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Zwei hohe Hürden
„Wir sind eine Kämpfermannschaft“

Gleich doppelt müssen die Hornets um Neuzugang Andy Willigar (re.) an diesem Wochenende ran.
Gleich doppelt müssen die Hornets um Neuzugang Andy Willigar (re.) an diesem Wochenende ran. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Der EHC Zweibrücken steht vor einem kräftezehrenden Doppelspieltag. Dennoch haben die Hornets um Neuzugang Christian Werth allen Grund, selbstbewusst in die Partien gegen zwei „Schwergewichte der Liga“ zu gehen. Von Mirko Reuther

Die Hornets müssen auf die Zähne beißen. Denn der Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken ist am anstehenden Doppelspieltag zweimal binnen 48 Stunden gefordert. Heute Abend um 20 Uhr muss die Mannschaft von Trainer Terry Trenholm auswärts beim EV Ravensburg ran, am Sonntag steht um 19 Uhr das Heimspiel in der Peter-Cunningham-Memorial-Arena gegen den Heilbronner EC auf dem Programm. „Die Vorbereitung auf den Doppelspieltag läuft nicht grundsätzlich anders als sonst. Aber klar, die Belastung ist hoch. Wir haben zwar einen Tag Pause zwischen den Spielen – aber das geht trotzdem an die Substanz“, weiß Christina Fischer, die sportliche Leiterin der Hornets.

Nicht nur der straffe Spielplan, auch die beiden Partien haben es in sich. Ravensburg fegte in seinem ersten und einzigen Saisonspiel den amtierenden Meister SC Bietigheim-Bissingen mit 7:3 vom Eis. Heilbronn musste sich den Hornets zwar am ersten Spieltag in einem Eishockey-Krimi mit 4:5 nach Penaltyschießen geschlagen geben, holte sich die Punkte zuletzt durch einen 5:3-Auswärtssieg bei den Mannheim Mad Dogs aber zurück. Fischer bestätigt, dass es sich bei den beiden Gegnern um „Schwergewichte der Liga“ handelt, insbesondere vor dem heutigen Auswärtsspiel ist der Respekt groß. „Ravensburg spielt zu Hause in der Regel komplett. Sie sind gut ausgebildet, stehen kompakt und haben wie wir starke Torleute“, zählt Fischer die Herausforderungen auf, denen sich die Hornets heute stellen müssen.

Vielleicht steht dann erstmals Christian Werth für die Zweibrücker auf dem Eis. Der Wechsel des gelernten Mittelstürmers, der schon in der Vorbereitung beim EHC mittrainierte, ist vollzogen, meldete der Verein am gestrigen Donnerstag. Der 29-Jährige wurde beim Mannheimer ERC ausgebildet und spielte dort in der Junioren-Bundesliga. Zuletzt war er beim Liga-Konkurrenten Mannheim Mad Dogs aktiv. „Ich freue mich sehr, dass der Wechsel jetzt endlich offiziell vollzogen ist. Immer nur trainieren, aber bei den Spielen zuschauen zu müssen, ist schon hart. Ich bin nach Zweibrücken gekommen, weil ich eine neue Herausforderung gesucht habe und nicht um nach einem Jahr wieder zu verschwinden“, wird Werth auf der Internetseite der Hornets zitiert.



Trotz des schweren Programms haben die Zweibrücker allen Grund, mit viel Selbstvertrauen in die kommenden Partien zu gehen. Die ersten beiden Saisonspiele gegen Heilbronn und Eppelheim wurden gewonnen – wenn auch erst nach nervenaufreibenden Penalty-Thrillern. „Für die Zuschauer ist das superspannend und auch die Mannschaft wird durch solche Spiele noch einmal richtig gepusht. Es war ein toller Start in die Liga“, sagt Fischer. Sie ergänzt: „Beim Penaltyschießen ist zwar immer ein Stück weit Glück im Spiel. Aber es kommt auch auf Nervenstärke an. Da darf man nicht während man anläuft, anfangen nachzudenken.“ Die sportliche Leiterin wünscht sich für die Zukunft dennoch einen Sieg in der regulären Spielzeit, um den damit verbundenen Extrapunkt einzuheimsen. Denn: „Die Liga ist so eng beisammen wie nie zuvor. Andere Mannschaften haben gut aufgerüstet, es ist extrem schwer, einen der vier Playoff-Plätze zu erreichen.“ Fischer will den guten Start daher „nicht überbewerten. Wir müssen auf dem Boden bleiben.“ Verbesserungspotenzial sieht die sportliche Leiterin noch beim Stellungsspiel im eigenen Drittel. Auch eigene Überzahlsituationen könnten die Hornissen ihrer Ansicht nach noch besser ausspielen. Dennoch gibt es vorwiegend Lob für die bisherigen Leistungen: „Wir sind eine Kämpfermannschaft. Alle haben richtig Bock, alle wollen unbedingt in die Playoffs, alle ziehen an einem Strang.“

Neben dem sportlichen Erfolg hat sich auch die personelle Situation bei den Zweibrückern aufgehellt. Pascal Sefrin, Florian Wendland und Andre Nunold, die im zurückliegenden Spiel gegen Eppelheim noch passen mussten, stehen wieder zur Verfügung. Felix Stokowski wird zwar die Partie gegen Ravensburg verpassen, ist für das Spiel gegen Heilbronn aber rechtzeitig aus seinem Urlaub zurück. Lediglich Tomas Vodicka (Krankheit) und Bernd Hartfelder (Trainingsrückstand nach Kreuzband-OP) fehlen komplett.

„Wir stehen vor ganz schweren Aufgaben, aber wir sind alle positiv gestimmt, dass wir etwas reißen können“, sagt Fischer vor der Belastungsprobe am Doppelspieltag. Noch forscher formuliert es Neuzugang Christian Werth: „Am liebsten möchte ich mit dem EHC wieder eine Meisterschaft feiern. Als Minimalziel müssen wir aber die Playoffs erreichen.“

Hornets-Neuzugang Christian Werth ist sofort spielberechtigt.
Hornets-Neuzugang Christian Werth ist sofort spielberechtigt. FOTO: EHCZ