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Ende für den ewigen Emich

 Marco Emich wird ab dem Sommer nicht mehr als Trainer des FSV Jägersburg jubeln. Foto: Hagen
Marco Emich wird ab dem Sommer nicht mehr als Trainer des FSV Jägersburg jubeln. Foto: Hagen FOTO: Hagen
Jägersburg. Gefühlssache: Marco Emich wird ab dem Sommer nicht mehr Trainer des FSV Jägersburg sein. Was er ab dann machen wird, weiß der 43-Jährige noch nicht. Seine Bilanz beim FSV fällt jedenfalls einmalig aus. Stefan Regel

Egal, ob Volker Finke beim SC Freiburg (16 Jahre) oder Otto Rehhagel bei Werder Bremen (14 Jahre) - jede Trainer-Ära geht einmal zu Ende. Mit Marco Emich hat nun auch der wohl dienstälteste Trainer im gesamten saarländischen Aktivenfußball seinen Abschied angekündigt. Nach 15 Jahren wird er in diesem Sommer als Trainer des Oberligisten FSV Jägersburg aufhören.

"Ich habe einfach so das Gefühl, dass es an der Zeit ist", erklärt der 43-Jährige: "Wir haben junge, erfolgshungrige Spieler - es würde ihnen nicht schaden, mal ein anderes Training, eine andere Ansprache zu erleben." Warum er dieses Gefühl ausgerechnet jetzt hat, vermag er nicht zu sagen. Gefühle sind oft schwer zu beschreiben.

Emich ist quasi der Mr. FSV Jägersburg . Der Bankangestellte wohnt in dem Homburger Ortsteil, spielte dort selbst, es ist sein Heimatverein. Emichs Vater Gerhard war rund 30 Jahre Platzwart beim FSV. Sein 21-jähriger Sohn Lukas spielt in der zweiten Mannschaft (Tabellenführer der Landesliga Ost), auch seine Frau Sabine findet es schade, dass Emich jetzt aufhört. "Ich habe mich extrem schwer mit der Entscheidung getan und sehr lange gebraucht", gibt Emich zu. Ausgebrannt fühlt er sich nicht, mehr Freizeit am Wochenende sei auch kein Grund.



Einen anderen Verein trainieren, eine Pause einlegen: Was Marco Emich ab Sommer machen wird, steht noch nicht fest. 2002 hatte er den Dorfverein in der Landesliga übernommen und 2015 in die Oberliga geführt. Schon das erste Spiel, ein 6:0 gegen den SV Rohrbach, sollte ein gutes Omen werden. Nun ist Schluss. Am Donnerstagabend teilte er es der Mannschaft nach dem Training in der Kabine mit. FSV-Kapitän Matthias Stumpf berichtet: "Für uns kam es völlig überraschend. Wir waren schon ein Stück weit geschockt. Schade." Umso mehr will sich die Mannschaft des Tabellen-16. und damit Drittletzten jetzt reinhängen, um ihrem Trainer mit dem Klassenverbleib einen gebührenden Abschied zu verschaffen. "Er ist ein toller Mensch und ein guter Trainer. Es ist schon einmalig, wenn ein Trainer so lange bei einem Verein ist", sagt Stumpf.

FSV-Teammanager Martin Germann kennt Emich, seit dieser laufen kann. "Es war irgendwo klar, dass dieser Tag irgendwann kommt." Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Germann hätte gerne mit Emich weitergemacht. "Es gab keine Überlegungen, uns zu trennen. Wenn er das Gefühl hat, muss man das respektieren." Im Vordergrund steht nun, zusammen die Klasse zu halten. Die Philosophie des Vereins, dass Spieler dort länger als bei anderen Clubs bleiben, dass mit jungen Spielern aus der Umgebung gearbeitet wird, die soll bleiben. Ein neuer Trainer müsse daher auch zum Dorfverein FSV passen. Bis spätestens zum ersten Spieltag im neuen Jahr am 25. Februar bei Schlusslicht Spvgg. Burgbrohl soll geduldig gesucht werden, ehe der neue Trainer feststeht.

Wenn Emich über seinen Verein spricht, sagt er manchmal Sätze wie über eine gute Ehe: "Wir haben so viel Schönes erlebt. Die Konstellation war immer besonders. Und beide Seiten haben immer gewusst, was man aneinander hat." Und wenn er mit dieser Liebe in der Stimme über den FSV Jägersburg redet, klingt er tatsächlich fast so ein bisschen wie Otto Rehhagel oder Volker Finke .