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Alles-oder-nichts-Spiel für die Hornets
„Wir wissen, dass wir stark sind“

 Im zweiten Playoff-Halbfinale in Heilbronn sind die Hornets um Stephen Brüstle am Freitag mächtig unter Druck.
Im zweiten Playoff-Halbfinale in Heilbronn sind die Hornets um Stephen Brüstle am Freitag mächtig unter Druck. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken . Der EHC Zweibrücken ist im zweiten Playoff-Halbfinale am Freitag in Heilbronn zum Siegen verdammt. Sonst ist die Saison früher als erhofft beendet. Von Svenja Hofer

Von Svenja HoferZweibrücken Hop oder Top, Sekt oder Selters, siegen oder fliegen – die Liste der Redensarten, die die Situation des EHC Zweibrücken verdeutlichen, reicht ins Unendliche. Glasklar ist die Voraussetzung für den Eishockey-Regionalligisten vor dem zweiten Playoff-Halbfinale an diesem Freitag, 20 Uhr, bei den EHC Eisbären Heilbronn: „Wir müssen gewinnen, sonst war’s das.“ Der Druck nach der knappen 4:5-Heimpleite zum Auftakt der Finalrunde ist groß für die Mannschaft von Trainer Ralf Wolf. Geschürt auch durch die eigenen Ambitionen.

Die Mannschaft habe die Pleite von Sonntag jedoch schnell abgehakt und sich auf die nächste Aufgabe fokussiert. „Wir wissen, dass wir stark sind. Wir haben gut trainiert, haben die zwei, drei Dinge, die nicht funktionierten angesprochen und wissen: Wir haben etwas gut zu machen“, gibt Wolf Einblicke in Trainingswoche und Gefühlsleben der Zweibrücker. „Den Heimspielsieg haben wir vor der Nase weggeschnappt bekommen – jetzt ist es an uns, in Heilbronn das gleiche zu tun“, zeigt sich der 40-Jährige zuversichtlich, die Best-of-three-Serie ausgleichen zu können. Die Mannschaft glaube an ihre Chance. Auch wenn sie am Sonntag nicht ihr Spiel hatte durchbringen können.

„Wir müssen nun einfach in unseren Fluss reinkommen.“ Dabei hofft der Hornets-Coach auch auf die beiden Rückkehrer Marco Trenholm und Dustin Bauscher. Trenholm war zuletzt erkrankt, Bauscher war nach seiner Matchstrafe aus dem Mannheim-Spiel zum Playoff-Auftakt noch nicht einsatzberechtigt. „Das sind die richtigen Kandidaten, die nun unglaublich heiß darauf sind, endlich auch Playoff-Eishockey spielen zu dürfen“, erklärt Wolf, der sich sicher ist, dass die beiden Offensivmänner sowie deren Tore richtig wichtig werden können. „Allerdings wird am Freitag jedes Tor wichtig sein.“ Defensiv eine Lücke reißen wird hingegen der Ausfall von Vladimir Zvonik, der sich vergangene Woche im Heimspiel das Knie verdreht hat. „Für ihn ist die Saison leider gelaufen.“ Wolf sieht seine Mannschaft, die auch auf Calvin Engel (gebrochenes Handgelenk) und Marcel Ehrhardt (Knieverletzung) verzichten muss, dennoch gut aufgestellt. „Wir haben einen breiten Kader mit guten Spielern. Ich bin sicher, dass wir offensiv stark sein, defensiv gut stehen werden – und dann gewinnen.“ Vorausgesetzt, sein Team schafft es auch, „auf dem Eis nicht zu überhastet zu agieren, geduldig und von der Strafbank weg zu bleiben – dann haben wir gute Chancen“. Darauf, das dritte Spiel am Sonntag, 15. März, 18.30 Uhr in Zweibrücken zu erzwingen.



Nachdem die Hornets den Auftakt in heimischer Halle verkorkst haben, freut sich Ralf Wolf umso mehr, dass zahlreiche Anhänger seine Mannschaft am Freitag zum Auswärtsspiel in Heilbronn begleiten werden. „Unsere Fans sind echt super, ich glaube die wenigsten Mannschaften können behaupten, dass so viele an einem Freitag diese Reise auf sich nehmen“, betont Ralf Wolf die Bedeutung der Unterstützung durch die Zweibrücker. Um auch wirklich alles an Fan-Potenzial auszuschöpfen, haben sich die Hornets sogar eine etwas ungewöhnliche Aktion einfallen lassen. EHC-Pressesprecher Thorsten Rehfeld hat einen Freistellungsantrag für Arbeitgeber formuliert, die im Gegenzug für ihr Entgegenkommen, einen Hornets-Fan freizustellen, zur Sponsorenveranstaltung der Saison 2020/21 eingeladen werden. Ob nun viele Anhänger diese Option gezogen haben oder nicht, zwei Busse und zahlreiche Privatautos werden sich auf jeden Fall auf den Weg nach Heilbronn machen, sodass sich Ralf Wolf mit seinem Team auch in fremder Halle der lauten Unterstützung sicher sein kann. „Es wir ganz bestimmt eine interessante Partie“, prophezeit Ralf Wolf. Alles oder nichts eben.