| 22:54 Uhr

Volleyball-Verbandsliga
Favoriten geärgert, aber nicht gestürzt

SVK-Spieler Michael Hoffmann (Mitte) findet die Lücke im Quierschieder Block.
SVK-Spieler Michael Hoffmann (Mitte) findet die Lücke im Quierschieder Block. FOTO: Martin Wittenmeier / maw
Zweibrücken. Die Verbandsliga-Volleyballer des SVK Blieskastel-Zweibrücken kassieren gegen die Spitzenteams aus Saarwellingen und Quierschied zwei knappe 2:3-Niederlagen. Von Martin Wittenmeier

In der Winterpause hatte Alexander Hoffmann, Spielertrainer des SVK Blieskastel-Zweibrücken, noch davon gesprochen, man wolle den nächsten Schritt gehen und die „großen Teams“ der Volleyball-Verbandsliga Saar ein bisschen mehr ärgern. Phasenweise ist ihm das mit seiner Mannschaft am Wochenende schon ganz gut gelungen. Spitzenreiter TV Saarwellingen (25:17/25:20/20:25/24:26/9:15) und dem Tabellendritten TV Quierschied (21:25/17:25/30:28/27:25/8:15) verlangte der SVK alles ab, musste sich aber jeweils mit 2:3-Sätzen geschlagen geben. Besonders die Niederlage im Auftaktspiel gegen Saarwellingen schmerzt Hoffmann, denn seine Mannschaft „hat saugut gespielt. Wenn wir die drei Punkte geholt hätten, wäre das sensationell gewesen“.

Anders als in den meisten vorangegangenen Partien erwischten die Zweibrücker einen optimalen Start. Die Ballannahme klappte vom ersten Punkt weg und sorgte dafür, dass der SVK ein variables Angriffsspiel aufziehen konnte, das den Tabellenführer vor Probleme stellte. Kontinuierlich baute man im Eröffnungssatz den Vorsprung aus und zog über 11:6 auf 19:12. Zwar schaffte es Saarwellingen in der Schlussphase, sich etwas besser auf das Zweibrücker Spiel einzustellen, dennoch ging der erste Durchgang verdient mit 25:17 an den SVK.

Sehr viel ausgeglichener verlief Satz Nummer zwei. Zu Beginn waren es die Gäste, die stets mit einem oder zwei Punkten vorne lagen, sich aber nie absetzen konnten. Bei 13:15 reagierte Hoffmann, nahm die Auszeit – und hatte damit Erfolg. Nach einer 7:2-Serie kippte auch dieser Durchgang zugunsten der Zweibrücker. Abgeklärt sicherte sich der SVK den Satz mit 25:20.



„Leider wurden wir danach in der Annahme immer schwächer. Und auch unsere Mitte wurde im Laufe immer berechenbarer, was es für die Außenspieler natürlich schwierig gemacht hat“, sagte Hoffmann und sah im dritten Satz, wie seiner Mannschaft das Spiel aus den Händen glitt. Zwar kämpfte sich der SVK nach 6:9 auf 10:10 heran, doch die letzten Ballwechsel bestimmte fast nur der TVS und verkürzte durch ein 25:20 vor dem vierten Satz auf 1:2.

Dort wäre dem SVK beinahe die faustdicke Überraschung gelungen. Nach dem 8:8 erspielten sich Hoffmann und seine Truppe eine kleine Führung (20:18), die bis in die dramatische Endphase Bestand hatte. Hier gelang es den Zweibrückern aber nicht, den Sack zuzumachen. In der Verlängerung (26:24) rettete sich Saarwellingen in einen entscheidenden fünften Satz.

Dort hatte der SVK dem Tabellenführer nach fast zwei Stunden Spielzeit nicht mehr viel entgegenzusetzen. Mit einem 15:8 sicherte sich Saarwellingen den Sieg und zwei Punkte, während sich das Zweibrücker Team mit einem Zähler zufriedengeben musste.

Auch das zweite Match des Abends entwickelte sich zu einem Volleyball-Krimi. Gegen den TV Quierschied, den die SVK’ler im Hinspiel überraschend mit 3:1 besiegt hatten, brauchten die Gastgeber allerdings etwas, um ihren Rhythmus zu finden. Nachdem man sich nach einem frühen Rückstand auf 10:10 heran gearbeitet hatte, folgten Unkonzentriertheiten im Spielaufbau.  Quierschied zog auf 16:11 davon, sicherte sich Satz eins mit 25:21 und diktierte auch den zweiten Durchgang vom Anfang bis zum Ende. Über 4:0 und 17:11 holte sich der TVQ diesen Satz souverän mit 25:17.

Entschieden war das Spiel damit aber nicht. Die Zweibrücker hatten ihr Kämpferherz wiederentdeckt und versuchten noch einmal alles, obwohl sie bereits eine Fünfsatzpartie in den Knochen hatten. „Die Mannschaft hat heute unglaublich gut gekämpft, sich ständig gegenseitig gepusht“, lobte Hoffmann den mutigen Auftritt hinterher. Nachdem sein Team drei Matchbälle abgewehrt hatte, schnappte es sich den dritten Satz in der Verlängerung mit 30:28. Der vierte Durchgang drohte dem SVK nach einem guten Start allerdings schnell aus den Händen zu gleiten. Quierschied riskierte bei den Angaben viel und setzte sich durch zwei Asse auf 6:3 ab und hatte beim Stand von 24:22 die nächsten beiden Matchbälle, kurz darauf sogar noch einen weiteren. Doch der Zweibrücker Block hielt dem Druck stand und holte sich den Satz mit 27:25.

Allerdings machte sich nach mehr als vier Stunden Volleyball beim SVK der Kräfteverschleiß bemerkbar. Das Team leistete sich direkt einen Angabefehler zum Start in den fünften Satz. Quierschied nutzte die Schwächephase, zog auf 7:3 weg und ließ sich auch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass der SVK auf 7:8 verkürzte. Nach einer Auszeit baute der TVQ den Vorsprung wieder aus und sicherte sich durch ein 15:8 den 3:2-Sieg. „Ich glaube, wenn wir gegen Quierschied zuerst gespielt hätten, hätten wir die drei Punkte geholt. Die waren nicht so stark wie Saarwellingen. Am Ende hat uns einfach die Kraft gefehlt“, sagte Hoffmann, der sich mit der SVK letztendlich auch im zweiten Spiel mit einem Zähler begnügen musste.

Die nächste Partie für den SVK, der mit 19 Punkten aus zwölf Partien den fünften Platz belegt, steht erst am 24. Februar an. Dann erwartet der neue Tabellendritte TV Scheidt die Hoffmann-Truppe.

SVK-Spieler Andre Noll (rechts) beim Block gegen Quierschied.
SVK-Spieler Andre Noll (rechts) beim Block gegen Quierschied. FOTO: Martin Wittenmeier / maw