| 20:19 Uhr

Eishockey-Regionalliga
Trenholm verzweifelt an Undiszipliniertheit

Michael Neumann (vorne) machte Dampf gegen Mannheim. Ohne zählbaren Erfolg.
Michael Neumann (vorne) machte Dampf gegen Mannheim. Ohne zählbaren Erfolg. FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken . Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken verspielt beim 6:7 gegen die Maddogs Mannheim abermals eine klare Führung im Schlussdrittel Von Martin Wittenmeier

Schweigend verließ Terry Trenholm nach einer kurzen Ansprache die Kabine. Ratlos und konsterniert wirkte der Trainer des EHC Zweibrücken nach der 6:7 (2:2/2:1/2:4)-Niederlage gegen die Maddogs aus Mannheim, brauchte einige Momente, um sich zu sammeln. Zum dritten Mal in Folge hatten seine Spieler im Schlussdrittel eine deutliche Führung und damit wertvolle Punkte im Kampf um die Playoffs hergeschenkt. „Diese Mannschaft hat keine Disziplin“, war der EHC-Coach stocksauer über die teilweise desaströse Vorstellung gegen den Regionalliga-Aufsteiger. „Verteidigung schlecht, Torhüter schlecht. Das war gar nix.“ Zu allem Unvermögen hatte sich am Sonntagabend auch noch Pech gesellt. Kurz nach Beginn des zweiten Drittels musste Torwart Sebastian Trenholm, der eigentlich für den am Oberschenkel verletzten Steven Teucke das Hornets-Tor hüten sollte, angeschlagen vom Eis. Für ihn rückte erstmals Michelle Teucke zwischen die Pfosten, die ihre Sache eigentlich ordentlich machte. 90 Sekunden vor dem Ende unterlief ihr allerdings ein folgenschwerer Patzer, den Mannheims Keegan Pruden zum entscheidenden Treffer ausnutzte.

Dabei hatte die Partie eigentlich gut begonnen für die Hornets. Knapp fünf Minuten waren gespielt, als Fabian Fellhauer eine Vorlage von Christian Werth zum 1:0 veredelte. Die Antwort der Maddogs ließ aber nur 27 Sekunden auf sich warten: Julian Reiss war quasi im Gegenzug mit dem Ausgleich zur Stelle und Moritz de Raaf legte wiederum nur eine Minute später den zweiten Mannheimer Treffer nach. Das Tore schießen ging danach munter weiter. Noch vor der Drittelpause erzielte Andre Nunold (12.) den 2:2-Ausgleich, mit dem sich beide Mannschaften in die Kabine verabschiedeten.

Auch im zweiten Abschnitt bot sich den 615 Zuschauern in der Zweibrücker Peter-Cunningham-Memorial-Arena kein Eishockey-Leckerbissen. Fehlpässe und Stockfehler auf beiden Seiten prägten das Spiel. Dazu hatten die Abwehrreihen nicht ihren besten Tag erwischt. Daraus zogen zunächst wieder die Gäste Kapital. Florian Krohne (22.) zog ab und markierte das 3:2 für die Maddogs. In Überzahl gelang aber Fellhauer (35.) nach feiner Vorarbeit von Dan Radke erneut der Ausgleich, dem der US-Amerikaner im Trikot der Hornets eine Minute später sogar das 4:3 folgen ließ. Plötzlich wähnten sich die Zweibrücker zurück in der Spur.



Erst recht, als Marc Lingenfelser (42.) kurz nach Wiederbeginn Treffer Nummer fünf nachlegte. Doch der Jubel war kaum verhallt, da hatten die Maddogs schon wieder den Anschluss hergestellt. Einen stibitzten Puck im Spielaufbau versenkte de Raaf eiskalt gegen Michelle Teucke zum 4:5. Zehn Minuten vor dem Ende schien dennoch die Vorentscheidung gefallen: Ein Schlagschuss von Christian Werth landete bei Fellhauer, der zum 6:4 abstaubte. Für den besten Zweibrücker war es das dritte Tor an diesem Abend.

Doch dann schlichen sich alte Fehler ein, die den Hornets schon zuletzt gegen Bietigheim (8:9) und am Freitag in Stuttgart (3:4) das Genick gebrochen hatten. Statt Spiel und Uhr zu kontrollieren, kassierte die Trenholm-Truppe wieder viele unnötige Strafzeiten. Die Folge: Während mit Bernd Hartfelder und Christian Werth gleich zwei Hornissen auf der Strafbank schmorten, verkürzten die Mannheimer sieben Minuten vor dem Ende durch Pruden auf 5:6. Von da an glitt die Partie dem EHCZ vollends aus den Händen. Die Angst, erneut einen sicher geglaubten Sieg herzuschenken, lähmte den Regionalliga-Meister von 2017. Und so kam es, wie es kommen musste: Die Hornets schafften es nicht, die Scheibe im eigenen Drittel zu klären und mussten das 6:6 durch Moritz de Raaf (58.) schlucken. Der endgültige K.o.-Schlag folgte auf dem Fuß. Nach einer harmlosen Aktion lag der Puck 90 Sekunden vor dem Ende zum siebten Mal im Zweibrücker Kasten. Torhüterin Teucke sah dabei äußerst unglücklich aus.

In der Schlussminute riskierten die Hornets alles, brachten einen sechsten Feldspieler für die Torfrau. Der letzte Schuss von Maximilian Dörr landete genau in den Armen von Alexander Spang. Direkt danach war Schluss. Während Spangs Mitspieler auf ihren Torwart zustürzten, schlichen die Hornets frustriert vom Eis. Und auch auf den Rängen herrschte Ernüchterung.

„Aus so einem Spiel musst du drei Punkte mitnehmen. Das war jetzt das dritte Mal in Folge, dass wir einen Sieg im Schlussdrittel hergeschenkt haben, weil wir nicht mehr konzentriert waren“, war Trainer Trenholm richtig angefressen und fand deutliche Worte. „Die Mannschaft muss endlich aufwachen, sonst war‘s das mit den Playoffs.“