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Einfach nicht sein Tag

 Felix Drumm beißt die Zähne zusammen: Bei der Cross-WM in Tschechien quält sich der 20-jährige Mörsbacher trotz mehrerer Stürze als 27. ins Ziel. Foto: Deines
Felix Drumm beißt die Zähne zusammen: Bei der Cross-WM in Tschechien quält sich der 20-jährige Mörsbacher trotz mehrerer Stürze als 27. ins Ziel. Foto: Deines FOTO: Deines
Tábor. Hinter seinen eigenen Erwartungen ist Felix Drumm gestern bei der Radcross-WM in Tschechien geblieben. Nach einem Sturz direkt nach dem Start fiel der Mörsbacher früh zurück und musste sich mit Platz 27 begnügen. Martin Wittenmeier

Frust und Enttäuschung nagen auch einige Stunden nach dem Rennen noch immer an Felix Drumm. "Irgendwie lief es heute nicht so, wie es sollte", erzählt der 20-Jährige geknickt. Bei der U23-Radcrossweltmeisterschaft im tschechischen Tábor hatte der Radcross-Spezialist aus Mörsbach einen Platz unter den ersten 15 anvisiert. Am Ende quälte er sich schlammverdreckt von Kopf bis Fuß mit fast vier Minuten Rückstand auf den neuen Weltmeister Michael Vanthourenhout (49:55 Minuten) aus Belgien auf Rang 27 ins Ziel. Auch dem zweiten deutschen Starter ergeht es am Sonntagmorgen nicht besser. Paul Lindenau aus Hamburg überquert knapp eine Minute hinter dem zweimaligen Deutschen U23-Crossmeister die Linie, wird 33. von insgesamt 49 Teilnehmern.

Schwierige äußere Bedingungen machen Drumm zu schaffen. "Als wir die Strecke am Morgen abgefahren sind, war alles gefroren. Bis zum Rennstart wurde der Kurs immer rutschiger. Mit dem Boden bin ich leider überhaupt nicht zurecht gekommen." Kurz nach dem Start passiert es dann: In der ersten Kurve stürzt Drumm, büßt wertvolle Sekunden ein. Eine Top-15-Platzierung ist schon früh im Rennen außer Reichweite. Mühsam kämpft er sich danach durch das Feld, jeder Tritt in die Pedale fällt jetzt schwer. Und es gibt weitere Rückschläge. Noch dreimal muss Felix Drumm, der für das Focus CX Elite Team startet, unfreiwillig vom Crossrad, rappelt sich aber immer wieder auf und quält sich Richtung Ziel. "Wenn man so weit abgeschlagen das Feld von hinten aufrollen muss, tut jeder Meter doppelt weh. Und auch vom Kopf her wird die Aufgabe dann nicht einfacher." Aufgeben kommt dennoch nicht infrage. Auch weil mehrere tausend Zuschauer am Streckenrand frenetisch jubeln und die Fahrer nach vorne peitschen. "Die Atmosphäre an der Strecke war einfach der Hammer, so was erlebt man nicht alle Tage", schwärmt Drumm, der nach 53:45 Minuten völlig abgekämpft das Ziel erreicht.

Bis zum 13. Februar sind jetzt erst einmal Erholung und Regeneration angesagt. Danach schwingt sich Felix Drumm wieder auf den Sattel. Auf Mallorca bereitet er sich vier Wochen lang auf die Straßensaison vor, die im März beginnt.