht Bürgermeister Michael Forster seit Februar vorübergehend an der Spitze der Stadtverwaltung. „Herr Schneidewind wollte die Dinge schon auf den Weg bringen. Ich treibe das nun mit Nachdruck voran. Derzeit sind wir noch dabei, die Ergebnisse der Studie auszuwerten. Danach werden wir zeitnah das Gespräch mit dem Verein suchen“, erklärt Forster.



Nachdem Eder nach eigenen Worten schon mehrmals im Rathaus um ein Gespräch mit Forster gebeten hat, dieses aber bis heute nicht zustande kam, hat sich der Vereinsvorsitzende in der vergangenen Woche via Stadionheft mit der Thematik an die Öffentlichkeit gewandt. Darin verweist Eder auf die Werbewirksamkeit des Vereins für die Stadt Homburg ebenso wie auf dessen Steueraufkommen und die gesellschaftliche Bedeutung von dessen Jugendarbeit. „Ich denke, dass wir einen wichtigen Beitrag in der Stadt leisten. Da darf man dann schon einmal fragen, wer an unserer Seite steht“, sagt Eder. „Wir stehen genauso eng an der Seite des FC Homburg, wie wir an der Seite jedes Vereins in Homburg stehen“, versichert Interims-Verwaltungschef Forster.

Vom Verhalten der Stadt hängt laut Eder auch das weitere Engagement des FCH-Hauptsponsors Dr. Theiss Naturwaren ab. „Es ist klar, dass unser Hauptsponsor uns in dem bisherigen Rahmen nur dann weiter unterstützt, wenn die Stadt klare Verhältnisse schafft. Der will wissen, ob der Stadt etwas daran liegt“, sagt der im Hauptberuf als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer tätige Vereinschef. Forster erklärt: „Die Stadt Homburg steht auch mit dem Hauptsponsor des FC Homburg im Gespräch.“ Es scheint, dass die Frage, wann die Planungen für das Stadion konkret werden, derzeit ebenso schwer zu beantworten ist, wie die Frage, wie es an der Spitze der Stadtverwaltung weitergeht.