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Emotionales Wiedersehen mit der großen Liebe

London. Wimbledon ist für Tennis-Profi Sabine Lisicki ein spezieller Ort, an dem sie sich stets glücklich und zu Hause fühlt. Ohne Mühe löste die Berlinerin ihre erste Aufgabe. Ihre nächste Gegnerin hat sie in diesem Jahr schon bezwungen. dpa/sid

Die Rückkehr an den Ort ihrer größten Erfolge und schmerzvollsten Niederlagen fiel erstaunlich sachlich aus. 353 Tage nach ihrem tränenreichen Abschied aus Wimbledon eröffnete Sabine Lisicki gestern im Allerheiligsten des Tennissports offiziell das Frauenturnier. Beim 6:2, 6:1 gegen die Israelin Julia Glushko zeigte die Berlinerin alles, was sie im All England Club so stark macht, ließ sich aber noch Platz für eine Steigerung.

Die vielen schönen Erinnerungen an den für sie so besonderen Ort erleichterten Sabine Lisicki die emotionale Rückkehr auf den Centre Court. "Dieser Platz holt das Beste aus mir heraus. Er macht etwas Zauberhaftes mit mir", sagte die letztjährige Finalistin. "Ich war ziemlich nervös, als ich rausging. Aber das Publikum hat mir geholfen. Der Platz gibt mir Selbstvertrauen."

Lisicki steht bei ihrem Lieblingsturnier vor der Chance, den Weg aus ihrem Tief der vergangenen Monate zu finden. Der Pflichtsieg gegen die klar unterlegene Israelin war nur ein winziger erster Schritt, eine ernsthafte Prüfung war das für die Weltranglisten-19. noch nicht. Zu wenig war die 24-Jährige gefordert.

Am 6. Juli 2013 hatte sie mit dem Erreichen ihres ersten Grand-Slam-Finals für eine Sensation gesorgt, der finale Triumph war ihr gegen Marion Bartoli aber verwehrt geblieben. Die Französin im Tennis-Ruhestand führte am Dienstag den Münzwurf für die Aufschlagwahl der Erstrundenpartie durch und war Gast in der Royal Box.

In einem keineswegs hochklassigen Spiel hatte die junge Deutsche anschließend kaum Probleme. Mit einem Netzroller nutzte sie vor den Augen von Bundestrainerin Barbara Rittner und ihrer Eltern nach nicht mal einer Stunde den zweiten Matchball. Entschuldigend hob die lächelnde Lisicki die Hände - das Glück war auf ihrer Seite.

Wie Lisicki machte auch Andrea Petkovic den Einzug in die zweite Runde perfekt. Mit einem 6:1, 6:4 gegen Katarzyna Piter sammelte sie auf dem von ihr eher wenig gemochten Rasen Zuversicht für die kommenden Aufgaben. "Ich habe gelernt, mich besser auf Gras zu bewegen, das ist der Schlüssel", erläuterte die French-Open-Halbfinalistin. Ihre kommende Gegnerin ist die Rumänin Irina-Camelia Begu.

Lisicki spielt gegen die Tschechin Karolina Pliskova, die sie in diesem Jahr auf Sand schon besiegen konnte. Der Warsteiner Jan-Lennard Struff schied dagegen nach einem 6:7 (6:8), 4:6, 4:6 gegen den letztjährigen Viertelfinalisten Lukasz Kubot (Polen) aus.

Rekordchampion Roger Federer hat derweil sein Auftaktmatch im Eiltempo gewonnen. Der siebenmalige Turniersieger setzte sich gegen den Italiener Paolo Lorenzi 6:1, 6:1, 6:3 durch. Auch Philipp Kohlschreiber ist gestern nach einem 6:4, 6:4, 6:2 gegen Igor Sijsling aus den Niederlanden in die zweite Runde eingezogen.