| 09:26 Uhr

Eishockey-Regionalliga
Marc Lingenfelser greift in die Trickkiste

 Die beiden Matchwinner für den EHC Zweibrücken: Siegschütze Marc Lingenfelser und Torwart Steven Teucke.
Die beiden Matchwinner für den EHC Zweibrücken: Siegschütze Marc Lingenfelser und Torwart Steven Teucke. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Eishockey: Zweibrücker Hornets besiegen Stuttgart Rebels im Penaltyschießen mit 6:5. Von Martin Wittenmeier

 Spielerischen Glanz hat Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken am Sonntagabend nur selten versprüht. Beim 6:5 (2:1/1:3/2:1)-Heimerfolg gegen giftige Stuttgart Rebels machten sich die Hornets das Leben gerade im zweiten Drittel selbst schwer und mussten am Ende froh sein, im Penaltyschießen immerhin zwei Punkte gerettet zu haben.

Es gibt Gegner, die einem nicht besonders liegen. Für den EHC Zweibrücken scheint das in dieser Runde der Stuttgarter EC zu sein. Im Hinspiel kassierten die Hornets beim 2:3 ihre erste Saisonniederlage – damals ebenfalls im Penaltyschießen. Ein ähnliches Schicksal drohte dem Team von Trainer Terry Trenholm auch im zweiten Aufeinandertreffen. „Das ist eine richtig eklige Mannschaft, die geben keine Scheibe verloren. Das ist schon so, seit ich in der Regionalliga spiele. Heute war es ein purer Arbeitssieg“, war EHCZ-Spieler Claudio Schreyer nach dem knappen Erfolg erleichtert.

Dabei hatten die Hornets den besseren Start. Der Mut zur Offensive wurde bereits in der fünften Minute belohnt, als Schreyer und Vladimir Zvonik in Überzahl Stürmer Fabian Fellhauer bedienten, der Stuttgarts Goalie Jannis Ersel keine Chance ließ. 1:0 - der perfekte Beginn vor 786 Zuschauern in der Peter-Cunningham-Memorial-Arena. Zumal die Zweibrücker weiter drückten und sich gute Chancen erarbeiteten, die Führung auszubauen. In der 15. Minute war es erneut ein Powerplay, das zum Erfolg führte. Marc Lingenfelser legte auf Defensivmann Zvonik, der den Puck zum zweiten Mal im Stuttgarter Kasten versenkte. Doch die Schwaben schockte der Rückstand genauso wenig, wie die Matchstrafe, die Tim Becker nach einem Kopfcheck gegen Zweibrückens Calvin Engel kassiert hatte. Quasi mit der Pausensirene verkürzte Julian Reiss (20.) zum 1:2.



Im Mittelabschnitt war bei den Hornets der Wurm drin. „Wir haben uns blöde Strafzeiten eingehandelt, das geht natürlich auf die Pumpe. Das Problem zieht sich bei uns schon durch die ganze Runde“, haderte Schreyer mit den zahlreichen Undiszipliniertheiten seiner Kollegen. Verteidiger Felix Stokowski, der letzte Woche in Heilbronn mit einer Matchstrafe vom Eis flog und für drei Spiele gesperrt ist, fehlte der Zweibrücker Abwehr. Folgerichtig musste der EHCZ durch Nickolas Govog (26.) den Ausgleich schlucken. Und es kam noch schlimmer: Keine 120 Sekunden später war erneut Reiss zu Stelle und brachte Stuttgart erstmals nach vorne. „Wir haben zu viele Scheiben in der neutralen Zone verloren“, war Coach Trenholm mit dem Auftritt seiner Mannschaft „nicht zufrieden“. Kurz vor der Pause berappelten sich die Hornets aber. Calvin Engel (39.) verwandelte eine Vorlage von Marc Lingenfelser zum 3:3. Damit war das Drittel aber noch nicht beendet. Wieder waren nur noch wenige Sekunden auf der Uhr, als Govig die Gäste wieder in Führung schoss.

Schlag auf Schlag ging es im Schlussdrittel. Beide Teams offenbarten Schwächen in der Defensive, die direkt zu Toren führten. Stephen Brüstle (48.) markierte zunächst den 4:4-Ausgleich, eine Minute lag sein Team aber schon wieder zurück. Miroslav Hudak vollendete eine Konter zur dritten Führung für Stuttgart. 52 Sekunden später war das Zwischenergebnis aber schon wieder Makulatur. Christian Werth scheiterte zwar zunächst an Ersel, aber Maximilian Dörr schnappte sich den Abpraller und verwandelte zum 5:5. In der Schlussminute mussten die Hornets noch einmal zittern: Während Fabian Fellhauer auf der Strafbank saß, hatten die Gäste ein letztes Mal die Chance, das Spiel in den regulären 60 Minuten zu entscheiden, aber Steven Teucke im Zweibrücker Tor hielt seinen Kasten sauber und rettete die Hausherren ins Penaltyschießen.

Dort entschärfte der Zweibrücker Schlussmann alle fünf Stuttgarter Versuche. Nachdem auch vier Zweibrücker vergeben hatten, griff Marc Lingenfelser tief in die Trickkiste. Mit einem Schuss durch die eigenen Beine düpierte der Hornets-Stürmer Jannis Ersel im Rebels-Tor und sorgte für den umjubelten 6:5-Sieg der Gastgeber. „Linge hat beim Penalty Eier gezeigt und ich habe einfach meinen Job gemacht“, konnte sich EHC-Torwart Steven Teucke nach dem Spiel ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Mit jetzt 18 Punkten liegen die Hornets in der Tabelle hinter Tabellenführer EV Ravensburg (20 Punkte) und den Baden Rhinos Hügelsheim (19 Punkte), die aber beide ein Spiel mehr auf ihrem Konto haben, auf Rang drei. Bereits am kommenden Freitag sind die Hornets wieder gefordert. Um 20 Uhr ist die Trenholm-Truppe beim Spitzenreiter gefordert. „Das wird sehr schwer, Ravensburg ist zuhause richtig stark“, ist der Zweibrücker Trainer jedenfalls gewarnt.