| 14:23 Uhr

Eishockey-Regionalliga Südwest
Gutes Händchen in nervenaufreibender Partie

 Marc Lingenfelser bejubelt seinen Treffer zum 3:2 der Hornets, den er erzielte, als er eigentlich gar nicht auf dem Eis hätte stehen sollen.
Marc Lingenfelser bejubelt seinen Treffer zum 3:2 der Hornets, den er erzielte, als er eigentlich gar nicht auf dem Eis hätte stehen sollen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Die Hornets haben es spannend gemacht. Gegen den EV Ravensburg feierte der EHC Zweibrücken mit dem 4:2 dann aber doch den zweiten Saisonsieg in der Eishockey-Regionalliga Südwest. Von Martin Wittenmeier und Svenja Hofer

Ganz fest hatten sich die Hornets vorgenommen, weniger Strafzeiten zu kassieren und damit den nächsten Sieg einzufahren. Nur teilweise ging dieser Plan am Sonntagabend in der Partie der Eishockey-Regionalliga Südwest gegen den EV Ravensburg auf. Bei dem späten 4:2 (1:0/1:2/2:0)-Erfolg vor heimischem Publikum wurden die Nerven der Zweibrücker Fans sowie von Trainer Terry Trenholm mächtig strapaziert. Insgesamt 22 Strafminuten plus zehn für Marco Trenholm brachten die Gastgeber immer wieder aus dem Tritt. Nach der Schlusssirene schnaufte der Hornets-Coach erstmal kräftig durch. „Es war heute ein harter Kampf. Mir war klar, dass Ravensburg das Spiel schnell und bissig angehen wird. Die haben bis zum Schluss gekämpft.“

Zu Beginn der Partie, in der die Zweibrücker auf die verletzten Calvin Engel, Goalie Sebastian Trenholm und Marco Ehrhardt sowie den erkrankten Felix Stokowski verzichten mussten, begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Die Ravensburger kamen immer wieder gefährlich vor das EHC-Gehäuse, doch die zweite Überzahlsituation nutzen die Gastgeber zur 1:0-Führung (15.). Maximilian Dörr hatte den Puck nach Zuspiel von Marco Trenholm und Dan Radke unter die Latte gehauen.

Nach dem 2:0 (31.) durch Claudio Schreyer Mitte des zweiten Abschnitts schien für die Hornets alles in die richtige Richtung zu laufen. Doch es wurde ruppiger und das Blatt schien sich zu wenden. Wegen zu hohen Stocks musste Dustin Bauscher auf die Strafbank (35.) zeitgleich mussten Fabian Fellhauer und der Ravensburger Adrian Kirsch nach einer Rangelei vom Eis. Die Überzahl nutzten die Gäste sogleich durch Steffen Kirsch zum 1:2 (35.). Nach unkorrektem Körpereinsatz musste Bauscher, gerade erst zurück auf dem Eis, schon wieder runter. Diese Hektik spielte den Gästen in die Karten: Dominik Fehrs Schlagschuss von der blauen Linie bescherte dem EV durch den Doppelschlag innerhalb von einer Minute den Ausgleich (35.). „Steven (Torhüter Steven Teucke, Anm. d. Red.) kann da nichts machen. Beim zweiten Treffer ist ihm die Sicht versperrt, den Puck sieht er gar nicht“, erklärt Trenholm. So ist die Partie vor dem letzten Drittel wieder vollkommen offen.



In einer Überzahl-Phase bewies Terry Trenholm dann ein glückliches Händchen. „Ich hab zu Linge gesagt, ‚Bleib auf dem Eis!‘“. Eigentlich stand eine andere Sturmreihe auf dem Feld. Und Marc Lingenfelser traf neun Minuten vor dem Ende zur umjubelten 3:2-Führung. Nur noch von außen verfolgten Dustin Bauscher und Christian Werth die spannenden Schlussminuten. Als Disziplinarmaßnahme des Trainers mussten die beiden auf der Bank bleiben, nachdem sie jeweils ihre dritte Zeitstrafe kassiert hatten. „Ich habe den Jungs vor der Saison gesagt: Wer drei Mal pro Spiel in die Box muss, kommt nicht mehr rein.“

So zitterten sie von der Bank aus mit. Vor dem erlösenden 4:2 (58.) riskierte Ravensburgs Trainer Martin Masak alles. Sein Team hatte drei Minuten vor dem Ende Überzahl, zusätzlich nahm er Torwart Daniel Heckenberger für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Doch der Plan ging nicht auf. Bei „Vier gegen sechs“ machte Dan Radke mit einem Empty-Net-Goal aus der eigenen Hälfte alles klar. „Am Ende war der Sieg verdient, weil wir im Spiel Fünf gegen Fünf die bessere Mannschaft waren“, betont Trenholm, dessen Geduld aber einmal mehr auf die Probe gestellt wurde. „Für die Zuschauer war es aber ein schönes, spannendes Match.“

Durch diesen zweiten Sieg im dritten Spiel klettern die Hornets in der Tabelle nach oben und sind nun punktgleich mit dem EC Eppelheim an der Spitze der Regionalliga Südwest zu finden. Somit kommt es am nächsten Sonntag in Eppelheim zum Topspiel.