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„Er lebt und stirbt für den Fußball“

 Schiedsrichter-Legende Karl-Heinz Omlor ist ein echtes Vorbild für seine Zunft. Er steht noch mit 72 Jahren seinen Mann. Foto: Holzhauser
Schiedsrichter-Legende Karl-Heinz Omlor ist ein echtes Vorbild für seine Zunft. Er steht noch mit 72 Jahren seinen Mann. Foto: Holzhauser FOTO: Holzhauser
Bexbach. Er gehört zu den dienstältesten Schiedsrichtern des Saarlandes: Karl Heinz Omlor ist 72 Jahre alt und bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert an der Pfeife. Nach wie vor hat der Bexbacher dabei großen Spaß. Stefan Holzhauser

Der Schiedsrichter Karl-Heinz Omlor vom SV Bexbach ist für viele seiner Kollegen aus der schwarzen Zunft ein echtes Vorbild - aus mehreren Gründen. Einerseits hat seine Vereinstreue Vorbildcharakter. Bereits 1954 trat er in den Club ein und trug bis in den Aktivenbereich hinein das Trikot der "Heide-Elf". Über 20 Jahre lang agierte Omlor außerdem als Jugendleiter und Betreuer. Und im Jahr 1961 entschloss er sich dazu, Unparteiischer zu werden. Damals gab es noch die große Schiedsrichter-Gruppe Homburg, die auch die Vereine der heutigen Gruppe Höcherberg umfasste. Die Lehrgänge fanden im Erbacher "Restaurant Kilthau" und die Prüfungen im Saarbrücker "Haus des Sports" statt. Vier Wochen nach der erfolgreich abgelegten Prüfung hielt Omlor dann seinen heiß ersehnten Schiedsrichter-Pass in den Händen.

Über Jugendspiele und Aktiven-Partien von zweiten Mannschaften arbeitete sich der heutige Rentner weiter nach oben. "Bis zum heutigen Tage darf ich noch Spiele von ersten Mannschaften leiten, hinzu kommen aber auch viele Begegnungen der Zweiten, Jugend und AH", sagt der Schiedsrichter und ergänzt: "Lange Zeit war ich auch zusammen mit unserem Obmann Manfred Collmar in einem Oberliga-Gespann tätig. Dabei leiteten wir Spiele bis in das Rheinland hinein."

Warum der erfahrene Spielleiter so beliebt ist? Ein weiterer Grund dafür dürfte seine Art sein, ein Spiel zu leiten. Als Schiedsrichter der alten Schule legt er größten Wert auf den gegenseitigen Respekt zwischen Spielern, Zuschauern, Trainern, Vereinsverantwortlichen und Unparteiischen. Und so gelang es Omlor in der langen Zeit von 53 Jahren, jedes Spiel in ruhigen Bahnen und ohne nennenswerte Vorkommnisse über die Bühne zu bringen.

Dass Omlor im gesamten Ostsaar-Kreis und aufgrund des gegenseitigen Schiedsrichter-Austauschs mit Rheinland-Pfalz auch über die Landesgrenzen hinaus so bekannt ist, liegt auch an seinem Fortbewegungsmittel. "Ah, gummo do. Do kummt de Karl-Heinz uff seinem Rad. Der gehd bestimmd widder peife", rufen die Leute unterwegs. Denn Karl-Heinz Omlor hatte noch nie in seinem Leben einen Führerschein und ist ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs. Da kommen oft einmal Fahrzeiten von vier Stunden und mehr zusammen, wenn den rüstigen Rentner der Weg etwa von Bexbach nach Heckendalheim führt. "Das Radfahren hält mich fit und ist ein gutes Training", führt der Unparteiische seinen guten Gesundheitszustand auch auf den Drahtesel zurück.

"Oft melde ich mich bei Karl-Heinz erst auf den allerletzten Drücker, wenn kurzfristig ein Kollege aus irgendeinem Grund ein angesetztes Spiel nicht leiten kann. Dann schwingt sich Karl-Heinz in Windeseile auf sein Rad und steht zum Anpfiff pünktlich auf dem Platz. Er lebt und stirbt für den Fußball", lobt Collmar seinen "ewigen Weggefährten". Beide hatten 1961 zusammen ihre Prüfung abgelegt und sind dicke Kumpels. Collmar ist Obmann der Schiedsrichter-Gruppe Höcherberg.

"Solange es meine Gesundheit zulässt, werde ich weiterhin auf dem Platz meinen Mann stehen. Gleichzeitig hoffe ich darauf, dass viele junge Schiedsrichter nachkommen und ihnen dann in der schweren Anfangszeit nicht gleich wieder die Lust an unserem schönen Hobby genommen wird", meint Omlor, der vom Saarländischen Fußball-Verband bereits den Schiedsrichter-Ehrenbrief erhielt. Außerdem gab es vom Verband und vom SV Bexbach bereits jeweils die goldene Ehrennadel. Vom Deutschen Fußballbund wurde der Bexbacher vor drei Jahren sogar nach Hannover eingeladen, wo Omlor eine Uhr, eine Ehrenurkunde und ein Trikot vom DFB überreicht bekam.