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Judo
Stolzer Blick nicht nur auf die Jugendarbeit

Seit vielen Jahrzehnten erfolgreich: Auch bei der jüngsten Landesmeisterschaft sicherten die Erbacher 36 Medaillen.
Seit vielen Jahrzehnten erfolgreich: Auch bei der jüngsten Landesmeisterschaft sicherten die Erbacher 36 Medaillen. FOTO: Markus Hagen
Erbach . Die Erbacher Judoka feiern ihren 50. Geburtstag am Wochenende mit einem großen sportlichen Programm. Von Markus Hagen

50 Jahre Judosport in Erbach. Ein Jubiläum, das von Freitag bis Sonntag mit mehreren Ereignissen im Sportzentrum auf Initiative des Judoclubs Kenshi Homburg-Erbach mit einem „Erlebniswochenende“ gefeiert wird, wie der Vorsitzende Michael Balzer erklärt. So findet am Samstag und Sonntag ein Kata-Lehrgang mit Sensei Yoshikiko Iura, Trainer des 8. DAN Kodokan, statt. Zudem gibt es einen Lehrgang mit Olympiasieger Ole Bischof und das erste Internationale „Randori“, das bereits am Freitag von 18 bis 20.30 Uhr Judokas im Alter ab zwölf Jahren stattfindet. Am Sonntag kommen Nachwuchsathleten der Altersstufen U12, U15 und U18 zum ersten internationalen Lindenbaum-Turnier ab neun Uhr in der großen Halle des Erbacher Sportzentrums zusammen.

Die Anfänge des Judosports in Erbach gehen auf das Jahr 1968 zurück. Günter Wagner und Erwin Schaller gründeten die Judo-Abteilung im damaligen TV Erbach. Die erste Trainingseinheit fand am 26. Juni 1968 mit 25 Aktiven statt. In den folgenden Jahren wuchsen die Mitgliederzahlen stetig an. 1973 wurde aus dem TV Erbach der TSV Homburg-Erbach, dessen Judoabteilung ein Jahr später bereits 160 aktive Mitglieder zählte. Der damalige Vorsitzende Hermann Forster unterstützte die Judoka, ihm war es zu verdanken, dass der Erbacher Judosport immer erfolgreicher wurde. Peter Gerlich und Paulo D’ Alberto standen in den folgenden Jahrzehnten als Aktive, Übungsleiter, Trainer und Funktionäre dem Erbacher Judosport in vorbildlicher Art und Weise auf und neben der Matte zur Verfügung. In den 70er Jahren sorgten die Erbacher auf Landesebene und bei den südwestdeutschen Meisterschaften für viele Titel und Medaillen. Omar Gherram wurde 1976 deutscher Jugend-Vizemeister, ein Jahr später sicherte er den Titel. Nach der Regionalliga-Vizemeisterschaft 1981 schaffte der TSV sogar den Sprung in die 1. Bundesliga.

Ein Rückschlag ereilte den Verein 1982. Die Wirren um die Finanzierung des Sportzentrums-Erbach hatte zur Folge, dass der TSV aufgelöst wurde. Der SSV Homburg-Erbach wurde neu ins Leben gerufen. „Die Judoabteilung stand vor einem Neuaufbau.“ Die Mitgliederzahlen gingen stark zurück. Viel Arbeit stand der neuen Leitung um Abteilungsleiter Rüdiger Gerber bevor. 1986 war der alte Mitgliederstand im aktiven Bereich wieder erreicht. Indessen rissen die Erfolge auf nationaler, wie internationaler Ebene nicht ab. A-Jugendkämpfer Jörg Bruch stand im Blickpunkt. Er wurde 1987 südwestdeutscher und deutscher Meister der Junioren. Ein Jahr später wurde er sogar Vize-Europameister bei den Junioren.



1992 wurde das Männerteam zum vierten Mal bereits Meister in der Oberliga. Der Vorstand beschloss die Teilnahme an den Aufstiegskämpfen zur 2. Bundesliga, die erreicht wurde. Nach einem vierten Platz 1993 nahm der SSV an den Aufstiegskämpfen zur 1. Bundesliga teil, die knapp verpasst wurde.

Von 1990 bis 2000 standen die Erbacher Judokas vom Nachwuchs bis zu den Aktiven weiter ganz oben auf den Siegerpodesten in den verschiedenen Gewichtsklassen und Alterskategorien auf Saarlandebene. Wichtig sei es dem Verein seit dieser Zeit auch gewesen, sich in einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, für Nachwuchs zu werben. 2002 durfte Bartholomäus Konat, Sohn des heutigen Trainers Slawomir Konat, über die Deutsche Meisterschaft bei der U17 jubeln.

Ende Dezember 2012 beschloss die Judoabteilung des SSV Erbach, sich aufgrund von Unstimmigkeiten vom Hauptverein zu trennen. Am 1. Januar 2013 wurde daher der Judoclub „Kenshi Homburg-Erbach“ ins Vereinsregister getragen. Die Erfolge rissen bis heute nicht ab. „Besonders die Nachwuchsarbeit des Vereins genießt im Saarland Vorbildcharakter“, erklärt Michael Balzer stolz. 180 Aktive zählt der Verein, darunter 140 Judoka im Alter bis 18 Jahren. Und diese Entwicklung könne gerne weitere 50 Jahre so weitergehen.