| 16:17 Uhr

Eishockey-Regionalliga
Länger auf dem Eis bleiben, Chancen besser nutzen

 Gegen seinen Ex-Club will Hornets-Neuzugang Claudio Schreyer dieses Mal länger als zehn Minuten auf dem Eis stehen.
Gegen seinen Ex-Club will Hornets-Neuzugang Claudio Schreyer dieses Mal länger als zehn Minuten auf dem Eis stehen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Eishockey-Regionalliga Südwest: Nicht nur Hornets-Stürmer Claudio Schreyer nimmt sich für die Partie am Freitag gegen seinen Ex-Verein Heilbronner EC viel vor. Von Svenja Hofer

Ob die Hornets die Heimniederlage aus dem Topspiel gegen Hügelsheim gut weggesteckt haben, kann Claudio Schreyer nicht sagen. „Wir hätten jedenfalls nicht verlieren müssen“, betont der Stürmer des Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken. „Ob wir die Pleite gut verkraftet haben, kann ich erst dann sagen, wenn wir am Freitagabend gewonnen haben“, erklärt er. Dann nämlich ist die Mannschaft von Trainer Terry Trenholm, mit sechs Spielen und 13 Zählern Vierter, ab 20 Uhr beim vor ihr liegenden Tabellennachbarn Eisbären Heilbronn (8 Spiele, 14 Punkte) gefordert. Dem Ex-Club von Claudio Schreyer.

Vier Jahre lang lief der 27-Jährige für den kommenden Gegner auf. Ein komisches Gefühl, nun auf der andern Seite in die dortige Halle zurückzukehren, verspüre er nicht. „Da ich nicht mit bösem Blut gegangen bin und ich dort auch noch viele Freunde habe, freue ich mich eher auf dieses besondere Spiel“, erklärt Schreyer, dass er auf dem Eis allerdings keine Freunde kenne. „Das fängt schon im Training an“, sagt der Linksschütze mit einem Lachen.

Humor beweist Claudio Schreyer auch bei der Frage, ob sein Hauptziel in der anstehenden Partie gegen seinen Ex-Club lautet: Länger als zehn Minuten auf dem Eis dabei sein. „Auf jeden Fall“, sagt der Stürmer lachend. Im Auftaktspiel (4:2) gegen die Eisbären in Zweibrücken flog der 27-Jährige nach einem Bandencheck gegen Cedric Platz mit fünf Minuten plus Spieldauer vom Eis und war fortan zum Zuschauen verdammt. Übermotiviert sei er eigentlich nicht gewesen. „Und ich habe mir die Szene auch im Nachhinein nochmal angeschaut. Ich kam vielleicht ein bisschen spät und mein Gegner ist blöd gefallen, aber ich denke dennoch, dass die Strafe übertrieben war.“ Das habe auch Platz selbst so empfunden. „Aber das ist eben eine Schiri-Entscheidung, da kann man nichts machen“, sagt Schreyer, der aber auch Verständnis für die Unparteiischen zeigt. „Ich glaube, es ist nicht gerade einfach, Spiele in Zweibrücken zu pfeifen.“ Die Situation sei aber abgehakt, am Freitag beginne ein neues Spiel.



Und für dieses nehmen sich die Hornets nach der Niederlage „auf jeden Fall viel vor. Wir wollen Wiedergutmachung betreiben“. Schreyer, der das Spiel seines Teams gegen Hügelsheim als „wirklich schlecht“ empfunden hat, ist sich sicher, dass die Zweibrücker in Heilbronn „ein bisschen bereiter aufs Eis gehen müssen, nicht glauben dürfen, dass es ein Selbstläufer wird“, wenn sie hier bestehen und die drei Punkte mitnehmen wollen. „Wir müssen vor dem Tor zielstrebiger sein, nicht noch tausend Pässe spielen“, erklärt er. Zumal, wenn im Kasten des Gegners ein so starker Goalie wie Andrew Hare steht, der die Zweibrücker im Hinspiel fast zum Verzweifeln gebracht hätte. „Da ist es von Vorteil, viele gute Schützen zu haben.“ Wenn sie ihre Chancen dann auch verwerten.

Wie schwer es die Eisbären den Hornets auswärts machen können, kann Schreyer nicht recht einschätzen. „Ich habe ja nur zehn Minuten gegen sie gespielt, ich weiß also nicht, wie hart es ist“, sagt er. Klar sei aber, dass Heilbronn eine sehr ausgeglichene Mannschaft mit zwei, drei herausragenden Spielern hat. Auch die Eisbären könnten in dieser Runde ganz oben mitspielen. „Es gibt in dieser Liga aber ohnehin kaum ein Team, das das nicht könnte.“ Neben der Tagesform komme es gerade auswärts auch immer darauf an, wer mitfahren kann. „Ich denke, man wird erst wenige Spieltage vor Rundenende sagen können, wer die besten Chancen auf die Playoffs und den Titel hat – und ich hoffe, wir sind dann noch gut dabei.“